Ich war dabei (S.Schad) / Geistliche Kriegsführung (Wolfgang Bühne)

Ich war dabei (S.Schad)

Ich war dabei, mitten im charismatischen Chaos, wie es Dr. John MacArthur nennt und ich bezeuge: es ist ein Chaos!

Vorweg: Es ist nicht meine Absicht Geschwister zu  beleidigen, oder gar über sie herzuziehen, jedoch sehe ich mich in der Pflicht um der Wahrheit Jesu Christi Willen, der mich in seiner Gnade am Schopf gepackt und aus diesen schweren Irrtümern herausgezogen hatte, das Beste, nach den Gaben die ER mir gegeben hat, zu tun und unermüdlich vor Verblendungen zu warnen. Die Verführung ist facettenreich und kommt zudem stets auf leisen Sohlen daher, verbrämt mit einem mehr oder weniger großen Anteil an biblischer Wahrheit. Es ist zuweilen sehr schwer aus dem Gemisch aus Wahrheit und Irrlehre, den unsauberen Anteil herauszufiltern. Mein Barmen und mein Flehen ist, daß Kinder Gottes die Unwahrheit aus ihrer Theologie mit der Hilfe des Heiligen Geistes und im Gebet extrahieren können und diese entfernen. Ich kann ein Lied davon singen, wie hartnäckig sich falsche Belehrung im Kopf festsetzen kann und wie ein kleiner Diabolos-Zensor jede Bibellese im Sinne einer vorgefassten Meinung subjektiviert, verzerrt und die Wahrheit Christi verschleiert.

Dies kann im übrigen auch sehr bibeltreuen Geschwistern widerfahren, die an einmal vorgefassten Auffassungen, mit Rücksicht auf die Lehren ihrer  Denomination, oder auch aus purer Sturheit, stets festhalten und ihre eigenen Überzeugungen an Hand der Bibel belegen möchten anstatt umgekehrt sich vom WORT GOTTES belehren zu lassen und ihre Dogmen zu überprüfen. Letzteres kann zur Folge haben, daß man in aller Demut erkennen muß, daß man in dieser oder jener Frage w.z.B. dem Zeitabschnitt der Entrü- kung, auch schon geirrt hat. Wohl dem, der sich im Licht des WORTES GOTTES selber überprüft und der von unserem HEILAND noch etwas lernen möchte anstatt sich in der Trutzburg seiner Dogmen zu verschanzen – hier sehe ich eine Gefahr, belegt auch durch mitunter sehr leidenschaftlichen Diskussionen mit manchen konservativen Evangelikalen.

chaos

Wie ich durch mehrere Artikel bezeugt habe – ja, ich war dabei, mitten in der Verblendung verdrehter charismatischer Praktiken, w.z.B. Dämonenaustreibungen und anderen “voll-mächtigen” Handlungen die das Fleisch befriedigen und auch stets im Anschein den gewünschten Effekt hervorbringen, denn Selbstbetrug ist ein Teil dieser Verblendung.

Der von mir hoch geschätzte Bruder Wolfgang Bühne, genießt in manchen Kreisen völlig zu unrecht, einen Ruf eines rücksichtslosen, verbohrten Hardliners – auch hierbei kann ich aus meinem eigenen Erleben und den Begegnungen  bezeugen, daß dieser Eindruck ein sehr schwerer Irrtum ist. Ich habe kaum einen Bruder erlebt, der sich mit so viel Liebe und echtem, aufrichtigen Herzen für die Kinder Gottes in der pfingst-charismatischen Bewegung besorgt. Die wahre Frucht dieser aufrichtigen Liebe, konnte ich ebenfalls sehen, da mir Brüder, die früher Charismatiker waren bezeugten, daß Wolfgang Bühne für sie ein geistlicher Vater wäre.

Ich möchte Euch bitten seine nachfolgende apologetische Schrift aufmerksam zu lesen. Ich glaube, daß Wolfgang Bühne, so wie ich ihn kenne, diese mit Herzblut geschrieben hat und der Hoffnung auf unseren HERRN JESUS diese zu gebrauchen, daß diese verführten charismatischen Kindern Gottes zur Erkenntnis und zum Heil dienen möge.


S.Schad

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29.10 2014

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Geistliche Kriegsführung (Wolfgang Bühne)

 

1. Werden in der Bibel „territoriale” Dämonen erwähnt?

Ohne Frage wird aus Daniel 10 deutlich, daß es satanische Engel gibt, die für einen bestimmten Bereich zuständig sind. Diese gefal­lenen Engel werden „Fürst von Persien” und „Fürst von Griechen­land” (Dan. 10,20) genannt.

