Nutella, Gesellschaftstransformation und Gaga (S.Schad)

Nachdem ich kürzlich (etwas widerwillig) zur Verbreitung der Botschaften dieses und meiner anderen Blogs einen Twitter-account eröffnete, kam gleich die Frage auf, wer in meiner persönlichen “Hall of Fame” (engl::Ruhmeshalle) den Vorzug erhält, daß ich seine Tweets (Kurzbotschaften) abonniere. Diesen (zweifelhaften) Vorzug erteilte ich Rick Warren, um bei seinen Hyperaktivitäten stets auf dem Laufenden zu sein, und nicht etwa zu verpassen, wenn neben Chrislam auch ggf. cHrINDU “aus der Taufe gehoben wird” und neben anderen schillernden “Theologen” auch dem deutschen “Transformator” in Sachen fair trade, Gesellschaftsveränderung und Reich-Gottes hier und jetzt (sofort) rastlosen und omnipräsenten, Tobias Faix, Dozent für Praktische Theologie und Missionswissenschaft am Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mehr auf Wikipedia – siehe hier).

Tobias Faix, ohne Hoffnung?

Nach einem Tweet von Faix vom 05. April, der auf den Artikel „Mit Nutella die Welt verändern? oder Mit der Kirche für mehr Gerechtigkeit.“ seines Blogs toby-faix. blogspot.de verweist, frage ich mich: Ist Tobias Faix ohne Hoffnung, auf den Erlöser Jesus Christus, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, so daß er selber (Faix) in Gottes Auftrag fair trade mit Ferrero, zur Verbesserung unseres gesellschaftlichen Miteinan-ders und fairer Kakao-Preise aushandeln muß? Ist dies der Auftrag eines Christen? Verzeiht, aber ich nenne das Gaga!

Faix schreibt in seinem Blog:

[Zitat]

1. Kirche ist für die Menschen da: Und versucht die Kluft zwischen Glaubenstheorie und Glaubenspraxis sowie Diakonie und Mission zu überwinden. Denn im anbrechenden Reich Gottes zeigt sich dieses vor allem mit den Armen, Benachteiligten und Ausgestoßenen. Die Sprache des Evangeliums ist dabei klar, die Gesunden brauchen keinen Arzt und das eine verlorene Schaf wird gesucht. In Jesus bricht das verheißene (Jes 35, 61) an und wird unter uns sichtbar (Lk 4).

[Zitat Ende]

Kirche ist für die Menschen da, schreibt Faix … Kirche ist für die Heiligen da und die Braut Jesu, die den Auftrag haben verlorenen Sündern das Evangelium zu bringen, über faire Kakao-Priese, oder Verbesserung des Gesellschaftssystems lese ich in der Bibel nichts. Ferner schreibt Faix, daß Kirche versuchen würde die Kluft zwischen Glaubenstheorie und Glaubenspraxis sowie Diakonie und Mission zu überwinden … wo ist die Kluft so groß, daß dieser Versuch nicht zuerst durch eine fundamentale Rück-besinnung auf das was die Bibel tatsächlich sagt, gelten sollte? Das Reich Gottes im Diesseits darf bei dieser Argumentation bei Faix auch nicht fehlen und er schreibt: “Denn im anbrechenden Reich Gottes zeigt sich dieses vor allem mit den Armen, Benachteiligten und Ausgestoßenen”. Eschatologisch überspringt Tobas Faix, die Endzeit in der wir uns mit allen ihren Zeichen befinden und sieht bereits ein anbrechen-des Reich Gottes und seinen Auftrag das Betriebssystem für die Wiederkunft Christi zu straten, oder wie? Mit ein paar aus dem Kontext gerrissenen Versen schließt Faix und suggeriert, daß die Sprache der Bibel in ihrem Klartext seiner Argumentation Folge leistet und eine Gesellschaftsreparatursystem gutheißt.

Hat sich der MESSIAS und HERR JESUS etwa gegen die gängige Sklavenarbeit gewandt, den Römern ihren Imperialismus vorgehalten, den Zöllnern ihre korrupten Geschäfte vermiest und den Händlern die Gewichte überprüft? Ist der Apostel Paulus etwa losgezogen und hat in Athen zuerste einmal die Ungerechtigkeit angeprangert bevor er auf dem Aeropag über den unbekannten Gott lehrte? Woher leitet Faix einen solchen Auftrag zu einer Gesellschaftsverbesserung ab? Nicht aus dem Wort Gottes!

Unter Punkt 2. lesen wir in Faix` Artikel dann über die Kirche, ihre DNA und den kirchenhistorischen Auftrag … als ob die Kirche in ihrer Geschichte irrtumslos gemacht hätte, was ihr Auftrag gewesen wäre und daraus leitet er dann schließlich den Auftrag zu einer Transformation der Gesellschaft ab und rühmt 60 Projekte (mit Haribo und Procter & Gamble, etwa?) die zwischen Kirche und Gesellschaft entstanden wären.

Im Punkt 3. Wertschätzung und Empowerment, fährt Faix dann im Soziologen-Deutsch fort und schlägt jedem Evangelisten ins Gesicht, der den Menschen ihre Sündigkeit und Erlösungsbedürftigkeit vorhält anstatt ihnen Instrumente zur Befähigung ihrer Lebens-gestaltung an die Hand zu geben.

Ich überspringe Punkt 4. und 5. und gehe zu

[Zitat]

6. Kritischer Konsum: Fair-Trade ist eine christliche Errungenschaft und wurde im Jahr 1946 von mennonitischen Christen (Church of the Brethren) gegründet. Zwar setzt sich die Kirche schon seit über 30 Jahren für den fairen Handel ein und das Thema schafft es langsam an die Öffentlichkeit, dort ist der Konsum immer noch verschwindend gering, selbst bei Schokolade liegt der Anteil des Fairen Handels bei 0,2%! In anderen Branchen noch geringer.

[Zitat Ende]

Gewiß haben Christen dort, wo sie eine gesellschaftliche Relevanz hatten, auch wohltätig gewirkt, sie gründeten Schulen, Waisenhäuser, von ihnen wurden auch Projekte angestoßen wie Fair Trade, zur Linderung der Armut Ausgebeuteter, jedoch nicht zum Ziel einer globalen gesellschaftspolitischen Transformation in ein Reich diesseits, sondern sie wirkten dort in ihrem Umfeld mildtätig und barmherzig, wo sie standen.

Fazit: Es muß ein sehr schwacher Gott sein, an den Herr Faix glaubt. Daß dieser Gott der Bibel, das Leid und die Ungerechtigkeit dieser Welt benutzt, in diesem unparadiesi- schen Zustand, dem Menschen seine Hoffnungslosigkeit ohne Erlösung durch das ver-gossene Blut von Golgatha vor Augen zu führen, paßt nicht in das post-moderne Kon-zept der Veränderer dieser Welt zum Guten – die Bibel, das Wort Gottes, wird zur Pro-jektionsfläche für (verkappte oder echte) Soziologen und Politologen und schließlich am Ende dieser Argumentationskette zu einem Menschenwort über irdische Gerechtigkeit.

facebook AntiDominionist google-plus AntiDominionist S. Schad www.dominionismus.info

twitter AntiDominionist youtube AntiDominionist 19.04.2014

Kommentar verfassen