Wenn Pragmatismus Glauben zerstört – das Paradies-Projekt (S.Schad)

Vorweg: Dies ist eine persönliche Geschichte, eine Geschichte in der es Freude gab, gegenseitige Wertschätzung und Gutes, aber auch Leid und Kummer an deren Ende eine unabwendbare Trennung von einer Gemeinde stand die ich, als ich 1997 zum Glauben an den HERRN JESUS CHRISTUS kam, für 6,5 Jahre besucht hatte.

Die Rede ist von der Petrusgemeinde in Kelsterbach (Hessen), einer sogg. Modellgemeinde, die weit über ihre Grenzen für Aufsehen sorgte, die den Willow-Creek-Konzepten von Bill Hybels konsequent folgte. Ich will an dieser Stelle  nicht aufwärmen, was bereits geschrieben und gesagt wurde und verweise besonders auf 3 Publikationen hierzu: [3 Videos] Sport, Spiel, Spannung (Dr. Martin Erdmann), G. A. Pritchards hervorragendes Buch “Willow Creek” und Wilfried Plocks Buch “Gott ist nicht pragmatisch“, zu dem ein Freund und ich ein Interview geben durften.

Die Rede ist auch von dem langjährigen Pastor der Petrusgemeinde, Autor zweier Bücher und dem späteren Gründer des Paradies-Projektes, Klaus Schönberg und dem Gemeindegründer und Ältesten, Kristian Furch, einem  brillianten Kopf, einem Berater namhafter Politiker – beide hingegebene Christen, die alle Wertschätzung verdienen und dennoch dem Pragmatismus, der Kulturrelevanz und der Kontextualisierung des Evangeliums mehr und mehr verfielen. Ein Erosionsprozess (wie ich meine) an dessen Ende emergente Lehren der Gesellschaftstransformation stehen, mit den einschlägigen Verbindungen zum Marburger Bildungs- und Studienzentrum und dessen umtriebigen Hauptakteur Tobias Faix, sowie auch Prof. Dr. Johannes Reimer (siehe nachfolgender Artikel), der auch als ausgewiesener Berater im paradiesischen Team nicht fehlen darf.

OriginalDer gelöschte screenshot mit der Aussage von Klaus Schönberg: “Eine Gemeinde, die in Zukunft eine evangeliumsgemäße, gestaltende Rolle in unserer Gesellschaft spielen will, muss kulturrelevant sein, oder sie wird irrelevant werden“. ist hier nachzulesen:
http://paradies-projekt.de/

Die Entwicklung: Als ich 1997, gerade neu bekehrt, zu der Petrusgemeinde stieß, schien die Welt in Ordnung zu sein. Die ca. 40 Mitglieder die diese Gemeinde gegründet hatten und ausmachten, die ihre ersten Gottesdienste in einem ausgedienten Zirkuswagen veranstaltet hatten, waren mit unerhörtem finanziellen und zeitlichen Einsatz in ein Dachgeschoß ihres noch im Bau befindlichen Gemeindegebäudes provisorisch eingezogen. Waren die Gottesdienste bis dahin noch von einer familiären Atmosphäre geprägt, so änderte sich dies als man das Gemeindezentrum fertig gestellt hatte und in die größeren Räume eingezogen war.

Das Motto, daß man Gott mit Qualität ehren würde, wurde umgesetzt in dem man Stühle für die Gemeinde zu einem Stückpreis von 230,- € (!!!), eine moderne Lichtanlage, ein High-Tech-Mischpult und anderen Firlefanz auf gehobenem Niveau anschaffte. Die Anbetungsmusik, die zuvor noch Kammerton hatte, wurde nun mit krachenden E-Gitarren vorgetragen – die Besucherfreundlichkeit stand im Mittelpunkt und entsprechend der Lehre von Bill Hybels verflachte auch die Predigt zu 20-minütigen gefälligen Ansagen, nach dem Motto: Jesus liebt Dich – Punkt.

Massentaufen, die der Pastor zuvor ausrief (“das nächste mal taufen wir 10”), wurden mit mehr, weniger oder gar nicht Bekehrten durchgeführt – die Gemeinde wuchs auf 100, auf 200 und nahezu auf 300 Mitglieder und Besucher, als die Gemeindeleiter sich schon in der Nähe der 1000-Mitgliedergrenze wähnten und neue Gebäude planten. Die Folge war eine zunehmende Anonymisierung und Verweltlichung, immer ausgefallenere Ideen, wie man den Gottesdienst gestalten könnte und beispiellosen Einladungen z.B. eines katholischen Mystikers, der die Gemeindemitglieder im Gottesdienst (!!!) aufforderte Kühe, Esel und Schafe nachzuahmen und auf dem Boden zu krabbeln, dem die weit überwiegende Mehrheit der Anwesenden dann auch  mit Begeisterung folgte und muhend und mähend, gackernd und mit “IAIA” unter Gebrüll und Gelächter auf dem Boden des Gemeindezentrums krabbelte … ich war entsetzt und verließ die Veranstaltung und kurz darauf die Gemeinde.

Ich hatte zuvor dem Pastor und auch Gemeindeältesten in den Ohren gelegen, die Taufpraxis angesprochen, ihnen das Buch von G. A. Pritchard geschenkt und das Gespräch über fragwürdige Veranstaltungen und Predigten gesucht … aber letztlich erfolglos, der Kurs wurde gehalten. Am Rande, nach meinem Austritt bekam ich noch die Anschaffung des Buches von Rick Warren “Leben mit einer Vision” für die gesamte Gemeinde mit und füge hinzu: Spätestens heute sollten wir wissen wer Rick Warren ist (siehe hierzu Betrogen mit Vision – Warren Smith + Artikel auf www.dominionismus.info ).

