„Neues Wagen“ / Kommentar: Neues “vergessen”

Neues “vergessen”  (Kommentar: S.Schad www.dominionismus.info 13.06.2013)

Hat unser HERR JESUS tatsächlich unsere todeswürdigen Sünden am Kreuz getragen damit Freche, Lästerer und Verleumder behaupten wollen, dass wir uns zu den Menschen bekehren müssten?

In dem nachfolgenden Artikel “Neues Wagen” erachte ich die anschliessenden Kommentare und Stimmen zu dem Gnadauer Zukunfts-Kongress als wegweisende Positionierungen. Es verwundert nicht, dass der Gesellschaftstransformations-Propagandist Tobias Faix eine Bekehrung zu den Menschen hin einfordert und ein anglikanischer Bischof eine Kulturannäherung der Kirche an die gottlose Menschheit wünscht, jedoch ist ein Paradigmenwechsel, von Ex-Rotarier, Präses des Evangelischen Gnaudauer Gemeinschaftsverbandes und ehrenamtlichem Vorsitzenden der DEA Michael Diener, sichtbar eingeleitet der nach seiner Aussage bewusst Referenten einlud, die nicht zu dem evangelikal-pietistischen Milieu passen sollten.

(siehe auch Artikel Die “neuen Ziele” von Gnadau (Gottfried Meskemper) / Kommentar)

Wären z.B. die Herren Diener und Faix Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands oder Repräsentanten “Der Linken” , so würden sie unsere Nachsicht und Gebete ebenso verdienen wie Herr Gysi, Herr Lafontaine oder Herr Steinbrück – jedoch, wo sollte unsere Nachsicht auch enden?

2Jo 1,7 Denn viele Irrlehrer sind hinausgegangen in die Welt, die nicht bekennen, daß Jesus der im Fleisch gekommene Christus ist; – das ist der Irrlehrer und der Widerchrist.

Unsere Nachsicht muss entschieden dort enden wo ein verdrehtes Evangelium verkündigt wird und dort wo unser HERR JESUS zu einer Art “Ché Guevara”, einem Sozialrevolutionär und Veränderer der Gesellschaft degradiert und bibelfern neu gedeutet wird. Die wahre Kirche Christi, seine Heiligen, sind nicht die berufenen Werkzeuge zu einem UNO-initiierten Welt-Reparatur-System à la MICHA-Initiative gegen  gesellschaftliche Entwicklungen in der gottlosen Welt, sondern die Zeugen und Boten seines Gnadenangebotes, der guten Nachricht, an die Sünder.

Christi Aussage dass sein Reich nicht von dieser Welt wäre steht im eklatanten Widerspruch zu diesen Irrlehreren und Ihrem Postulat des “Reiches Gottes” hier und heute, das ausschliesslich zu einer politisch Neuen Weltordnung führen soll und die Wegbereitung, auch wenn die Protagonisten das gewiss nicht übersehen, für den Anti-Christen bedeutet. (Weitere Artikel zu dieser These siehe hier + www.neue-weltordnung.info).

Das “Neue” das in dem folgenden Kontext “gewagt” werden soll, ist nicht wirklich neu, sondern die Neuauflage alter Häresien und eines dominionistischen Verständnisses so wie es bereits der römische Kaiser Konstantin (der Große) hatte, als er das Christentum zur Staatsreligion erhob und somit das Christentum korrumpierte. (siehe hierzu Dr. Martin Erdmann´s Videos zu dem Thema Sakralismus)

Das “Neue” können wir somit getrost “vergessen”, auch wenn wir es entschiedenst um der Wahrheit Christi willen unermüdlich bekämpfen sollten.

„Neues Wagen“ (Quelle: Georg Walter)

Überlegungen zum Gnadauer Zukunfts-Kongress in Erfurt vom 24. – 27. Januar 2013.

Rolf Müller

Zum Motto des Kongresses „Neues Wagen“ fiel mir spontan ein zugegeben „gewagter“ Vergleich ein. Die Philister und später auch David haben „Neues gewagt“. Aber die Sache mit dem „Neuen Wagen“ ging schief, weil es nicht nach den Anweisungen Gottes geschah. (1. Samuel 6,7 ff. 2. Samuel 6,1 ff.)

