5 Dinge, die Sie über das kontemplative Gebet wissen sollten (Georg Walter)

Nouwen

Henri Nouwen

5 Dinge, die Sie über das kontemplative Gebet wissen sollten

(Quelle: Georg Walter distomos.blogspot.de)

Es gibt eine Praktik, die in evangelikalen Kreisen immer weiter um sich greift. Man nennt es kontemplatives Gebet oder Gebet der Sammlung (Stillegebet). Jugend-Organisationen und Schulungsstätten werden besonders davon angezogen, was Auswirkungen auf die christliche Jugend im Land hat. Darüber hinaus entsteht ein Schneeballeffekt, indem das kontemplative Gebet von immer mehr evangelikalen Leitern akzeptiert und befürwortet wird, was oft nicht auf ihrer eigenen Erfahrung und Erkenntnis beruht, sondern vielmehr auf den Aussagen angesehener Leiter, die ihrerseits eventuell diese Sache auch nicht vollständig erforscht haben. Um das Wesen des kontemplativen Gebets wirklich verstehen zu können, denke ich, sollten Sie 5 Dinge wissen. Nach jedem Punkt habe ich einige Zitate aus verschiedenen Veröffentlichungen angeführt, um meine Aussage zu untermauern.

I. Eine eindeutige Verbindung zwischen New Age, östlichen Religionen, Okkultismus und kontemplativem Gebet

Erstens sehen New Age Anhänger, Okkultisten und Anhänger der östlichen Religionen das kontemplative Gebet als einen Teil ihrer eigenen Bewegung an. Die folgenden Zitate stammen alle aus Büchern und Zeitschriften des New Age, des östlichen Denkens und des Okkultismus:

„Diejenigen, die Transzendentale Meditation praktiziert haben, mögen erstaunt sein, wenn sie erfahren, dass das Christentum seine eigene altehrwürdige Form der Mantra Meditation hat. Die Technik, genannt Gebet der Sammlung, geht zurück auf die spirituellen Exerzitien der Wüstenväter, den englischen Klassiker The Cloud of the Unknown (Die Wolke des Nichtwissens) und dem bekannten Jesus-Gebet (Jesus Prayer).“1 – aus dem Buch As Above, So Below [Wie oben, so unten, eine New Age Abhandlung über Hermes Trismegistos hermetische Schriften]

„Das Vertrauen auf ein mantra-zentriertes Verfahren hat eine lange Vorgeschichte in den mystischen Grundprinzipien des Christentums.“2 – aus As Above, So Below

Ein Geist-Körper-Seele-Buch vom Omega Institute (= Schulung für ganzheitliche Therapien) mit dem Titel Contemplative Living (Kontemplatives Leben) pflichtet mehreren Autoren bei, über die wir uns hier gerade Gedanken machen: Pater Thomas Keating, Thomas Merton, Henri Nouwen, Juliana von Norwich, Johannes vom Kreuz und Teresa von Avila. Das Omega Institute ist das größte ganzheitliche (holistische) New Age Ausbildungszentrum in den USA.3

„Die Meditation von fortgeschrittenen Okkultisten ist identisch mit dem Gebet von fortgeschrittenen Mystikern: Es ist kein Zufall, dass beide Traditionen denselben Begriff für die höchsten Ebenen ihrer jeweiligen Handlungen verwenden – Kontemplation (Versenkung).“4 – aus dem Buch The Mission of Mysticism (Die Mission des Mystizismus)

„Kundalini ist seit langem in der taoistischen, hinduistischen und buddhistischen Spiritualität bekannt.“5 „Da diese Energie [Kundalini-Energie] heute auch in zahlreichen Personen wirkt, die sich dem kontemplativen Gebet hingeben, leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung der christlichen kontemplativen Tradition.“6 – Kundalini Energy and Christian Spirituality (Kundalini Energie und christliche Spiritualität)

