Noah, der Kinofilm – wie unbiblisch ist er? (Hans-Werner Deppe)

(Quelle: Auszug newsletter – Hans-Werner Deppe www.betanien.de)

NO-film

Noah, der Kinofilm – wie unbiblisch ist er? Derzeit läuft im Kino der Film „Noah“, eine Adaption der biblischen Sintflutgeschichte. Wie viel davon ist biblisch und wie viel nicht – und wie problematisch ist das? Hier einige zusammengefasste Infos, die ich verschiedenen Rezensionen entnommen habe:

  1. Verantwortlich für Drehbuch, Regie und Produktion ist Darren Aronofsky, der bisher durch so gottlose Filme wie Black Swan bekannt wurde. Aronofsky, ein „jüdisch-konservativer Atheist“ erhebt jedoch den Anspruch, sein Film stelle den Sintflutbericht biblisch richtig dar – abgesehen von etwas künstlerischer Ausgestaltung – „getreu dem Wesen, den Werten und der Integrität dieser Geschichte, die ein Eckstein des Glaubens für Millionen Menschen weltweit ist“ (so die offizielle Erklärung zum Film).
  2. Doch neben vielen zweitrangigen Abweichungen vom biblischen Bericht (z.B. das Lamech in Film bereits in Noahs Kindheit stirbt, Japhet statt Ham der jüngste Sohn Noahs ist etc.) ist das Hauptproblem aus christlicher Sicht, dass der Film ein völlig falsches Verständnis sowohl von Gott als auch von der Sünde bzw. dem Bösen vermittelt.
  3. Gott wird völlig verzerrt dargestellt; er offenbart sich Noah nicht verständlich, sondern in Rätseln (im Gegensatz zur klaren Bauanleitung der Arche in der Bibel), er ist grausam, so dass er von Noah verlangt, seine Enkel als Babys brutal zu ermorden (was „Noah“ nicht übers Herz bringt) u.v.m.
  4. Er wird zwar Schöpfer genannt, hat aber durch Evolution, d.h. durch den Tod der schlechter Entwickelten, geschaffen und nicht durch sein machtvolles Wort
  5. Methusalah, Noahs Großvater, wird wie ein spiritistischer Druide oder Hexer dargestellt, der „Noah“ mittels einer Art Zaubertrank zu seinen „göttlichen Offenbarungen“ verhilft. Auch darüber hinaus ist der Film aufgeladen mit Mystik und Magie.
  6. Die Hauptbotschaft des Films ist die „Sünde“ des Menschen – aber nicht die Sünde gegen Gott, sondern gegen die Natur und die Tiere. Es geht also um Naturvergötterung und zum Götzendienst verklärten Naturschutz (ganz entsprechend Römer 1,23). Z.B. gilt das Leben eines Tieres mehr als das Leben von Menschen; „Noah“ will drei Menschen umbringen, um ein Tier zu schützen. Die schlimmste Sünde im Film ist, Fleisch von Tieren zu essen.
  7. Die tatsächliche Sünde – Gewalt gegeneinander und Rebellion gegen Gott – wird in dem Film völlig heruntergespielt.
  8. Die Menschen sind zwar die „Schuldigen“, die zum Sterben verurteilt sind, aber die Unschuldigen, die allein weiterleben sollen, sind die Tiere. Die Arche ist nur zur Rettung der Tiere da, Noahs Familie soll anschließend auch aussterben.
  9. Der Bibel zufolge war Noah ein Gerechter und ein gottesfürchtiges Vorbild wie Hiob und Daniel (Hes 14,14.20) und ein „Prediger der Gerechtigkeit“ (2Petr 2,5); im Film wird er als psychopathischer Exzentriker dargestellt.
  10. Gottes Auftrag an den Menschen, sich die Erde untertan zu machen und über die Natur und Tiere in Verwalterschaft zu herrschen, wird im Film als „Sakrileg an der Natur“ dargestellt. Die Schöpfungsordnung wird auf den Kopf gestellt.
  11. Dass der Mensch diesen Auftrag hat und nach dem Bild Gottes als dessen Repräsentant auf Erden erschaffen wurde, auf diese wichtige theologische Tatsache macht im Film nur der „Bösewicht“ Tubal-Kain aufmerksam; biblische Lehre wird also als etwas dargestellt, was von bösen Leuten als Argument vorgebracht wird.
  12. Als gute Helfer Noahs hingegen werden im Film die gefallenen Engel (die Nephilim, die rätselhaften Riesen aus 1. Mose 6,3) dargestellt – wieder wird die Bibel völlig auf den Kopf gestellt! Also Noah zu seinem Widersacher Tubal-Kain sagt: „Ich bin nicht allein“, ist es nicht Gott, auf dessen Beistand Noah setzt, sondern diese „Riesen“ verteidigen ihn. Zu Beginn der Flut sterben die gefallenen Engel in einem Akt der Selbstaufopferung und werden – völlig entgegen der Bibel – in den Himmel erlöst.
  13. Und noch ein Hammer: Ähnlich wie in der Bibel wird die „Haut“ eines Tieres als nützlich und segensreich dargestellt: Dabei handelt es sich im Film jedoch nicht um das Fell jenes Tieres, aus dem Gott (in Vorschattung des Opfers Christi) Kleider machte, um Adam und Evas Schuld zu bedecken, sondern um die Haut der Schlange, die sich gehäutet hatte und deren Haut den Menschen forthin als Talisman dient!

