Kreiszieher: “Spirituelle Riten sind für Heiden, nicht für Christen” (Georg Walter)

(Quelle: Georg Walter distomos.blogspot.de)

Mark Battersons Buch The Circle Maker wurde vom SCM Brockhaus Verlag ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel Kreiszieher: Kühn beten – und Wunder erleben herausgegeben. Christine Pack schrieb über Battersons Buch: „Ich hatte keinen Anlass gesehen, das problematische Buch The Circle Maker zu besprechen, weil die ganze Vorstellung des ‚Kreiseziehens‘ einfach so offenkundig heidnisch und lächerlich ist, dass ich davon ausging, dass jeder Christ erkennen würde, wie unbiblisch dieses Buch ist.“ Pack erhielt jedoch so viele Zuschriften und Emails besorgter Christen, die berichteten, dass eine zunehmende Zahl von Pastoren dieses Buch empfiehlt, dass sie einen kritischen Artikel hierzu verfasste und betonte: „Spirituelle Riten sind für Heiden, nicht für Christen!“

CMMB

Der Blogger Tim Challies schreibt über Mark Batterson, Pastor der National Community Church in Washington, dass dieser einer der „innovativsten und einflussreichsten Pastoren“ in den USA ist. Das Buch Kreiszieher geht auf die Legende von geht auf Honi Ha-Ma’agel, einem jüdischen Gelehrten des 1. Jahrhunderts vor Christi, zurück. Als der Regen ausblieb, soll Honi Ha-Ma’agel einen Kreis in den Sand gezogen und sich dort hineingestellt haben. Honi Ha-Ma’agel informierte Gott, dass er den Kreis nicht eher verlassen werde, bis dass es regnen würde. Als Nieselregen fiel, sagte Honi Ha-Ma’agel Gott, dass er nicht zufrieden sei und mehr Regen erwartete. Gott sandte starken Regen. Aber dies war für den jüdischen Gelehrten zu viel des Guten, woraufhin er von Gott normalen Regen forderte, und es kam so.

Batterson hat von Honi Ha-Ma’agel gelernt, wie man „betet“. Der Beter soll große und kühne Gebete formulieren. Ferner kann der Beter in seiner Vorstellung oder tatsächlich in Wirklichkeit Kreise ziehen, um Gottes Verheißungen zu erlangen, Gottes Träume zu verfolgen oder göttliche Gelegenheiten zu ergreifen. Christen sollten laut Batterson Gebetskreise um ihre Familien, ihre Arbeit, ihre Probleme, ihre Ziele Kreise ziehen. Challies schreibt über Battersons Buch: „Das Buch hat viel Zustimmung erfahren und Hunderte von positiven Buchbesprechungen nach sich gezogen, aber die Leute haben mit Sicherheit nicht verstanden, dass Batterson schlimmen Irrtümern erlegen ist. Er beginnt mit Honi, einer Person, die in Büchern genannt wird, die nicht als von Gott inspiriert gelten. Er betrachtet Honi als authentische Person, der ein authentisches, von Gott verordnetes Wunder vollbrachte … Statt dass er Honi durch die Brille der Schrift interpretiert, interpretiert er die Schrift durch Honi …“

Es ist Challies zuzustimmen, dass Batterson die “name it, claim it”-Theologie (“sprich es aus, besitze es”-Theologie) der Wort-des-Glaubens-Bewegung vertritt, obgleich er dies vehement bestreitet. “Ich kenne deine finanzielle Situation nicht, aber ich weiß dies. Wenn du über dein Vermögen hinaus gibst, wird Gott dich über dein Vermögen segnen. Gott will dich dreißig-, sechzig-, hundertfach segnen”, so Batterson. Dies sind die typischen Sätze, die von den Verkündigern des Wohlstandsevangeliums so oft zu hören sind.

Laut Challies spricht Batterson von Dingen, die die Bibel einfach nicht sagt, und dies erlaubt es ihm, über die Bibel hinauszugehen. Zum Beispiel schreibt Batterson: “Manchmal schafft ein physischer Kontakt eine spirituelle Verbindung. Nähe schafft Intimität. Nähe proklamiert Autorität. Einen Kreis zu ziehen ist ein Weg, um Territorium abzustecken – Gottes Territorium.” Batterson empfiehlt Visualisierung: “Wenn du träumst, entsteht in deinem Denken ein mentales Bild, das zu einem Bild und einer Landkarte deiner Bestimmung wird. Dieses Bild der Zukunft ist eine Dimension des Glaubens, und die Art und Weise, wie du es einrahmst, besteht darin, einen Gebetskreis darum zu ziehen.” Visualisationsmethoden sind der Bibel indessen fremd, so Challies.