II. Haupt-Vertreter des kontemplativen Gebets haben sich östlichen Religionen angenähert

Zweitens sind oder haben sich Hauptvertreter des kontemplativen Gebets östlichen Religionen zugewandt. Henri Nouwen und Thomas Merton, die von vielen für gottesfürchtige Christen gehalten werden, habe ihre Form des Christentums mit Zen, Buddhismus und Sufismus vermischt. In Henry Nouwens Buch Pray to Live7 beschreibt er Merton als jemanden, der stark durch hinduistische Mönche beeinflusst ist. Siehe auch die folgenden Zitate:

„[Thomas] Merton war viele Jahre vor seiner Asienreise mit dem Zen-Buddhismus, Sufismus, Taoismus und Vedanta in Berührung gekommen. Merton war in der Lage aufzuzeigen, wo die Weisheit von Ost und West sich berühren und zusammenfließen, jenseits aller Dogmatik, in den Tiefen des inneren Erlebens … Merton nahm die spirituellen Philosophien des Ostens an und integrierte diese Weisheit in [sein] eigenes Leben, indem er sie selbst praktizierte.“8 – aus der Zeitschrift Yoga Journal

„Der Autor weist eine erstaunliche Offenheit gegenüber den Gaben des Buddhismus, Hinduismus und der muslimischen Religion auf. Er entdeckt ihre große Weisheit für das spirituelle Leben des Christen und zögert nicht, jene Weisheit darzulegen.“9 – Henri Nouwen, im Vorwort eines Buches über Meditation.

„Dieser mystische Strom [kontemplatives Gebet] ist die Brücke des Westens zur fernöstlichen Spiritualität … Es ist kein Zufall, dass die lebhafteste Berührungslinie zwischen Christen und östlichen Religionen heute zwischen kontemplativen christlichen Mönchen und ihren östlichen Pendants verläuft. Einige Formen der östlichen Meditation wurden zwanglos in die Praktiken vieler christlicher Mönche eingefügt oder daran angepasst, zunehmend auch bei anderen Christen.“10 – Tilden Edwards, Gründer des Shalem Institute (Anm.: Das Shalem Institute fördert kontemplative Lebensweise und bietet Schulung hierzu an)

III. Methoden beim kontemplativen Gebet sind dieselben wie bei den östlichen Religionen

Gemäß dem Buch The New Age Movement and The Biblical Worldview (Die New Age Bewegung und die biblische Weltanschauung) finden sich Meditation, Chanting-Mantras, Körperübungen (Body Disciplines), geführte Phantasiereisen, religiöser Mystizismus, Selbstverwirklichung und Eins-sein/Erlösung (at-one-ment) in den Praktiken des New Age und der östlichen Religionen wieder [Anmerkung: atonement ist das englische Wort für Erlösung/Sühnung, das von Vertretern des New Age als Eins-sein, at-one-ment (one = eins), umgedeutet wird].11

„Die Technik, die [Herbert] Benson lehrt – Stille, entsprechende Körperhaltung und vor allem das Entleeren des Geistes durch das Wiederholen von Gebeten – sind mystische Praktiken in allen großen Weltreligionen gewesen. Und sie bilden die Basis, auf der die meisten spirituellen Leiter diejenigen führen, die näher zu Gott hin gelangen wollen.“12 – Newsweek

„Stille ist die Sprache, die Gott spricht … sagt Thomas Keating, der das ‘Gebet der Sammlung’ vor mehr als 31.000 Menschen in einem einzigen Jahr gelehrt hat. Keating behauptet, dass man beim Beten ‘heilige Worte’ wie Gott oder Jesus wiederholt.“13 – Newsweek

„Das zwanzigste Jahrhundert, das so viele Revolutionen gesehen hat, wird nun Zeuge, wie ein neuer Mystizismus innerhalb der Christenheit entsteht … da der neue Mystizismus viel von den großen Religionen Asiens gelernt hat. Er bekam den Einfluss von Yoga, Zen und dem Monastizismus Tibets zu spüren. Im Mystizismus wird auf die Haltung und die Atmung geachtet; man weiß um die Musik des Mantra und die Stille des Samadhi [Bewusstseinszustand der Versenkung, in welchem das Denken aufhört].“14 – The Mystical Way (Der mystische Weg)

„Was ich jetzt über Zen sage, trifft genauso auf den christlichen Mystizismus zu. Er führt auch hin zu einem veränderten Bewusstsein, wo alles eins ist in Gott.“15 – The Mystical Way