Können wir den Film evangelistisch nutzen? Der Film an sich vermittelt wohl kaum eine biblische Botschaft, und ein Christ sollte ihn weder selber ansehen (und dadurch unterstützen) noch ihn anderen empfehlen. Leute, die ihn gesehen haben, können wir jedoch darauf ansprechen und ins Gespräch kommen, z.B. einfach Fragen über den Film stellen (Wozu ist der Mensch geschaffen? Warum kam die Sintflut?, Warum sollte Noah überleben?, usw.) und dann die falschen Darstellungen des Films mit der (möglichst aufgeschlagenen) Bibel korrigieren. Personen wie Noah und seine Söhne, Lamech, Methusalah, Tubal-Kain usw. gab es tatsächlich, aber was sagt die Bibel über sie? Zuschauer des Films haben wahrscheinlich ein Grundinteresse an biblisch-historischen Themen, woran man dann mit der wahren biblischen Botschaft anknüpfen kann. Allerdings muss man diese Zuschauer zunächst aus der emotional-wahnhaften Aufladung, die sich nach solchen Kinofilmen einstellt, erstmal herunterkommen und nüchtern werden lassen. Man kann sie einladen, sich zum ausführlichen Gespräch oder Diskussion zusammenzusetzen. Dabei können wir ihnen das Evangelium erklären: die Verdorbenheit des Menschen, die sich damals wie heute vor allem darin zeigt, dass die Welt „erfüllt ist von Gewaltat“ (1Mo 6,11), und dass Gott damals wie heute einen Rettungsplan hat. In seiner Liebe zur Welt hat er Noah bewahrt, um die Menschheit zu bewahren und durch seine Nachkommenschaft schließlich den verheißenen Retter in die Welt zu bringen. Geborgen unter dem Holz des Kreuzes können wir vor dem Gericht Gottes verschont werden, weil Gottes Zorn bereits am Kreuz unseren Stellvertreter traf. Gleichzeitig kann es ein gutes Zeugnis sein, wenn wir als Christen entschlossen sind, diesen Film nicht anzuschauen, weil er Gottes Wort völlig verzerrt und dadurch Gott selbst entehrt, woran wir nicht teilhaben sollten. In manchen islamischen Ländern darf der Film nicht gezeigt werden, weil Noah im Islam als Prophet gilt und Propheten nicht bildlich dargestellt werden dürfen. Wir haben zwar kein solches Verbot, aber als Christen sollten wir eine noch höhere Hochachtung und Ehrfurcht vor dem heiligen und allein wahren Wort Gottes haben.

