Gott sei gepriesen, ich bin ENT-täuscht! (S.Schad)

Was zuerst wie ein Witz oder eine schräge These klingen mag ist für einen Christen jedoch zumeist ein Segen: Die ENT-Täuschung!

Die Enttäuschung kann bitter sein, sie kann uns zu Tränen treiben, die Enttäuschung kann unser Leben überschatten und dennoch benutzt GOTT gezielt die Enttäuschung um uns zu bewahren und zu stärken!

ENT-täuscht

Ein kluger Freund wies mich auf die Wortwurzel des Enttäuschtseins hin … ich war überrascht wieviel Weisheit in diesem kleinen Wort steckt: Wir werden beim Enttäuschtsein einer Täuschung entledigt. Die Täuschung wird von uns fort getan! Gepriesen sei der HERR für SEINE Güte und Weisheit, wenn eine Täuschung keinen Einfluss mehr auf unsere Beurteilung hat!

Wer kennt die Menschen nicht, die leichtgläubig Geld verleihen oder offenherzig Persönliches erzählen und anschliessend enttäuscht werden. Leicht geht jedoch bei diesen Schilderungen verloren, daß wir selbst es meistens sind, die sich bereitwillig einer Täuschung hingeben.

Welche Ursachen können mitwirken, daß man allzu leicht einer Täuschung anheim fällt?

1.) fehlende Weisheit und Kenntnis des Wortes Gottes ist eine Hauptursache bei Christen.

2.) mangelhafte Anwendung der (bereits vorhandenen) Erkenntnis über das Wort Gottes ist eine weitere Ursache, die sich als Leichtfertigkeit oder Unvorsicht äußert.

3.) seelische Wünsche regieren an Stelle des GEISTES GOTTES der die Leitung bzw. die HERRSCHAFT über die Person haben sollte.

4.) falsche, unrealistische, mitunter egoistische Motivationen die zu schweren Verblendungen führen können – nicht alleine nur bei den Weltmenschen!

Ich möchte eine weitere Behauptung aufstellen: Der HERR JESUS, so fern wir auch zu IHM gehören als SEINE Kinder, warnt uns bevor wir uns einer Täuschung hingeben – zuerst mit SEINER leisen Stimme … die uns eingibt, daß wir es lassen sollen. Dies ist noch der bestimmte Moment indem wir Ohren haben zu hören und der Täuschung noch entfliehen können. Ich spreche aus der  Erfahrung meines Ungehorsams, meines Versagens und eigenem schweren Scheitern, wenn ich die weiteren Folgen göttlichen Handelns an uns beschreibe: Der HERR wird uns als Kindern Gottes Menschen in den Weg stellen, die uns vor einer Täuschung bewahren möchten und ermahnen, wenn auch manchmal in menschlicher Fehlerhaftigkeit, jedoch immer so, daß wir es verstehen könnten. Sollten wir diese Ermahnung in den Wind schlagen, so kann es durchaus passieren, daß der HERR uns größere Hindernisse in den Weg stellt … z.B. den Verlust des Arbeitsplatzes, Widerstand aus der Familie, eine Bedrängnis in jedem Falle, die uns zum Einlenken und der Umkehr von einem eingeschlagenen Weg bewegen soll. Dies kann sogar so weit führen, daß wir heftigen Gegenwind von Seiten erfahren, die mit unseren Entscheidungen gar nichts zu tun haben. Dies ist das letzte Stadium göttlicher Warnung bevor wir in eine Falle tappen. Ich möchte jetzt nicht alle Einflüsterungen des Widersachers hier ausführen, der uns zeitgleich einreden möchte, daß dieser Widerstand, (je nach denominationeller Prägung der Person) etwas wäre was wir geistlich überwinden oder gar mit “geistlicher Kriegführung” bekämpfen müssten … Jesus spricht “halte inne und kehre um“, während der Widersacher dagegen hält und Dir einflüstert “gehe voran und kämpfe Dich durch” – mit der Folge, daß wir uns verwirrt fühlen können. Spätestens in diesem Stadium der Verwirrung sollten wir den HERRN aufrichtig und dringend suchen … andernfalls haben wir in der eigenen Verantwortung und mit allen Folgen die Täuschung gewählt.

Röm 5,20 Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überfließend geworden,

Und eben dies gilt auch sinngemäß für die (selbst gewählte) Täuschung … dort wo ein Kind Gottes sich (in eigener Verantwortung) täuschen ließ, dort ENTtäuscht die Gnade Gottes überfliessend zum Wohl des Sohnes oder der Tochter und deckt die Täuschung auf.

