Mein Plädoyer gegen falsche Alternativen (Dr. Martin Erdmann) / “Neusprech” (Siegfried Schad)

“Neusprech” (Siegfried Schad)

Ich fand gerade einen etwas älteren Artikel von Dr. Martin Erdmann, einen Kommentar zu einem IDEA-Artikel (siehe hier und s.u.).

Ist es nicht so, dass wir uns an ein gewisses Mass an Unwahrheit, gewisse Euphemismen in manchen Bereichen des Alltäglichen bereits völlig gewöhnt haben? Was erwarten wir wenn die Politik spricht, die Werbung uns mit ihren Versprechungen betören möchte, die Presse über ein unbequemes Thema berichtet? Werden nicht überall Tatsachen durch Beschönigungen permanent verschleiert oder gar verdreht?

Wissen Sie warum ich mein IDEA-Spektrum-Abonnements vor 10 Jahren kündigte? Weil ich diesen Neusprech nicht mehr ertrug und das Heft nach wenigen Seiten Lektüre verärgert in den Abfall warf! … Neusprech … was das ist? Nun, ich las mal bei George Orwells Zukunftsvision “1984”, dass man in der Zukunft Worte gebrauchen würde um ihr Gegenteil auszudrücken, oder um diese von ihrer ursprünglichen Bedeutung zu entkoppeln. Noch Fragen? … ja, z.B. dass wenn die Regierung einen neuen Friedensplan ankündigt die Bedeutung wäre, dass man alsbald den Krieg erklärt, oder dass die Nachricht einer gesteigerten Produktion eines Nahrungsmittels eine Verknappung dessen bedeuten würde … das bedeutet Neusprech … die Sprache wird manipulativ missbraucht, Worte erhalten eine gegenteilige Bedeutung. Was das mit IDEA zu tun hat? Nun, nehmen Sie doch beispielsweise mal die Phrase Einheit In Christus – bedeutet diese Einheit nicht das präzise Gegenteil, nämlich die Abtrennung von der Wahrheit Christi … bedeutet die Liebe aus manchem Mund der Ökumeneanhänger nicht das hässliche Wort der Toleranz, die Lüge des Anderen zu akzeptieren, einfach stehen zulassen, anstatt ihn in Liebe auf seinen Irrtum hinzuweisen und zu korrigieren wie das Wort Gottes es verlangt?

Dr. Martin Erdmann beklagt zurecht diesen Relativismus der Neo-Evangelikalen und den Missbrauch des Wortes Liebe das zum Schutzschild gegen die biblische Wahrheit erhoben wird, ich schliesse mich diesem Plädoyer an!

 

 

 

 

Mein Plädoyer gegen falsche Alternativen (Dr. Martin Erdmann)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

So geschickt das Argument „falsche Alternativen zu meiden“ auch in der neuesten Ausgabe von IDEA Spektrum als Plädoyer Ansgar Hörstings in Worte gekleidet wurde, die oberflächlich einleuchtend sind, so deutlich kommt auch die Meinung zum Vorschein, dass nur eine Alternative wirklich Gültigkeit haben darf, wenn man sich über den Auftrag der Gemeinde Jesu, über Missionsmethoden oder auch über den Umgang mit anderen Christen Gedanken macht. Es dürfen keine definitiven Positionen bezogen werden; das ist lieblos und zeugt von Profilierungssucht. Wir haben doch alle irgendwo recht und sollen dies dem anderen auch zugestehen, ansonsten setzen wir uns ins Unrecht, weil wir dann nicht mehr dem Liebesgebot gemäß leben, sondern nur unsere eigene Meinung gelten lassen wollen.

Schön: Ansgar Hörsting gibt zu, dass es tatsächlich in manchen Fragen ein „Entweder-oder“ gibt, denn in den Himmel kommt man nur durch Jesus; aber doch nicht in der Frage, ob es nun richtig sei, einfach ein Leben im Reich Gottes zu führen oder sich am Evangelisieren aktiv zu beteiligen. In seiner Antwort lässt er aber keinen Zweifel aufkommen, dass er selbst ein Befürworter nur einer Alternative ist, nämlich der Sicht über das Reich Gottes, wie sie seit ca. vierzig Jahren von den Neo-Evangelikalen im Rahmen der Lausanner Bewegung propagiert wird. „Das ist ja das Evangelium, dass in Jesus Christus das Reich Gottes angebrochen ist – darin sollen wir leben und es weiter verkündigen. Das Wirken Jesu ist Reich Gottes!“ Wenn man diese von der reformatorischen Theologie so radikal abweichende theologische Positionierung nicht für biblisch erachtet, wird man in die Ecke derjenigen gestellt, die „Einseitigkeiten verabsolutieren“ und ihrer Streitsucht Genüge tun wollen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, welchen Schaden dadurch verursacht wird.

Ansgar Hörstings Plädoyer ist ein Plädoyer für die absolut gesetzte Alternative der Sicht eines Neo-Evangelikalen, der meint, dass ein Einschwören auf die Formeln der „Liebe“, wie sie die Lausanner Bewegung definiert, die einzige Position sein darf, die ein bibelgläubiger Christ einnehmen darf.

ideaSpektrum: Mein Plädoyer gegen falsche Alternativen

„Mein Plädoyer gegen falsche Alternativen“

Aktuelle Ausgabe 23/2012:

  • Titelthema: Wie man Streit vermeidet
  • Gauck hat Deutschland „glänzend vertreten“
  • Wer bleibt noch nach der Konfirmation?
  • Mit Gospelmusik Berge versetzen

http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/huetet-euch-vor-falschen-alternativen.html

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