Hans-Werner Deppe

(Weiterverbreitung ist ungefragt genehmigt, aber bitte nur mit Quellenhinweis auf diesen Artikel auf unserer Webseite:
http://www.betanien.de/verlag/material/material.php?id=158 – danke)

(Eingestellt von S.Schad www.der-ruf.info 08.04.2014)

9 Kommentare

  1. Ich habe den Film “Noah” (2014) in einem Kino in Nordthailand gesehen. Als bibelgläubiger und “belesener” Christ war ich einerseits von den Special effects begeistert, aber im Gegenzug von der Handlung echt schockiert. Noah begegnet dem Zuschauer als eine Mischung von Macho, liebendem Vater und Terminator. Die Arche wird von mehrarmigen Steinmonstern gebaut, die als “die Bewahrer” des Schöpfers fungieren – das grenzt schon fast an Blasphemie. Als die Flut einsetzt, ertrinkt Noah beinahe; das Tor zur Arche öffnet und schliesst er oftmals nach Belieben. Ein blinder
    Passagier kann sich auch noch einschleichen. Am Schluss der Tragödie will er auch noch zwei Mädchen töten, um die Vermehrung der Menschen auf der vom “Schöpfer” heimgesuchten Erde zu verhindern. Gott wird nie namentlich erwähnt und mindestens drei Mal wird das Zitat “und am Anfang war nichts” zitiert. Wenn das nicht verkleideter und subtilster Satanismus ist, dann weiss ich auch nichts mehr.
    Ich habe mir dann die zahlreichen Thais vorgestellt, wie sie sich die “Christen” nach diesem Massackerfilm vorstellen müssen. Wer einen Ungläubigen, vielleicht echt Suchenden zu diesem Film ins Kino einlädt, tut sich und Gott einen Bärendienst! Ich habe das Kino total aufgewühlt verlassen, weniger wegen der Brutalität, sondern eher wegen der Verpfuschung der biblischen Tatsachen. Dass dieser Film auf “christlichen” Internetseiten von Pastoren noch empfohlen wird, bleibt mir echt ein Rätsel! “Blinde führen bekanntlich Blinde…”.
    Gott segne Euch. John Newton, Chiang Mai

    1. Lieber Bruder John,
      ganz vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Bericht dieses “Horror”-Filmes. Ja, diese Verdrehung der Bibel ist unerträglich, das kann ich gut nachvollziehen, ohne den Film gesehen zu haben. Auch das Zeugnis dieses Films vor Ungläubigen muß verheerend sein. Womöglich wird das den einen oder anderen gesunden Christen aus einer solchen Gemeinde herausführen, wenn ein Pastor diesen Spott auch noch empfiehlt.
      Gottes Segen Dir und noch einmal herzlichen Dank!
      S.Schad

  2. Wen wundert es?
    Wir Christen kennen doch die Macht Satans über diese Welt.
    Und die Wehen der Endzeit sind auch schon klar und deutlich zu erkennen.
    Die Wahrheit und das Gute werden in Unwahrheit und Böses verkehrt.
    Das wird nicht nur anhand dieses Films, sondern auch in vielen anderen Bereichen deutlich.
    Das Wort Gottes zu diffamieren, ist für Satan natürlich das effektivste Mittel, Menschen von Gott zu trennen.
    Wir Christen müssen nicht tatenlos zusehen.
    Es ist sogar sehr wichtig, dass wir als Kämpfer Gottes diesen Film boykottieren.
    Z. B., indem wir uns diesen Dreck gar nicht erst anschauen.
    Denn es ist reine Zeitverschwendung.
    Wir sollten viel mehr die Nähe zu Gott suchen, indem wir z.B. Sein Wort lesen, aus dem wir wahre Kraft und Trost schöpfen können.
    Ich bin sehr dankbar für den Aufruf in dieser Website und möchte alle Gläubigen ermutigen, dass wir das nicht einfach so hinnehmen.
    Liebe Geschwister im Herrn, denkt dabei bitte an die Offenbarung 3,14 – Sendschreiben an die Gemeinde von Laodizea!
    Shalom

  3. Warum sollte man auf diesen Film überhaupt verweisen? Sollen Christen sich ihre Verkündigung von der Welt her aufdrücken lassen? Von Jonathan Gray gibt es eine ältere Dokumentation über den tatsächlichen Fund der Arche Noah:http://www.youtube.com/watch?v=dxMPPJXkUjI.

