Was ist Dominionismus? (S.Schad)

Was sagt Wikipedia über den Dominionismus? Wikipedia sagt: “Als Dominionisten wird in der Presse ein Teil der Anhängerschaft des Christlichen Fundamentalismus in den USA bezeichnet” siehe weitere Ausführungen hier

Diese erste Aussage ist schon in mehrfacher Weise irreführend:

  1. Wird der Dominionismus auf eine Erfindung der Presse, oder gar eine Presse-Hysterie gedeutet. Dabei wird unterschlagen daß zahlreiche christliche Apologeten, Konferenzen (s. Strange Fire von John MacArthur), weltliche und christliche Internetseiten und Watch-Groups, Pastoren und gläubige Laien, sowie mehrere Bücher sich mit dieser Verdrehung des Christentums befassen.
  2. Wird die Anhängerschaft fälschlicherweise auf Teile des Christlichen Fundamentalismus beschränkt obwohl alle ökumenisch ausgerichteten Kirchen, also die römisch-katholische Kirche, die protestantischen Kirchen und fast alle evangelikalen Denominationen der diesseitigen Reich-Gottes-Lehre, dem Dominionismus anhängen.
  3. Das Phänomen wird wahrheitswidrig geographisch auf die USA reduziert. Dabei handeln die Protagonisten global und haben ihren Einfluß schon seit Jahrzehnten weltumspannend geltend gemacht.

Dr. Martin Erdmann, Theologe, Publizist und Leiter des Verax-Institutes, sagt daß der Dominionismus der evangelikale Weg zu globalem Einfluß wäre – siehe sein Buch “Der Griff zur Macht”. Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher, Vorsitzender der theologischen Kommission in der WEA (Weltweiten Evangelischen Allianz) und Förderer der UNO-“Micha-Initiative” weiß von nichts und verweist Martin Erdmann´s Buch und jahrelangen Forschungen und Recherchen in den Bereich der Dichtung bzw. Verschwörungstheorie (siehe hier). Prof. Dr. Peter Beyerhaus, Theologe und Missionswissenschaftler sieht akute Gefahr für das Evangelium heraufziehen und stellt mit vielen andere namhaften Unterzeichnern im Tübinger Aufruf die Frage nach der Weltevangelisierung oder Weltveränderung? Der gleichen Frage, nach den missiologischen Irrlehren mit ihren verheerenden Auswirkungen auf Gemeinde und Mission und der unbiblischen Reich-Gottes-Irrlehre, dem Dominionismus, geht der Publizist Rudolf Ebertshäuser in seinem Buch “Zerstörerisches Wachstum” akribisch nach und kommt ebenfalls zu erschreckenden Schlüssen.

Sind wir jetzt viel schlauer geworden?

Zuerst einmal nicht, so denke ich und lasse einfach einmal dieses Bild sprechen.

Die Perversion einer unbiblischen, mit der Welt kooperierenden und zuweilen militanten Kirche drückt sich hier in einer gewissen Vollendung aus. Man beachte, daß diese spätromanische Kirche montiert auf Panzerketten schon ein höheres Alter aufweist. So verhält es sich auch mit dem Dominionismus, der einer uralten Idee einer sakralen Gesellschaft, einer Theokratie entspringt und sich nicht nur alleine im römischen Katholizismus und dessen Herrschaftsanspruch blutig entfaltet hatte. Nicht von ungefähr kommt dieser historische Entwurf auf modernem Kriegsgerät daher und scheint noch eine weitere Kirche im Schlepptau zu haben. Wenn wir dieses Bild jetzt auf die aktuellen Realitäten übertragen, so möchte ich es wie folgt interpretieren: ÖRK, WEA (Weltweite Evangelische Allianz) und Protagonisten der verschiedensten Denominationen zielen auf die Verbindung mit weltlichen Regierungen und NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) und Erfüllung der UNO-Agenda zur Bildung einer Weltregierung in der die weltweiten Kirchen eine sozial tragende Rolle zugewiesen bekommen.

Hervorragend dokumentiert ist diese Rollenzuweisung der Kirche im sogg. “Dreibeinigen Stuhlmodell” Peter Drucker´s, der Management-Koryphäe und dem Mentor des “Pastors von Amerika”, Rick Warren, in dem Buch von Dr. Martin Erdmann “Der Griff zur Macht”. Das militante Wesen der sehr offensiv agierenden Dominionisten w.z.B. dem einflußreichen Prof. Dr. C. Peter Wagner, den Ausbrüchen gegen die sogg. Endzeit-Christen von dem emergenten Sprecher Brain McLaren, sowie die diktatorischen Gelüste eines Rick Joyner und martialische Auftritte mit NS-Vergleichen von Rick Warren können Sie auf www.dominionismus.info nachlesen.

Die Gesellschaftstransformation ist in aller Munde, zumindestens in den theologisch akademischen Kreisen der Kirchen. Was bedeutet diese Transformation, die Umwandlung einer Gesellschaft, dieses Königreichs-hier-und-heute? Abgesehen von der Tatsache, daß sich Systemveränderungen in der Geschichte fast nie unblutig vollzogen haben, da sie stets einher gehen mit Interessenskonflikten die in Gesellschaften fraglos existieren, muß die Frage beantwortet sein, an welcher Stelle Jesus Christus uns aufgetragen haben sollte die Welt zu verändern? Daß auch hier die Kirche einem falschen Ziel folgt und Erfüllungsgehilfe des höchsten Ziels der New-Age-Bewegung sein möchte, indem sie Hand in Hand die Transformation aller Gesellschaften weltweit zum Welteinheitsstaat unterstützt, wird erst im Studium einschlägiger Literatur deutlich und von den Befürwortern u.a. wie Prof Dr. Johannes Reimer und Tobias Faix absichtsvoll verschleiert.

Leider ist das Material z.B. der verheerenden Einflußnahme namhafter Dominionisten, w. z.B . Pat Robertson, auf afrikanische Regierungen (w.z.B. Charles Taylor in Liberia), oder die Machenschaften und Verstrickungen des koreanischen Mega-Church-Pastors David Yonggi Cho im Bezug auf lateinamerikanische Mörderregime (w.z.B. Rios Montt in Guatemala), zwar ausreichend belegt jedoch sehr aufwändig zu sichten, zu evaluieren und in einen erklärbaren Kontext zu setzen … eine Herkulesaufgabe, angesichts der Hyperaktivitäten dieser heterogenen dominionistischen Bewegungen.

Angesichts der Entwicklungen der Kirchen in den letzten Jahrzehnten, im besonderen des Evangelikalismus, ist es geradezu lächerlich, die aufkommende bzw. bereits z.T. formierte Welteinheitskirche mit ihrem Herrschaftsanspruch, so wie sie die Bibel als Hure Babylon beschreibt, zu leugnen. Im besonderen gibt die amerikanische Presse Aufschluß darüber, wie sehr das Ansehen der Kirchen durch die zuvor beschriebenen Aktivitäten gelitten hat und wie tief korrumpiert die Institution und das System Kirche bereits ist.

Offb 17,3 Und er brachte mich im Geist in eine Wüste. Und ich sah ein Weib auf einem scharlachroten Tiere sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.

(S.Schad www.dominionismus.info 02.02.2014)

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