Im NT gibt es eine Anzahl Bibelstellen, in denen die Rede von „Engeln”, „Mächten”, „Gewalten” und „Fürstentümern” ist (vgl. Rö. 8,38; 1. Kor. 6,3; 15,24; Eph. 1,21; 3,10; 6,12; Kol. 1,16; 2,10). Einige dieser Verse reden von guten, andere auch von gefallenen Engeln.

Manche dieser Stellen reden davon, daß Christus Herr ist über alle Fürstentümer und Gewalten und lassen offen, ob es sich um gute oder böse Engel und Fürstentümer handelt.

Einzig aus Dan. 10 und evtl. Judas 9 können wir entnehmen, daß es Engel gibt, die für besondere Völker oder Territorien zuständig sind. Einzelheiten über diese Fürstentümer und Gewalten gibt uns die Bibel nicht bekannt. Doch gibt es Anzeichen dafür, daß es im Judentum zur Zeit der Apostel Gruppen gab, die besondere Lehren über Engel entwickelt hatten, von denen einige Christen negativ beeinflußt wurden (siehe Kol. 2,18).

An keiner Stelle im NT werden Informationen über „territoriale” Engel weitergegeben.

Da, wo Gottes Wort gar keine oder keine konkreten Aussagen macht, sollten wir uns hüten, Lehren und Auffassungen zu ent­wickeln, die über das hinausgehen, was in der Bibel eindeutig geof­fenbart ist.

Man kann Wolfram Kopfermann nur zustimmen, wenn er zu dem Ergebnis kommt:

„In der Heiligen Schrift finden sich zwar Ansätze für die von C. Peter Wagner und anderen vertretene Lehre von territorialen Mächten. Diese Ansätze wurden dann aber von den Vertretern der Geistlichen Kriegsführung spekulativ ausgeweitet. Bereits darin liegt eine Gefährdung des evangelischen Schriftprinzips, weil eine solche Ausweitung nur mittels subjektiver Eindrücke möglich ist.

2. Gibt es Anweisungen in der Bibel, Dämonen zu identifizie­ren und anzugreifen?

Ich habe keine einzige Stelle in der Bibel gefunden, die eine Auf­forderung enthält, Namen von Dämonen zu erforschen und diese Dämonen zu attackieren.

Im Leben unseres Herrn gibt es eine Begebenheit, wo er den Namen eines Dämons erfragt (Luk. 8,30). Doch nirgends finden wir einen Befehl des Herrn oder der Apostel, in solcher Weise mit Dämonen umzugehen.

Die Apostel trieben Dämonen aus, doch diese Austreibungen waren Reaktionen auf satanische Angriffe oder Herausforderungen und niemals umgekehrt (vgl. Ap. 16, 16-18).

So ist auch die von den „Gebetskämpfern” vielzitierte Stelle Eph. 6, 10-20 zu verstehen. Dort geht es um „widerstehen” (Vers 13), „ste­hen” (Vers 14), um das „auslöschen feuriger Pfeile” (Vers 16). Alle aufgezählten Waffen werden als Verteidigungswaffen beschrieben. Es geht um Wahrheit, Gerechtigkeit, Glauben, eine evangelistische Lebenshaltung, Bibelkenntnis und Fürbitte. Nirgendwo ist hier die Rede vom „attackierenden Gebet”.

Die „Gebetskrieger” benutzen Begriffe aus diesem Abschnitt, fül­len sie willkürlich mit einem anderen Inhalt und entwickeln eine Lehre und Praxis, die im Gegensatz zu den Aussagen von Eph. 6,10-12 stehen.

Auch die Verse in 2. Kor. 10,3-6, wo Paulus von den gottgemäßen Waffen zur „Zerstörung von Festungen” redet, geht es um eine Reaktion auf Lehren und Praktiken, die von „falschen Aposteln” (2. Kor. 11,13) verbreitet wurden. Diesen „Superaposteln” (2. Kor. 11,5) , deren Charakter Paulus in den weiteren Versen und Kapiteln beschreibt, stellt sich Paulus entgegen und entlarvt sie als macht­hungrige, skrupellose und geldgierige Betrüger.

2. Kor. 10 und 11 sind daher Belege dafür, daß unser geistlicher Kampf u.a. darin besteht, falschen Lehrern und Aposteln mit dem Wort Gottes entgegenzutreten und ihre falschen Lehren und Prakti­ken zu entlarven.