    Da wird die Bibel auf einmal lebendig und dann muss man nicht noch gleichzeitig die ganzen antichristlichen Hollywood-Lügen wegdiskutieren und rechtfertigen! Das Video ist zwar auf Englisch, aber was gibt es Eindrücklicheres als diese Bestätigung, dass es die Arche und damit die Sinflut gab – und somit auch die Sündenproblematik und Gottes Ratschluss, mit Noah einen Neuanfang zu machen.

    Ich persönlich halte nichts davon, mit von der Welt vorgegebenem Material zu evangelisieren. Ich bin nicht von dieser Welt, darum kümmert mich auch deren Kram nicht. Ich halte mich an Gottes Wort, das ist die einzig verlässliche Quelle. Glauben sie das nicht, glauben sie auch alles andere nicht (Lk 16,31).

    1. Das überaus hohe Interesse an dem Artikel zeigt an: Es gibt doch recht viele (unreife?) Christen, die offensichtlich mit dem Gedanken spielten NOAH “made in Hollywood” im Kino zu sehen. Ich bin sehr dankbar für die kritische Auseinandersetzung von Hans-Werner Deppe, dem Betanien-Verleger, mit diesem Film. Was ich bisher als positives feed-back werte ist, daß nach diesem Artikel einige Gläubige gesagt haben: “Nein danke, das wollen wir nicht sehen.”

  4. danke für die informationen,hatte schon überlegt ,ihn mir anzuschauen,aber hatte doch schon innerliche bedenken,ob das alles so biblisch und wahr ist,und nicht nur technisch und magisch aufbereitet ist…hollywood lässt grüßen!lg

  5. Kinofilm über Noah ?
    Meine Gedanken dazu:
    Ich besitze kein Fernsehen und ich gehe nicht ins Kino. Filmemacher verdienen Millionen, wenn nicht Milliarden an ihren Filmen. Jetzt, da ihnen scheinbar der Stoff für ihre Filme ausgegangen ist, die Geldgier aber geblieben ist, so greifen sie zurück auf ihre inzwischen verstaubte Bibel aus dem Bücherregal und versuchen aus Gottes heiligem Wort ein Drehbuch für ihre Geldgier zu bekommen, damit sie nicht nur den Menschen
    das Geld aus der Tasche ziehen können, sondern auch noch die gutgläubigen Christen abzocken können, weil die ja meinen, durch den Schrott, den sie im Film darstellen, könnten irgendwelche Nichtchristen zu Jesus finden.

    Irgend wo in ihrer verstaubten Bibel wird auch noch die Stelle stehen: Du sollst dir kein Bildnis machen……..2. Mose, 20 Vers 4. Doch die finden sie nicht, oder blättern schnell weiter, weil es ihnen peinlich ist……

    Hauptsache die Kohle stimmt und es gucken sich genug diesen Schrott an.

    Ich jedenfalls habe Besseres zu tun.

  6. ich stelle mir ein Traktat zum Film vor, vielleicht könnte HW.Deppe den schreiben ? Alles was zuerst im Kino läuft,
    wird irgendwann als normaler Fernsehfilm gesendet. Wir
    sollten die Auseinandersetzung mit dem Film öffentlich führen,
    zum einen um die Verfälschung des Wortes Gottes zu dokumentieren, aber auch, um diese historische Geschichte zu
    nutzen für die Verkündigung der Frohen Botschaft. #JR

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