Die Schwerpunktthemen des Zukunfts-Kongresses waren: Geistliches Leben – Neugründung und Neubelebung von Gemeinschaften – Wahrnehmen von gesellschaftlicher und diakonischer Verantwortung. „Neues Wagen“ soll mit dem Kongress nicht vorbei sein. Projekte sollen auf den Weg gebracht und die Anstöße von Erfurt sollen aufgenommen werden. Einen besonderen Stellenwert hat dabei der „Erfurter Impuls“ als Selbstverpflichtung und Orientierung. Ich hoffe und wünsche, dass durch den Gnadauer Zukunfts-Kongress jetzt keine Schwerpunktverlagerung eintritt, die womöglich zu einer Schieflage unserer Gemeinschaftsarbeit führt. Anlass zu dieser Sorge gibt ein Blick auf die Rednerliste des Kongresses. Michael Diener hat bekräftigt, dass man bewusst Referenten eingeladen hat, die Themen vertreten, die dem bisherigen Gnadauer Verständnis nicht entsprechen.

„Die Gemeinschaftsbewegung soll sich als freie Kraft in der Evangelischen Kirche neu konzentriert und motiviert den kirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen mit ihrem Auftrag und Potenzial stellen.“ (Idea 9/2013, S. 3)

Wir bleiben Bibelbewegung, weil wir das lebendige Wort Gottes darin finden.“ (Idea 5/2013, S.8)

Michael Diener sagt nicht: „Die Bibel ist Gottes Wort.“

Stimmen zum Gnadauer Kongress:

„Es waren großartige Tage in Erfurt bei „Neues Wagen“! Meine Highlights waren Michael Herbst, N. T. Wright, Sandra Mohr und Judy Bailey, die gesamte Musik eigentlich.“

„Was ich besonders von diesem Kongress mitgenommen habe: Gott will, dass wir die Menschen lieben. Dass wir das, was wir tun, aus Liebe tun. Dass nicht immer die Frage im Vordergrund steht: Wie bekomme ich die Menschen in unseren Gottesdienst, sondern wo werden wir als Christen vor Ort gebraucht. Wir müssen zu den Menschen hingehen und Gottes Liebe sichtbar werden lassen.“

„Es war für viele eine Art Weckruf und wird zu unterschiedlichen Ausformungen der Bewegung führen.“ (wir 2013, S.48)

„Es stimmt etwas mit der Kirche nicht, wenn sich ihre Kultur immer mehr von der allgemeinen Kultur entfernt.“ (Bischof Graham Cray, Idea 5/2013 S.9)

Wir müssen uns zu den Menschen bekehren, damit sie uns verstehen.“ (Tobias Faix, Idea 5/2013 S.9)

Nun sind diese Entwicklungen und Trends nicht wirklich neu. Sie deuten sich schon seit Jahren in der Allianz und bei den Evangelikalen an.

„Deutschlands Evangelikale wollen sich mehr in die Politik einmischen. Das machten Referenten beim Allianztag am 4. September 2005 in Bad Blankenburg deutlich. Christen sollen sich stärker für die Gesellschaft mitverantwortlich fühlen. Sie dürften die Welt nicht sich selbst überlassen.“ (TOPIC 10/05, S.2)

„Rick Warren und Brian McLaren, Befürworter der ‚Emerging Church‘ , treten seit langem für eine gründliche ‚Transformation‘ der Christenheit ein, die sie zu stärkerem politischen Engagement und weltweiter Kooperation führen soll. Man strebt verbindende Aktionen an, die zu einer Aufweichung der religiösen Fronten führen sollen.“ (Bekennende Kirche, März 2008, S.34)

„Um mit Atheisten ins Gespräch zu kommen, sollen Christen an populäre Kultur, etwa an Kinofilme anknüpfen und anstatt biblischer Begriffe eine nicht religiöse Alltagssprache verwenden.“ (Peter Zimmerling, Idea 50/08, S.7)

