Abraham Kuyper: Ein Vordenker des Dominionismus (ootb) / Buchrezension: Abraham Kuyper – moderner Calvinist, christlicher Demokrat (NIMM UND LIES)

Abraham Kuyper: Ein Vordenker des Dominionismus (ootb)

Dort wo Theologie auf Gesellschaftstransformation trifft, dort wo Christen Politik betreiben, wird es sehr bedenklich. Dr. Martin Erdmann, Autor des Buches “Der Griff zur Macht” fragt in seinem Artikel “Die Neo-Kuyperianischen Sphären”:

[Zitat]

War es reiner Zufall, dass Loren Cunningham und Bill Bright fast identische geistliche Visionen hatten, in denen Gott ihnen neue Wege aufschloss, um alle Nationen unter die Herrschaft Gottes zu bringen? Teilte Gott ihnen wirklich „gesellschaftliche Kategorien“ mit, die den „sieben Sphären des kirchlichen Einflusses“ entsprechen würden? Oder könnte man vielleicht vermuten, dass sich beide die wesentlichen Eckpunkte der Lehren Abraham Kuypers zu eigen gemacht haben? Die letzte Möglichkeit mag das wahrscheinlichere Szenario sein, denn Kuyper ist für die Propagierung des modernen Konzepts der „Sphären-Souveränität“ bekannt geworden.

[Zitat Ende]

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Abraham Kuyper 1837 -1920

In aller Regel habe ich an den Buchrezensionen geschrieben von Hanniel Strebel und publiziert von NIMM UND LIES nichts auszusetzen und empfehle diesen Blog von Eduard  Klassen und Alexander Rempel auch ausdrücklich. Hier erscheint mir jedoch bei der Biografie Abraham Kuyper´s ein wesentlicher Aspekt seines großen Einflusses auf spätere Generationen unkommentiert.

Dr. Martin Erdmann schreibt:

[Zitate]

Die Kooperation der Gläubigen mit Ungläubigem im Errichten einer guten Kultur kraft allgemeiner Gnade würde in der ‚Christianisierung’ der Nationen, wenn nicht der ganzen Welt enden. Die Aufgabe der Kirche als Organismus dürfe nicht weniger als die Transformation menschlicher Gesellschaft sein, indem sie in Einklang gebracht wird mit den Prinzipien des christlichen Glaubens. … Kuyper zielt darauf ab, … die ‚Christiani-sierung’ der Gesellschaft zu fördern … die `Christianisierung’ der Gesellschaft würde beinhalten, dass alle Aspekte des menschlichen Lebens in Konformität mit christlichen Prinzipien gebracht werden müssen.’

… Der Kuyperianismus hat ein breites Spektrum des Christentums für sich vereinnahmt. Es ist dabei nicht nötig, dass er sich direkt mit dem Neocalvinismus verbindet, um wie Sauerteig zu wirken. Es ist bezeichnend für die allgemeine Tendenz dieser Bewegung, dass sie mühelos auf das Anliegen der Emergent Church einer kulturellen Transformation eingeht. …

Wenn nun C. Peter Wagner öffentlich mit seinem Dominionismus in den Vordergrund tritt und gewisse Gefolgsmänner in seinem „apostolischen Weltreich“ diesen „Sphären“ zuordnet, wird es Zeit, dass man davon Kenntnis nimmt und versucht zu begreifen, was sich hinter all diesem Bemühen verbirgt. Die Konsequenz aus der Anwendung der Lehren Kuypers kann nichts weniger als ein umfassender Despotismus im Namen Christi sein.”

[Zitate Ende]

Bitte lesen Sie her den ganzen Aufsatz von Dr. Martin Erdmann:

Die Neo-Kuyperianischen Sphären (Dr. Martin Erdmann)

Download (Erdmann.pdf, PDF)


(Quelle: ootb www.out-of-the-blue.world)


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Buchrezension: Abraham Kuyper – moderner Calvinist, christlicher Demokrat

ekby Eduard Klassen

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Um wen geht es in dieser Biografie? Bratt beschäftigt sich mit der schillernden Gründergestalt des niederländischen Neo-Calvinismus, Abraham Kuyper (1837-1920). Es ist wahrlich nicht einfach, ein Portrait dieses vielschichtigen Lebens nachzuzeichnen. Der Theologie, Journalist und Politiker hat nicht nur die erste politische Partei der Niederlande gegründet. Ebenso hat er eine Abspaltung von der niederländischen reformierten Kirche (Hervormde Kerk) angeführt sowie die Vereinigung mit einem abgespaltenen Teil mit vorangetrieben. Er gründete die Freie Universität Amsterdam und war dort lange Zeit Professor für Systematische Theologie. Als ständiges Sprachrohr dienten die Zeitungen, für die er unaufhörlich Beiträge produzierte. Kuyper stammt aus dem Haus eines Theologen und studierte selbst als „Provinzler“ an der renommierten Universität Leiden Theologie.

Seine Promotion schrieb er über die Ekklesiologie des polnischen Reformators Johannes à Lasco. Es handelte sich um die Erweiterung eines Manuskripts, für das er bereits früher einen Preis gewonnen hatte. Voraussetzung für dieses Studium waren seine ausgezeichneten Kenntnisse der klassischen Sprachen, die ihn in die Lage versetzten ein Manuskript in Latein zu verfassen. Wichtig zu erwähnen ist sein Bekehrungserlebnis während seines ersten Pastorats im ländlichen Beesd. Dass Kuyper zum orthodoxen Calvinismus gefunden hat und dort zur Ruhe gekommen ist, stellte den letzten Schritt einer religiösen Odyssee in seiner Jugend dar.

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2 Kommentare

  1. Kurze Anmerkung: Die Rezension habe nicht ich geschrieben, sondern Hanniel Strebel. Deine Kritik kann ich nachvollziehen, auch wenn ich mich in diesem Bereich nicht auskenne. Ob die Biografie auf diese Punkte eingeht, ist mir nicht bekannt.

    1. Herzlichen Dank für den Nachtrag, ich werde das einfügen – Gottes Segen Euch, bei NIMM UND LIES, Ihr macht eine sehr wertvolle Arbeit.
      S.Schad

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