3. Haben wir Autorität über den Teufel?

Aufgrund der Worte Jesu an die Jünger „Siehe, ich gebe euch die Gewalt, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Macht des Feindes, und nichts soll euch irgendwie beschä­digen” (Luk. 10,19) folgern viele Gebetskämpfer, daß wir als Christen heute in gleicher Weise Autorität über den Teufel ausüben können.

So schreibt Wolfhard Margies: „Wir sind dem Satan und seinem Reich überlegen… wir haben aktive Vollmacht über ihn.”

Doch wer berechtigt uns, eine zeitlich begrenzte, ausdrücklich an die Apostel oder an die 70 Jünger gerichtete Verheißung nahtlos auf uns zu beziehen? Die Geschichte der Apostel zeigt, daß sich die Verheißung von Luk. 10,19 offensichtlich nicht uneingeschränkt auf die Zeit nach der Kreuzigung des Messias anwenden läßt. Der Apostel Paulus wurde von Satan gehindert, die Thessalonicher zu besuchen.

„Deshalb wollten wir zu euch kommen, (ich, Paulus, nämlich) einmal und zweimal, und der Satan hat uns verhindert.” (1. Thess. 2,18)

Paulus mußte als Verkündiger des Evangeliums fliehen, er wurde versteckt, verhaftet, ausgepeitscht und forderte Timotheus auf, mit dem Evangelium „Trübsal” zu leiden. (2. Tim. 4,5)

Allen, die gottselig leben wollen, verheißt Gottes Wort Verfolgung. (2. Tim. 3,12) Der Apostel Jakobus wurde von Herodes getötet. Stephanus wurde gesteinigt. Fehlte diesen Männern Gottes Einsicht in „Geistliche Kriegsführung”?

Im Gegensatz zu den Gebetskämpfern lehrt das NT, daß Satan der „Gott dieser Welt” ist (2. Kor. 4,4) und das die „ganze Welt in dem Bösen liegt”. (1. Joh. 5,19)

Während Gebetskämpfer wie Annacondia und Cabrera Satan öffentlich verfluchen, wagte der Erzengel Michael kein „lästerndes Urteil” über den Teufel zu fällen. (Judas 9)

Satan hat sicherlich keine uneingeschränkte Autorität, aber Gott läßt es zu, daß der Teufel einige Christen aus Smyrna ins Gefängnis wirft. (Offb. 2,10)

Die Zeit, in welcher die Macht Satans endgültig gebrochen wird, liegt noch vor uns:

„Der Gott des Friedens wird in kurzem den Satan unter eure Füße zertreten.”(Röm. 16, 20)

In Offb. 20, 1-3 lesen wir, daß Satan vor Beginn des Tausendjäh­rigen Reiches von einem Engel gebunden und für tausend Jahre in den Abgrund geworfen wird. Nach dieser Zeit wird er für eine kurze Zeit noch einmal die Menschen verführen können, bis er endgültig sein Gericht im Feuer- und Schwefelsee finden wird. (Oftb. 20, 7-10)

Wenn wir uns einbilden, Vollmacht über den Teufel zu haben, erlie­gen wir einer tragischen Selbsttäuschung. Die Bibel und auch der Lebensalltag von Charismatikern zeigt, daß wir diese Vollmacht eben nicht haben und es wäre besser, diesen Tatbestand demütig anzuerkennen und „stark in der Gnade” (2. Tim. 2,1) zu sein, als derart unnüchtern auf vermeintliche Autorität zu pochen.

4. Können wir Satan und seine Dämonen binden?

Die Vorstellung, daß wir Satan und seine Dämonen binden können, entbehrt jeder biblischen Grundlage.

Selbst C.P. Wagner gibt zu:

„Aber was geschieht dann, wenn heutzutage Christen „Satan, ich binde dich” befehlen? Wahrscheinlich nicht so viel, wie wir gerne hätten. Satan wird irgendwann in der Zukunft für 1000 Jahre gebunden werden, aber in Offb. 20, 1-2 steht, daß dies ein Engel tun wird. Von einem Menschen ist nicht die Rede.”

Dann aber kommt Wagner zu einer eigenartigen und für ihn typi­schen Folgerung:

„Auf der anderen Seite mag es ganz nützlich sein, wenn man „Ich binde dich, Satan!” sagt, denn damit versichert man sich selbst und auch anderen auf unmißverständliche Weise, daß wir den Teufel nicht dulden, und daß wir ihn so weit wie irgendwie möglich lahmlegen.”