„Denke nicht über die Bedeutung des Wortes nach; das Denken und Nachdenken soll unterbleiben, wie alle Mystik-Schreiber unaufhörlich feststellen.“16 – Contemplation: A Christian Path (Kontemplation: ein christlicher Weg)

„Das Wiederholen [eines Wortes oder einer Wendung] kann in der Tat beruhigend und sehr befreiend sein, und uns helfen, wie Nouwen sagt, ‘unser überfülltes Inneres zu leeren und einen ruhigen Raum zu schaffen, wo wir mit Gott verweilen können,’“17 – Jan Johnson, aus ihrem unter Christen bekannten Buch When the Soul Listens

IV. Autoren in der Evangelikalen Welt haben das kontemplative Gebet übernommen

Einige sehr bekannte Autoren in der Evangelikalen Welt haben das kontemplative Gebet übernommen, als einen Weg, um tiefer mit Gott verbunden zu sein. Richard Foster und Brennan Manning haben unzählige Workshops abgehalten, in Kirchen und Seminaren gesprochen und Jugendliche überall im Land um sich geschart.

„Christen … haben zwei wesentliche Ausdrucksformen des immerwährenden Gebetes entwickelt. Die erste … wird gewöhnlich Atemgebet (breath prayer, respiratory prayer) genannt. Das bekannteste Atemgebet ist das Jesus-Gebet (Jesus Prayer). Du kannst auch dein eigenes Atemgebet erarbeiten … Beginne, dein Atemgebet so oft wie möglich zu beten.“18 – Richard Foster, in seinem Buch Prayer: Finding the Hearts true Home (amerikanische Ausgabe 1994, dt.: Gottes Herz steht allen offen)

In Richard Fosters Buch Celebration of Discipline (Ausgabe 1998, dt.: Nachfolge feiern) empfiehlt er mehrere Bücher, die „hilfreich“ seien. Ihm liegt dabei besonders Tilden Edwards Buch Spiritual Friend am Herzen. Hier sind einige Zitate aus Edwards Buch:

„Dieser mystische Strom [kontemplatives Gebet und andere klösterliche Traditionen] ist die westliche Brücke zu der fernöstlichen Spiritualität (und zu der der sufistischen Moslems … ); dieser Austausch hat, zusammen mit dem bekannteren Einfluss im Westen durch die transzendentale Meditation, Hatha Yoga, den Kampfsport und die zahlreichen zur Verfügung stehenden Kurse über östliche Religionen an den Universitäten, zu einer neuerlichen Wiederentdeckung christlich-apophatischer Traditionen der Mystik beigetragen [apophatisch: Gott als unbeschreibbares Wesen; die Sprache kann nur das von Gott sagen, was er nicht ist].“19

„Thomas Merton hat auf vielfache Weise dabei geholfen, den Weg für neuere ernste christliche Erforschung dieser möglichen östlichen Beiträge zu ebnen.“20

„Die neue Ökumene, die hier am Werke ist, findet nicht zwischen Christen und Christen statt, sondern zwischen Christen und der Anmut anderer intuitiv tief religiöser Traditionen.“21

„Eine einfache Methode des kontemplativen Gebets (oft zentrierendes Gebet oder Gebet der Sammlung genannt) besteht aus vier Schritten … wähle ein einzelnes heiliges Wort … wiederhole das heilige Wort innerlich, langsam, oft.“22 – Brennan Manning, The Signature of Jesus

Während einer Konferenz über kontemplatives Gebet wurde Thomas Merton die Frage gestellt: „’Wie können wir den Menschen (nicht unbedingt Christen) am besten helfen, um Verbindung mit Gott zu erlangen?’ Seine Antwort war sehr klar. ‘Wir müssen ihnen sagen, dass sie schon mit Gott verbunden sind. Kontemplatives Gebet ist nichts anderes als sich dessen bewusst zu werden, was schon da ist.‘“23 – Brennan Manning

