Kommentar (S.Schad) / Wird jetzt die Endphase der Neuordnung des Nahen Ostens eingeläutet? (TOPIC)

Kommentar (S.Schad)

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Das christliche Magazin TOPIC ist für mich nicht nur zu einer wich- tigen, ich möchte sogar sagen, zu einer unerläßlichen Informations- quelle geworden. Seit über 30 Jahren bereits klärt die TOPIC-Redak- tion auf und scheut nicht politische Analysen vorzunehmen, die wir Christen stets in einen biblisch-endzeitlichen Kontext, ohne Hysterie in aller Vorsicht und Nüchternheit, setzen sollten.

Mein großes Lob an die TOPIC-Redaktion für die August-Ausgabe!

Ex-US-Aussenministerin Condoleeza Rice

Dirk Noll und ich haben mit diversen Beiträgen mit dem Fokus auf Israel (auf www.der-ruf.info) den Versuch unternommen, etwas Licht in die Hintergründe der Kriege im Nahen Osten zu bringen und die geistlichen Wurzeln des Zionismus aufzuzeigen. Unsere Ab- sicht war dabei, Christen vor einem unkritischen Blick und einer falschen Euphorie über das Handeln des säkularen Staates Israel zu warnen. Mit dem nachfolgenden Artikel verbinde ich die kleine Hoffnung, daß vielen Christen deutlich wird, daß es keinerlei Anlaß gibt Israel und seine Konflikte verengt zu sehen, sondern daß die Geo-Strategen einer Neuen Weltordnung sowohl in Washington, als auch in Tel Aviv zu Gange sind.

siehe auch:

Freimaurer sollen UNO–Politik steuern (TOPIC)

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twitter AntiDominionist youtube AntiDominionist 21.08.2014

Wird jetzt die Endphase der Neuordnung des Nahen Ostens eingeläutet?

(Quelle: TOPIC)

Droht der Nahe Osten zu explodieren? Für den bekannten Journalisten Peter Scholl-Latour „ist der Nahe Osten längst explodiert!“ Scholl-Latour in einem Interview mit der Bild-Zeitung: „Es brennt an allen Ecken und Enden, das kann zu einem Brandherd werden. Diese radikalen Islamisten der ISIS reißen Grenzen ein; Syrien und der Irak sind fast aufgelöst. Die ISIS [jetzt nur noch „IS“ für „Islamischer Staat“, die Red.] hat ein Kalifat ausgerufen, will auch Jordanien, Palästina und Israel von der Landkarte tilgen. Ägypten ist instabil … und die USA haben als Ordnungsmacht versagt.“ Doch ist das tatsächlich so, dass die USA im Nahen Osten als Ordnungsmacht ohne jegliche Bedeutung sind?

Im Juli 2006 ließ die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice auf einer Konferenz in Rom verlautbaren, die USA wollten den gesamten Mittleren Osten neu ordnen (s. TOPIC 8/2006). Es wurde eine Karte veröffentlicht, nach der der Irak in drei Gebiete aufgeteilt werden soll: in einen sunnitischen, einen schiitischen und einen kurdischen Staat.

Dass hinter den Kulissen mehr läuft, als die Öffentlichkeit mitbekommt, zeigte vor Kurzem eine Rede, die Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Institut für nationale Sicherheit der Universität von Tel Aviv hielt. Dort sagte er: „Israel begrüßt die Schaffung eines unabhängigen kurdischen Staates im Nordirak.“ Netanjahu konnte die Aussage deshalb treffen, weil nach Gesprächen zwischen dem israelischen Präsidenten Shimon Peres und dem US-Präsidenten Barack Hussein Obama und zwischen US-Außenminister Kerry und seinem israelischen Amtskollegen Lieberman die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan abgesprochen gewesen sein soll. Doch wer steuert die restliche Aufteilung des Irak in einen sunnitischen und einen schiitischen Teil?
Die IS-Kämpfer erhielten mächtig Auftrieb, weil sie bei ihren Rebellen-Aktionen zum versuchten Sturz von Syriens Machthaber Assad vom Westen – insbesondere von Frankreich und den USA – auf mancherlei Weise militärisch unterstützt wurden. Während die USA die IS-Milizen mittlerweile als „terroristische Organisation“ einstuften, sagte der französische Außenminister, dass sie in Syrien „eine gute Arbeit vor Ort tun“. Von Syrien kommend, fielen die IS-Kämpfer dann in den Nordirak ein und riefen nach brutalen Eroberungskämpfen ihr sunnitisches Kalifat aus. Somit wären die Pläne der USA, den Irak aufzuteilen, in etwa umgesetzt. Doch was wird aus Israel und den Palästinensern?

In einem Interview mit der katholischen Zeitung Die Tagespost (5.5.2014) berichtete der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, interessante Einzelheiten in Bezug auf diesen Konflikt. Obama habe sich fest vorgenommen, den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu lösen. Er habe nach den Kongresswahlen in den USA im Herbst 2014 „freie Hand“, dieses Projekt umzusetzen. Primor: „Ob er dann Druck ausüben wird, um uns zu einem Vertrag zu zwingen, das ist natürlich Spekulation. Möglich wäre es.“

Derzeit steht es zwischen den politisch Mächtigen der USA und Israels nicht zum Besten. Als Netanjahu im März 2014 nach Washington kam, machte Obama dem israelischen Premier ziemlich frostig klar, dass Amerika bald der Geduldsfaden reiße, wenn Israel den Frieden mit den Palästinensern nicht hinbekomme. Dieser Geduldsfaden könnte auch bald Bundeskanzlerin Angela Merkel reißen. Laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel sind derzeit die deutsch-israelischen Beziehungen wegen der Palästinenser-Frage auf einem Tiefpunkt. Laut Spiegel hätten sich Netanjahu und Merkel deswegen auch schon am Telefon angeschrien.

Sollte Obama und somit die USA tatsächlich Palästinenser und Israelis zu einem Friedens-Abkommen zwingen, dann funktioniere das nur, so Primor im Interview der Tagespost, wenn die „internationale Gemeinschaft“ – also Friedenssoldaten – dieses garantiere. Primor weiter: „Die amerikanische Regierung hat detaillierte Pläne dafür ausgearbeitet.“ Dass der Nahe Osten vor gewaltigen Umwälzungen steht, ist jetzt schon abzusehen. In welches Endresultat diese einmünden werden, wird zum Ende des Jahres wohl deutlicher werden.

TOPIC Nr. 08/2014

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