Challies kommt zu dem Schluss: “Das Buch Kreiszieher ist ein Chaos. Ich bewundere Battersons Wunsch, kühn zu beten; ich schätze seinen Aufruf, mehr zu beten, besser zu beten, kühner zu beten. Doch vieles von dem, was er lehrt, ist außerbiblisch oder schlichtweg unbiblisch. Da es Hunderte von guten Büchern über das Gebet gibt, besteht überhaupt kein Anlass, nur eine Minute oder einen Cent für ein solches Buch zu investieren.”

Tim Challies, The Circle Maker.

Christine Pack, Nancy Leigh DeMoss Endorsing Chalk Circles?

(Eingestellt von S.Schad www.der-ruf.info 21.03.2014)

3 Kommentare

  1. Wie wir gelernt haben, ist Theologie die große Kunst “Haare qulifiziert zu spalten”. Man muss aber nicht studiert haben, um sich auf diesem Gebiet zu betätigen. Die Feststellung, dass ein Hase kein Wiederkäuer ist, ist ebenfalls unbiblisch. Es wird deutlich, dass mit dem Begriff “unbiblisch” keine qualitative Aussage gemacht wird. Vielmehr ist zu vermuten, dass die Leute, die meinen Mark Batterson so abwerten zu wollen, einen recht gesetzlichen Hintergrund haben. Der mag zwar biblisch sein, aber bitte, nur wenn man sich auf das Alte Testament beruft und das Neue Testament glaubt ignorieren zu müssen. Soll es ja auch geben. Aber, biblische Texte zu interpretieren heißt eben auch biblische Texte neu zu verstehen. Martin Luther hat ja auch nichts anderes gemacht. Er war darum als unkirchlich verschrien. Es wird uns aber nichts anderes übrig bleiben als von Zeit zurzeit biblische Texte im Kontext von Gottes Wort neu zu versehen. Es war ja Goethe, der gesagt hat, dass “ausgetretene Pfade für weggetretene Menschen sind”. Unwahr sind darum seine Wort nicht. Die Stärke von Mark Battesons Arbeit besteht darin, Gott als ein Gegenüber zu verstehen, der fundamentales Interesse daran hat, dass es uns als Menschen gut geht. Gott läuft uns nach, um uns Gutes zu tun. Er bleibt aber darin der Herr, dass er bestimmt, was für uns gut ist. Klar, eine strenge Auslegung des Gsetzes ist etwas, was uns auf jeden Fall nicht gut tut. Wahrscheinlich ist es gerade ein solche Interpretation, die es verdient zu Recht als unbliblisch angesehen zu werden. Das Gesetz hat einfach den Sinn, uns einen Raum auszuweisen, in dem wir gut leben können. Unsere Aufgabe wird es sein in dem Rahmen, den das Gesetz absteckt, zu leben. Unsere Aufgabe ist es nicht, Gesetze zu beachten. Die Probe darauf: in Christus wird das Gesetz nicht überwunden, sondern erfüllt. Christus weist uns also an, im Gesetz zu leben. Mark Batteson arbeitet in seinem Buch “Kreiszieher” daran, dass wir unser überkommenes Gottesbild ablegen. Mir hat die Lektüre dieses Buches sehr gut getan. Ich kann es nur empfehlen. Wir können darin lernen, dass Gott nur so groß für uns ist, wie wir Gott Größe zutrauen. Entsprechend müssen wir lernen, Gott allerest groß zu denken. Gott vor Augen zu haben, ist auch nicht unbiblisch. Es geht darum zu lernen, von Gott ganz und gar abhängig zu werden. Es ist daher hilfreich, an Gott zu denken. Paulus schreibt übrigens an die Galater: ich habe euch Jesus vor Augen gemalt – als Gekreuzigten. Gott vor Augen zu haben ist einfach nur rechtgläubig und durch Paulus belegt. Die Kritk von Herrn Schad und anderen läuft ins Leere. Da kann man nur sagen: Schade!

    1. Sehr geehrter Herr Henche, offensichtlich können Sie nicht unterschieden zwischen Gesetz und bibeltreuer Exegese, somit läuft Ihr Kommentar ins Leere … ins NICHTS des beliebigen Mißbrauchs von GOTTES WORT.

  2. Mit dem Samenkorn oder Jeremias Verlag wäre das nicht passiert.

    Leider prüfen viele sogenannte “christliche” Verlage heutzutage nicht mehr, was sie für einen Schund an Literatur anbieten. Sogar das gotteslästerliche Teufelswerk, die sogenannte “Volxbibel” oder die “Bibel in gerechter Sprache” wird da angeboten.

    Das ist bei den zuerst genannten Verlagen bisher nicht der Fall.

    Bei mir landen seit dem alles ungesehen im Papiermüll, wo etwas nicht bibeltreues angeboten wird

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