In einem Interview empfiehlt Brennan Manning William O’Shannons Buch Silence on Fire und Thomas Keatings Buch über das zentrierende Gebet Open Mind, Open Heart. In Silence on Fire kritisiert O’Shannon den christlichen, biblischen Gott scharf:24

„Hier zeigt er eine typisch patriarchalische Vorstellung von Gott. Er ist der Gott Noahs, der die Menschen tief in der Sünde sieht, bereut, dass Er sie gemacht hat und sich entschließt, sie zu vernichten. Er ist der Gott in der Wüste, der Schlangen schickt, um Seine Menschen zu beißen, weil sie gegen Ihn murrten. Er ist der Gott Davids, der praktisch ein ganzes Volk hinrafft …. Er ist der Gott, der den letzten Tropfen Blut von Seinem Sohn fordert, damit Sein ureigener Zorn, der durch die Sünde entstand, besänftigt werden könnte. Es ist dieser Gott, dessen Stimmung zwischen Güte und heftigem Zorn hin und her pendelt. Dieser Gott existiert nicht.“25

V. „Gott“ im Innern finden KONTRA Was die Bibel über das Herz des Menschen sagt

Es ist wichtig, hier festzuhalten, dass das Ziel des kontemplativen Gebets darin besteht, in einen anderen Bewusstseinszustand zu gelangen, um das wahre eigene Ich zu finden, und dadurch Gott zu finden. Dieses wahre Selbst steht im Zusammenhang mit dem Glauben, dass der Mensch im Grunde gut ist. Christliche Befürworter des kontemplativen Gebets lehren, dass alle menschlichen Wesen ein heiliges Zentrum haben, und dass alle, nicht nur die wiedergeborenen Gläubigen, das kontemplative Gebet praktizieren sollten. Dahinter steht der Glaube, dass wir Gott im Herzen des Menschen finden können (d.h. dass wir Gott sind).

„Der Gott, der in unserem inneren Heiligtum wohnt, ist derselbe, der in dem inneren Heiligtum jedes Menschen wohnt.“26 Henri Nouwen in seinem Buch Here and Now (dt.: Was mir am Herzen liegt)

„Tief in uns allen gibt es ein erstaunliches inneres Heiligtum der Seele, einen sakralen Ort, ein heiliges Zentrum.“27 – Thomas Kelly, zitiert von Richard Foster in Streams of Living Water

[Selbst Menschen,] „die ihr Leben Jesus Christus übergeben haben – können und sollten sie praktizieren [spirituelle/kontemplative Praktiken].“28 – Richard Foster

„Wenn ich Christus finde, finde ich mein wahres Selbst, und wenn ich mein wahres Selbst finde, werde ich Christus finden.“29 – Brennan Manning in Abba’s Child

„Es ist ein wunderbares Schicksal, ein Mitglied der menschlichen Rasse zu sein … jetzt begreife ich, was wir alle sind … Wenn sie [die Menschen] nur alle sich selbst als das sehen könnten, was sie wirklich sind … Ich vermute, dass das große Problem wäre, dass wir alle niederfallen würden, um uns gegenseitig anzubeten … Im Zentrum unseres Seins ist ein Punkt des Nichts, der von Sünde und Sinnestäuschungen unberührt ist, ein Punkt der reinen Wahrheit … Dieser kleine Punkt … ist die reine Herrlichkeit Gottes in uns. Sie ist in jedem.“30 – Thomas Merton

„Okkultismus wird als Wissenschaft der mystischen Evolution definiert; es ist die Beschäftigung mit den verborgenen [d.h. okkulten] mystischen Fähigkeiten des Menschen, um die verborgene Realität der Natur zu erkennen, d.h. Gott als Alles in allem zu sehen.“31 – The Mission of Mysticism

Die Bibel offenbart, dass in dem Herzen der Menschen nicht „Gott“, sondern unser wahres Selbst ist, das sündhaft und boshaft ist:

Was aber aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen. (Mt 15,18-19)

Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen. (Mk 7,21-23, Hervorhebung durch den Autor)

Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? (Jeremia 17,9)

Die Bibel warnt uns deutlich vor sich wiederholenden Gebeten und sagt uns, dass wir Gott nicht ohne Mittler (d. h. ohne Christus) finden können.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. (Mt 6,7)

Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, (1Tim 2,5)

Im Folgenden finden Sie die Titel von mehreren bekannten Büchern und eine Liste von Personen, auf die die Autoren Bezug nehmen und die sie in jenen Büchern empfehlen:

Ragamuffin Gospel von Brennan Manning (dt.: Größer als dein Herz): Thomas Merton, Henri Nouwen, Teilhard de Chardin, Carl Jung, M. Basil Pennington, Anthony De Mello

Abba’s Child von Brennan Manning (dt.: Kind in seinen Armen. Gott als Vater erfahren): Richard Foster, Henri Nouwen, Thomas Merton, Carl Jung, Morton Kelsey, Rainer Maria Rilke, Blaise Pascall, Simon Tugwell, David Seamands, John Bradshaw, Meister Eckhart, Leo Tolstoi, Anthony De Mello, Scott Peck

Prayer: Finding the Hearts True Home von Richard Foster (dt.: Gottes Herz steht allen offen): Thomas Merton, Madam Guyon, Catherine de Haeck, Doherty (Christian Spirituality of the East for Western Man), Sue Monk Kidd

Celebration of Discipline (dt.: Nachfolge feiern) von Richard Foster: Thomas Merton, Carl Jung, Leo Tolstoi, Mystiker Richard Rolle, Thomas Kelly, Morton Kelsey, Evelyn Underhill, Meister Eckhart, Blaise Pascal, Lao-Tse aus China, Tilden Edwards

The Way of The Heart von Henri Nouwen (dt.: Feuer, das von innen brennt. Stille und Gebet): Thomas Merton, der taoistische Philosoph Chuang Tzu, Teilhard de Chardin, Willigis Jäger

SCHLUSSFOLGERUNG

Es ist eine Ironie, dass im letzten Jahrhundert in anderen Ländern mehr Christen um ihres Glaubens willen gestorben sind, als in den vergangenen Jahrhunderten zusammen. Viele dieser Christen verließen den Islam, Hinduismus oder Buddhismus, um dann ihren Henkern zu begegnen. Was würden diese Märtyrer des Glaubens zu uns sagen, wenn sie etwas zu unserer augenblicklichen Praxis der Vermischung von Christentum mit östlichen Religionen und dem Okkulten sagen könnten? Die Bibel warnt uns vor solcher Vermischung:

Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen! (1Kor 10,21-22)

Jesus lehrte seine Jünger niemals Techniken, um ein Einssein mit Gott zu erlangen, sondern sprach vielmehr davon, dass Er selbst der Weg ist. Tatsächlich wurde das gesamte Neue Testament geschrieben, um die Vorstellung, dass Menschen zu Gott durch religiöse Anstrengungen gelangen könnten, zu widerlegen und zu offenbaren, dass Jesus Christus die einzige Antwort ist. Letztlich gründet sich die kontemplative Bewegung auf die folgenden falschen Prämissen*:

Das Herz des Menschen ist im Grunde gut (und es hat ein heiliges Zentrum).
Kontra: Das Herz des Menschen ist boshaft – EINE VERLEUGNUNG DER SÜNDIGEN NATUR

Der Mensch kann durch seine eigenen Anstrengungen zu Gott gelangen, unabhängig davon welcher Religion er sich angeschlossen hat.
Kontra: Jesus spricht von sich selbst als dem Weg, der Wahrheit und dem Leben. – EINE VERLEUGNUNG DES ERLÖSUNGSWERKS

Gott erfreut sich am Chanting [melodisches Sprechen von Texten, auch als „Heilsingen“ bekannt] und anderen ähnlichen Methoden des meditativen Gebets.
Kontra: Jesus sagte, dass er sich nicht daran erfreut. – EINE VERLEUGNUNG DES WESENS GOTTES

Aus falschen Prämissen wie diesen können nur falsche Schlussfolgerungen gezogen werden. Die Bibel hingegen vermittelt die Wahrheit:

(1) der Mensch ist sündhaft,
(2) er braucht einen Erlöser,
(3) der ihm ein Leben in der Fülle ermöglicht.