Auch hier wird deutlich, wie tragisch sich ein leichtfertiger Umgang mit der Heiligen Schrift auswirkt. Soll es einen psycholo­gischen Effekt haben, wenn Christen sagen: „Satan, ich binde dich!” – obwohl sie gleichzeitig wissen, daß dieser Befehl in den Wind geredet ist?

Um diese Praktiken biblisch zu rechtfertigen, beruft man sich immer wieder auf die Verheißung in Matth. 18,18:

„Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.”

Doch diese Stelle steht eindeutig im Zusammenhang mit Gemein­dezucht, wobei „binden” bedeutet, an Sünde gebunden sein und Ausschluß aus der Gemeinde zur Folge hat und „lösen” Vergebung, Befreiung und Wiederaufnahme in die Gemeinschaft beinhaltet. Davon zu reden, daß „der Himmel tut, was wir tun, befehlen oder durch göttliche Kampfführung bewirken”, stellt die Dinge auf den Kopf und zeigt, zu welch einer Anmaßung und Vermessenheit ein solches Denken führt.

Alle Autorität zum Binden und zum Lösen hängt damit zusammen, daß Christen „im Namen Jesu” (Matth. 18,20) versammelt sind. Nur das, was dem Willen Gottes entspricht und daher im Namen Jesu getan wird, erfährt die Zustimmung und Anerkennung des Himmels. Gott wird sich niemals zu unbiblischen Aktionen und Beschlüssen bekennen, weil er sich nicht zum Diener der Unge­rechtigkeit und Sünde machen kann.

Während der Jahrhunderte, in denen der Vatikan eine solche falsche Auffassung gelehrt und praktiziert hat, haben aufrichtige Protestan­ten diese Anmaßung oft unter Lebensgefahr gebrandmarkt. Es ist tragisch, daß dieser römische Sauerteig nun auch in evangelikale Kreise eindringt.

Schließlich sollte die Alltagswirklichkeit jeden aufrichtigen Gebets­kämpfer davon überzeugen, daß irgend etwas an der sog. Geistlichen Kriegsführung nicht stimmt. Tatsache ist, daß allem tausendfachen „Binden” von territorialen Dämonen zum Trotz Unmoral, Krieg und Zerstörung weltweit zunimmt.

Auch nach dem 25.6.94, „dem Tag, der die Welt verändert” (Jesus­-Märsche in aller Welt), hat Korruption, Prostitution und Unmoral entgegen allen Prognosen der Gebetskämpfer in keiner Weise abge­nommen. Im Gegenteil, der weltweite Abfall von biblischen Maß­stäben wird weiter rapide zunehmen. Wir steuern nicht auf eine weltweite geistliche Erweckung, sondern auf einen weltweiten Abfall vom biblischen Christentum zu.

5. War Jesus nach seinem Tod auf Golgatha drei Tage unter der Herrschaft des Teufels?

Einige der Gebetskämpfer, die von der „Wort-des-Glaubens”-Bewe­gung geprägt sind, lehren, daß wir durch die angebliche Gefangen­schaft Jesu unter der Macht Satans Autorität über den Teufel bekommen haben.

Diese Männer lehren, daß Jesus am Kreuz angeblich nur leiblich gestorben sei, der „geistliche Tod” aber bereits vorher stattgefunden habe. Durch diesen „geistlichen Tod” wäre Jesus in ein „dämoni­sches Wesen” verwandelt worden und hätte die „Natur Satans” angenommen. Daher habe die eigentliche Versöhnung oder der „Loskauf“ im Hades stattgefunden, in welchem „alle Dämonen der Hölle über ihn herfielen, um ihn zu vernichten”.

Dort sei dann dem Satan ein Lösegeld gezahlt worden, um die Rechts­ansprüche des Teufels aufzuheben. Schließlich wurde Jesus angeblich „in den Tiefen der Hölle wiedergeboren”, damit wir die „Natur Gottes” und damit auch Autorität über den Teufel bekommen können.

So schreibt z.B. Kenneth Hagin:

„Geistlicher Tod bedeutet, Satans Wesensart zu haben – genauso wie das Empfangen des Ewigen Lebens bedeutet, daß wir die Wesensart Gottes in uns haben.”

Auch W. Margies vertritt die Auffassung, daß die Erlösung mit dem Ruf Jesu „Es ist vollbracht!” nicht abgeschlossen war:

„Er war, wie es das Schriftwort gemäß der Bedeutung der vom Heiligen Geist gewählten Worte bezeugt, für drei Tage unter der Herrschaft des Teufels, die er in all ihrer Grausamkeit, Bosheit und Demütigung ertragen mußte. Weil er nun diese Herrschaft er­tragen hat, deswegen hat er uns in Gestalt dieses Preises die Auto­rität erworben, ab jetzt über den Teufel herrschen zu können.”