„Die DEA verstärkt den Kampf gegen die weltweite Armut. Zu diesem Zweck hat sie den Arbeitskreis „Micha-Initiative“ ins Leben gerufen. Die „Micha-Initiative“ stellt sich aus christlicher Verantwortung hinter die im Jahr 2000 verabschiedeten Milleniumsziele der Vereinten Nationen. Dazu gehören unter anderem die Halbierung der extremen Armut bis 2015, der Stopp der Ausbreitung von AIDs, der Zugang zu frischem Wasser für alle Menschen und Schulbildung für alle Kinder.“(EiNS 2/08, S.30)

„Hoffen und Handeln wird die Erde verwandeln.“ (Jürgen Werth, Idea, 17. 5. 2012)

„Wie müssen sich Kirche und Gemeinde verändern, um Menschen mit der christlichen Botschaft zu erreichen? Zum Auftrag der Christen gehört es, der Gesellschaft zu dienen. Die Gemeinde soll Politiker fragen, was sie für ihre Stadt tun könne. Wichtig sei die Balance von drei Bekehrungen: Die Bekehrung zu Gott, zur Gemeinde und zur Welt, um diese zu verändern. Es ist nicht entscheidend, was in der Gemeinde geschieht, sondern wie sich die Welt durch sie positiv verändert. Die Welt ist unser Spielfeld, nicht die Gemeinde.“ (Zeitruf 2/2012, S.1)

„Wir können als Gemeinschaftsbewegung aus den gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen auch lernen. Es genügt nicht, einschlägige Bibelstellen zu zitieren. Wir müssen uns auch fragen, wie wir damit umgehen, dass sich die gesamtgesellschaftliche Einstellung zu diesem Thema grundlegend geändert hat.“ (Christoph Morgner, Präsesbericht 2009)

„Micha-Initiative, Arbeitskreis Migration und Integration, Arbeitskreis Politik und Religionsfreiheit, damit stellen wir uns der gesellschaftlichen Verantwortung. Das kann ich nur begrüßen!“ (Michael Diener, EiNS, Februar 2012, S.20)

„Ich warne vor zu viel Gemeinschafts- pflege. Man muss sich fragen: Wenn wir heute die Gemeinschaft schließen, wer würde das merken? Wir sollten Gemeinschaften gründen, die auf neue Gruppen und Milieus bezogen sind.“(Michael Diener, Idea 21/2013, S.25)

Um auf die Frage von Michael Diener zu antworten: Es würden vor allem die merken, die ihre Heimat in der Gemeinschaft haben, die treu ihren Dienst tun, die in der Gemeinschaft zum Glauben kamen und die in der Liebe Christi untereinander verbunden sind. Die als Salz und Licht in ihrer Umgebung Zeugnis für Jesus Christus sind. Ist das alles wertlos? Sollen wir das alles aufgeben und eine neue Gemeinschaft in einem anderen Milieu gründen? Sollen wir uns den gottlosen und gottfeindlichen Maßstäben der Welt noch mehr annähern? Sollen wir uns zu den Menschen bekehren oder sollen wir Menschen zur Umkehr rufen, damit sie sich zu Gott bekehren? Das sind Gedanken, die mich in dem Zusammenhang bewegen. Ist es dem Wort Gottes gemäß, Bekehrungen durch Anpassung an Kultur und Gesellschaft zu bewirken?

Die neuen Entwicklungen und Trends, die in den letzten Jahren unter den Evangelikalen aufgekommen sind, werden von manchen als nötige Weiterentwicklung und Bereicherung begrüßt. Es geht um die verstärkte Betonung der Wichtigkeit sozialpolitischen Engagements auf Kosten der klassischen Evangeliumsverkündigung. Es herrscht ein verändertes Missionsverständnis. Der wachsende Einfluss von Emerging Church-Gedankengut ist nicht zu übersehen. Die Schlagworte heißen Gesellschaftstransformation und kultur- relevante Gemeinde für die Postmoderne. Es gibt Gemeindegründungs-Initiativen, die neue organische inkarnatorische Ansätze verwirklichen wollen. Sie wollen „missional“ und gesellschaftsrelevant sein. Aber dieser angebliche Missionsauftrag zur Bekehrung ganzer Völker durch Anpassung an die Kultur widerspricht den Aussagen der Apostellehre in den Briefen des Neuen Testaments.