Es schmerzt mich, daß Männer, die beste Absichten hatten, herzliche Liebe für Sünder und deren Errettung, Gemeindebau und große Visionen, am vorläufigen Abschnitt ihres Wirkens sich als Berater, Mentoren und Kulturarchitekten, ganz im Sinne eines gefährlichen Irrlehrers wie Erwin MacManus sehen. Es jammert mich, daß das Wort Gottes so irrelevant geworden ist, daß diese Herren dieser Tage zu der Auffassung gekommen sind daß eine Umwandlung (Transformation) der Gesellschaft und nicht mehr das evangelistische Handeln eines Christen, das Reich Gottes ausreichend repräsentieren kann.

Ich bete, daß die von  mir sehr geschätzten Herren und Brüder, Klaus Schönberg und Kristian Furch diese emergenten Irrlehren verlassen mögen und sich zum gesunden Evangelium Jesu Christ wieder hinwenden – und: Das unparadiesische Projekt wieder sausen lassen.

[Anm.: Der folgende Artikel von der Seite www.narjesus.de steht im Kontext zu dem von mir geschriebenen Artikel  Die doppelte Transformationslüge oder die neue “christliche” Subversion, der ebenfalls den Nachweis einer Verschleierungsstrategie Prof. Dr. Johannes Reimers im Bezug auf seine emergenten Verbindungen thematisiert und auch das Paradies-Projekt erwähnt. Ich teile nicht alle Auffassungen des Autors Torsten Narjes, die dieser auf seinem Internetauftritt äußert, empfehle jedoch gleichzeitig sehr alle Artikel zum Thema Emerging Church zu lesen.]

(S.Schad www.dominionismus.info  31.12.2013)

Bitte weiterlesen: Emergente Nebelkerzentaktik um Johannes Reimer narjesus

Ein Kommentar

  1. Allein, das, wofür Prof. Dr. Johannes REIMER steht, sagt mir viel über den denkbaren ‘Charakter’ dieses Projektes.
    Zum ersten Mal fiel mir dieser Mann auf durch seine vierbändige Autoiographie, wobei er über seinen Entwicklungsgang von seiner Jugend als ‘Deutschrusse’im einem Internierungsdorf Sibirens über seine Verweigerung in der Roten Armee – über seine religiöse Entwicklung, die zunehmend suspekte Tendenzen aufzeigte, sein Studium an unterschiedlichen Bibelschulen auch in Deutschland, seine Karriere in der liberal-theologischen Kirche, bis hin zu der Darlegung seiner Vorstellungen von ‘zeitgemäßer’ Kirchen und Gemeindearbeit.
    Zum zweite Mal als ich über Dr.Lothar GASSMANN eine Broschüre aus einer von ihm herausgegebenen Aufklärungs-Reihe zu Thema ISLAM bestellte, über deren Inhalt ich außerordentlich enttäuscht war, was ich auch bei einer telefonischen Rückmeldung bei Dr. GASSSMANN bekundete. Etwas später erfuhr ich über die Distanzierung GASSMANNs von REIMER, wozu ich ihm von Herzen beipflichte.
    REIMER hat sich bereits zur Gemüge selbst demaskiert, indem er sich einige unbiblische Freveleien erlaubte – z.B. indem er offen zugab, daß er auch schon zu Allah gebetet und es ihm nicht geschadet habe.
    REIMER behauptet allen Ernstes, daß wir Christen und die Muslime ein und denselben Gott anbeten.
    Das reicht M. E. hin und zurück!!!
    Man kann sehr genau nachvollziehen, welcher Un-Geist das ‘pragmatische’ Wirken diese Projektes antreibt:

    Es handelt sich um jenen Geist Verführung, der ein anderes, falsches Evangelium – s. Gal. 1;8-9 – unter die Leute bringen will:
    der emergent-missionalen Bewegung,
    der Königreiches Gottes hier und jetzt,
    des Sozial(istisch)en Evangeliums usw.
    Es soll im wahrsten Sinne dews Wortes auf ‘Teufel komm heraus’ transformiert werden,
    bis von dem reinen Evangelium CHRISTI nichts mehr vorhanden ist und sich die Ohrenbläser in den Gehörgängen einer irregeleiteten, biblisch ungebildeten, verstockten Schein-Christenheit eingenistet haben – wie es Paulus bereits in göttlicher Vorausschau warnend an seinen Schüler Timoteus schrieb:

    Denn es wird eine Zeit kommen,
    da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden;
    sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen,
    nach denen ihnen die Ohren jucken,
    und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden
    und sich den Fabeln zukehren. – 2. Tim. 4;3-4

    Sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie.
    Solche Menschen meide!

    Möge der Heilige Geist GOTTes noch möglichst viele Menschen alarmieren, diesen Rat so rasch als möglich zu befolgen, auf daß sie gerettet werden können.

    Für das kommende Jahr 2014, das uns wieder Schritt für Schritt der Wiederkunft unseres HERRN CHRISTUS JESUS zur Entrückung Seiner Gemeinde näher bringt, wünsche ich allen Glaubensgeschwistern die Kraft, den Segen und die Weisheit, die wir nur von GOTT empfangen können – jeder an seinem kleinen Ort für die Arbeit an dem Weinberge des HERRn.

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