Ray Yungen, 5 Things You Should Know About Contemplative Prayer.

Lighthouse Trails Newsletter, 29.Januar 2013.

Anmerkungen

*In der Philosophie muss jedes „Argument“ eine Prämisse und eine Schlussfolgerung haben, aber wenn die Prämisse falsch ist, wird sie zwangsläufig zur falschen Schlussfolgerung führen.

1. Ronald S. Miller, Herausgeber des New Age Journal, As Above So Below (Tarcher/Putmnam, 1992), S.52
2. ebenda
3. Joan Duncan Oliver, Contemplative Living (Dell, 2000)
4. Richard Kirby, The Mission of Mysticism (SPCK, 1979), S.7
5. Philip St. Romain, Kundulani Energy and Christian Sprituality: A Pathway to Growth and Healing (Crossroad, 1995) Dieses Zitat stammt aus dem Vorwort von Thomas Keating, S.7
6. ebenda
7. Henri Nouwen, Pray to Live (Fides publishers), S. 19-28
8. Michael Torris (Yoga Journal magazine, Januar/Februar, 1999)
9. Thomas Ryan, Disciplines for Christian Living (Paulist Press, 1993) Dieses Zitat stammt aus dem Vorwort von Henri Nouwen, S.2
10. Tilden Edwards, Spiritual Friend (Paulist Press, 1980) S.18-19
11. John Newport, The New Age Movement and the Biblical Worldview (Eerdman’s Publishing, 1998)
12. Kenneth L. Woodward, „Talking to God“ (Newsweek, 6.Januar 1992) S.44
13. ebenda
14. William Johnston, The Mystical Way: Silent Music and the Wounded Stag (HarperCollins, 1993) Vorwort
15. ebenda, S. 336
16. Willigis Jager, Contemplation: A Christian Path (Liguori, 1994) S.31
17. Jan Johnson, When The Soul Listens: Finding Rest and Direction in Contemplative Prayer (NavPress, 1999) S.93
18. Richard Foster, Prayer: Finding the Hearts True Home (HarperOne, 1992) S. 122. Auf den Seiten 156-159 bespricht Foster das kontemplative Gebet ausführlich.
19. Tilden Edwards, Spiritual Friend, wie oben (10), S. 18-19
20. ebenda, S.164
21. ebenda, S.72
22. Brennan Manning, The Signature of Jesus (Multnomah Books, 1994), S.218
23. ebenda, S.211
24. Discipleship Journal, Ausgabe 100, 1997, S.78
25. William Shannon, Silence Fire (Crossroad) S.109-110
26. Henri Nouwen, Here and Now (Crossroad, 1994) S. 22
27. Richard Foster, Streams of Living Water (HarperCollins, 1998) Anfang vom zweiten Kapitel – ein Zitat aus Thomas Kelly’s Buch A Testament of Devotion
28. Richard Foster, Celebration of Discipline (HarperCollins, 1988) S. 2
29. Brennan Manning, Abba’s Child (NavPress, 1994) S.125
30. Thomas Merton, Conjectures of a Guilty Bystander (Image Books, Ausgabe 1989) S. 157-158
31. Richard Kirby, The Mission of Mysticism, wie oben (4) S.6.

2 Kommentare

  1. Über das Gebet, das GOTT wohlgefällig ist, benötigen wir lediglich zwei Dinge:
    Wir sollen beten
    1 – im Geist GOTTes (Heiligen Geist)
    und
    2 – in der Wahrheit (mit reinem Herzen).
    So hat es uns CHRISTUS JESUS gelehrt.

    Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
    GOTT ist ein Geist
    und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. – Joh. 4;23

    Zur genaueren Erläuterung:

    Wenn du aber betest, so geh in den Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das verborgene sieht,, wird, dir’s vergelten.
    Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
    Darum sollt ihr nicht ihnen gleichen.
    Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr Ihn bittet. – Mt. 6;5-8

    Unser gnädiger GOTT schaut die Herzensgesinnung des Beters an.
    Weder an akrobatischen Verrenkungen, noch Atemtechniken noch anderem Firlefanz und Mumpitz hat unser Heiland Gefallen.
    Ist das nicht wunderbar?

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