Es hilft meines Erachtens nicht, Neues zu wagen, indem wir uns der Welt gleichstellen. Wir sollen und können diese Welt nicht heilen. Aber Gott kann und will den einzelnen Menschen heilen. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16). Der Lebensstil dieser Welt ist kein Maßstab für Christen. Die Existenz der Gemeinde Jesu in der Gegenwart ist menschlich nicht erklärbar. Gemeinde ist ein Wunder Gottes, ein Werk des Heiligen Geistes. Die Gemeinde Jesu wuchs nicht, weil sie sich der Welt angepasst hat. Die Gemeinde Jesu breitete sich nicht aus, weil sie die Kultur der Welt übernommen hat. Es gibt Situationen, in denen das Hören auf Gottes Wort wichtiger ist als alle gesellschaftliche Relevanz. Sind wir noch bereit dazu oder haben wir vor lauter Mitarbeit keine Zeit mehr, auf Gott zu hören? Dann versäumen wir das Wichtigste. Wir werden kraftlos, salzlos, lichtlos, leblos. Da hilft dann auch keine noch so gut gemeinte Betriebsamkeit. Wer aus eigener Kraft läuft, läuft sich tot.

Die heutigen Gemeinden wollen weltlich sein, um die Ungläubigen besser erreichen zu können. Alles dreht sich um den Menschen und seine Bedürfnisse statt um Gott und seine Ehre.

Man glaubt, um die Welt gewinnen zu können, müsse man sich ihr anpassen. Man glaubt, das Wort Gottes habe keine Kraft mehr, man müsse ihm zu Hilfe kommen und für mehr Anziehungskraft sorgen. Man meint, man müsse das Evangelium kulturell anpassen. Diese Anpassung ist eine große Gefahr. An die Stelle des Bewusstseins der Verlorenheit des Menschen rückt ein soziales Evangelium. Der Jesus, für den soziales Engagement wichtiger ist als die Frage nach Sünde und Vergebung ist ein anderer Christus. Ein an den Zeitgeist angepasstes Christentum bereitet dem Antichristus den Weg.

Unsere Zeit ist gekennzeichnet von einem Mitschwimmen vieler Christen mit der Welt. Die Bibel wird längst nicht mehr als Gottes verbindliches Wort an uns gehandelt, sondern durch Bibelkritik entwertet. Immer deutlicher kommt eine christuslose Kirche zum Vorschein. Die Kirche glaubt in der Sache einer vom Atheismus dominierten Naturwissenschaft mehr als dem Wort Gottes. Man redet noch vom Glauben, aber meint etwas anderes, als die Bibel darunter versteht. Man geht eine Koalition zwischen Christen und Atheisten ein, und versucht, das Reich Gottes auf die Erde zu holen und die Probleme der Welt zu lösen. Dabei lässt man außer Acht, dass das Fundament des theologischen Denkens in den ewig bleibenden Worten der Bibel fixiert ist und nicht in der Meinungsvielfalt irrender Theologen.

Von Kanzel und Pult kommt kaum noch klare Weisung aus Gottes Wort. Die Bibel wird dem verfinsterten Verstand unterworfen. Der Mensch setzt selber fest, was gut und böse ist. Bibelkritik tritt an die Stelle der Ehrfurcht vor Gottes Wort. Faule Kompromisse werden als Toleranz gelobt. Vermischung mit der Welt ist modern. In der Predigt wird einseitig die Liebe Gottes betont. Sein Zorn, seine Heiligkeit und sein Gericht werden unterschlagen. Missionsarbeit wird von humanitärem Denken aufgesogen. Niemand bestreitet, dass in der Dritten Welt Hilfe nötig ist. Wenn aber Mission zur christlichen Sozialarbeit oder zu reiner Entwicklungshilfe wird und die wichtigste Nachricht, die Botschaft von Jesus, dem Retter, verschwiegen wird, dann ist das Verrat am Evangelium. Gemeinschaftspflege und Evangelisation, Sammlung und Sendung sollten auch nach „Erfurt“ unsere Gemeinschaftsarbeit bestimmen.

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