Hebr 12,6 Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er geißelt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.» Hebr 12,7 Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?

Die (demütige) Erduldung der Züchtigung ist ein Zeichen der Sohnschaft – während die Rebellion und Verbitterung unter der strafenden Hand Gottes ein Zeichen der Welt und des Unglaubens ist.

Sehr bemerkenswert ist was das WORT GOTTES zu Täuschungsversuchen in der Gemeinde Christi sagt:

Spr 26,26 Hüllt sich der Haß in Täuschung, so wird seine Bosheit doch offenbar in der Gemeinde.

Wenn der Haß, (das Gegenteil der Liebe) sich in einem falschen Kleid, eines heuchlerischen Christen verhüllt, so wird seine Bosheit (zuverlässig) aufgedeckt. Der Hebräerbrief versieht dies noch mit einer Warnung zur Achtsamkeit:

Hebr 12,15 Und sehet darauf, daß nicht jemand die Gnade Gottes versäume, daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Störungen verursache und viele dadurch befleckt werden,

Eine bittere Wurzel, so legt John MacArthur diesen Vers aus, ist ein Ungläubiger, ein toter Christ, der die Gnade Jesu nicht angenommen hat und in der Gemeinde bzw. im Leib Christi Störungen verursacht. Wir kennen sie, oder haben von ihnen gehört – sie sehen oft täuschend echt aus und tragen den Hader, die übele Nachrede, die Rebellion, ja sogar Haß gewissenlos in die Gemeinde Jesu. Sollte jedoch das Getäuschtsein zu einem Dauerzustand einer Person werden, so ist es das Gericht der Verblendung, das GOTT einem Menschen gesendet hat, der die Wahrheit nicht hören wollte.

Joh 12,40 «Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.»

Anm.: Ich selber gehe gerade durch eine Zeit schwerster Enttäuschung und erachte diese, bei allem Schmerz, als Gewinn – die Täuschung (die ich selbst gewählt habe) hat ein Ende, gepriesen sei der HERR JESUS.

P.S.: Ich möchte an dieser Stelle offenbaren, daß der Artikel Der Abfall – mit Herzblut geschrieben, den ich aus Gründen der Diskretion in der Rolle eines Beobachters schrieb, zu meinen ganz persönlichen ENTTäuschungen zählt – möge es Mancheinem, ich denke da besonders an die heiratswilligen Geschwister, zur Bewahrung und zum Segen dienen.

P.P.S.: Ich möchte sicherlich nicht jede Bagatelle, über die wir in unserem alltäglichen Sprachgebrauch sagen “ich bin enttäuscht”, aufwerten zu einem geschilderten Prozess wie oben, jedoch haben die meisten unserer Enttäuschungen schon zu tun mit einem, wenn auch geringen, Maß an falschen Erwartungen die wir sehr leicht hegen und pflegen und womöglich sogar für berechtigt halten.

(S.Schad www.der-ruf.info 29.11.2013)

 

 

 

4 Kommentare

  1. Hallo,

    ich wüsche Dir viel Kraft von oben auf diesem Weg. Ich darf seit einer Weile ebenfalls von einigen Täuschungen befreit werden. Es schmerzt sehr wenn man erkennt, dass man sich gerade in dem Menschen, den man doch zu kennen glaubte, getäuscht hat.

    Nimm es mir nicht übel, es ist jetzt scherzhaft gemeint, aber in einem Punkt möchte ich Dich auch gerne ent-täuschen:

    ‘Meistens’ / ‘zumeist’ / ‘meist’ schreibt sich mit ‘einfach-S’ 😉

    Alles Gute!
    Matthias

    1. Ganz herzlichen Dank!

      Ich lebe noch in der alten Rechtschreibung und glaube daß diese Schreibweise richtig ist … etwa nicht? Ich nehme es gewiß nicht übel und habe mit dem “s” und dem scharfen “ß” seit meiner Tätigkeit in der Schweiz meine Probleme … es gibt in der dortigen Rechtschreibung kein “ß” … ganz einfach! Allerdings muß ich nach einem kurzen Blick auf Google anerkennen: “Meistens” wird mit “s” geschrieben … man sehe es mir nach, es wird wieder passieren 😉

      Ja, so ist es, wie Du sagst “zu kennen geglaubt hatte” – eine Täuschung lag vor, denn dieser Mensch ist nicht so wie man ihn sah.

      Gottes Segen und herzliche Grüsse
      S. Schad

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