Diese sog. „Identifikationslehre” ist sicher die schwerwiegendste Irrlehre, die in einigen Kreisen der Charismatischen Bewegung verbreitet wird. Gott sei Dank ist dieser Lehre auch innerhalb der Charismatischen Bewegung deutlich widersprochen worden (siehe D.R. McConnell: Ein anderes Evangelium?, Verlag C.M. Fliß).

Die letzten Worte Jesu am Kreuz: „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist” (Luk. 23,46) zeigen, daß die am Kreuz wegen unserer Sünden unterbrochene Gemeinschaft mit Gott nun wieder­hergestellt war.

Hätte Jesus – wie K. Hagin, K. Copeland, W. Margies, H. Henkel usw. behaupten – durch seinen angeblich „geistlichen Tod” die „Natur Satans” angenommen, um ein „dämonisches Wesen zu werden”, dann hätte er Gott niemals mit „Vater” anreden können.Mit dem leiblichen Tod Jesu zerriß der Vorhang des Tempels, um symbolisch anzudeuten, daß der Weg zu Gott nun durch das süh­nende Blut Jesu frei geworden war.

Folgende Verse machen deutlich, daß die Lehre von der „Versöh­nung im Hades” unbiblisch und häretisch ist:

,,…denn auch Christus hat für euch gelitten… welcher selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat…” (1. Petr. 2, 21-24)

„Durch welchen Willen wir geheiligt sind durch das ein für alle­mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.” (Hebr. 10,10)

,,…denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes…” (Kol. 1,19-20)

,,…wieviel mehr wird das Blut des Christus, der durch den ewi­gen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um dem lebendigen Gott zu dienen.” (Hebr. 9,14)

,,…in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Ver­gebung der Vergehungen…” (Eph. 1,7)

„Denn Gott ist einer, und einer Mittler zwischen Gott und Men­schen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst zum Lösegeld gab für alle…” (1. Tim. 2,5)

,,…und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; welchen Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut…” (Röm. 3, 24-25)

Nirgendwo im NT steht, daß dem Satan ein Lösegeld gezahlt wurde oder daß Jesus nach seinem Tod von Dämonen gequält worden wäre. Gott hat als gerechter Richter Jesus als unseren Stellvertreter gerich­tet, der auch in den Stunden der Finsternis am Kreuz, wo er „zur Sünde gemacht” (2. Kor. 5,21) wurde, in sich selbst rein und heilig blieb. Es bleibt für uns ein Geheimnis, daß der Herr Jesus auch in seinem sühnenden Leiden wahrer Mensch und wahrer Gott blieb. Diese Lehre, daß Jesus nach seinem „geistlichen Tod” ein „dämoni­sches Wesen”, von „Dämonen gequält” und in der Hölle wieder­geboren wurde, um uns die Natur Gottes geben zu können, kann nur von jedem aufrichtigen Christ zutiefst verabscheut werden.Zu welchen Auswüchsen die falschen Lehren führen können, zeigt ein Zitat von Kenneth Copeland:

„Sie haben nicht einen Gott, der in ihnen lebt, nein, Sie selbst sind einer!”

Casey Treat geht in seiner Fehleinschätzung noch weiter:

,, …Wenn Gott in den Spiegel sieht, dann sieht er mich! Wenn ich in den Spiegel sehe, dann sehe ich Gott… und weil ich eine genaue Kopie Gottes bin, werde ich auch handeln wie GOTT!”

Diese Zitate machen deutlich, wie schnell evangelikale Prediger – durch diese falschen Lehren beeinflußt – in die Nähe von Panthei­sten und New-Age-Anhängern geraten können.

Es ist die alte Lüge Satans:„Ihr werdet sein wie Gott!”, die den Menschen groß und Gott klein machen möchte.

Schlussbemerkungen:

1. Die Praxis der Geistlichen Kriegsführung führt zu einer überheblichen Selbsteinschätzung

Die Zitate und Beispiele von Larry Lea, Wolfhard Margies, Bert­hold Becker usw. zeigen, daß die Praxis der Geistlichen Kriegs­führung eine ungeistliche und unnüchterne Selbsteinschätzung zur Folge hat.

Die eingebildete Überzeugung, daß der Himmel angeblich das tut, was wir hier auf der Erde befehlen und daß die politischen und moralischen Umstände durch solche Befehle und Kampfgebete ver­ändert werden, läßt sehr schnell ein Machtgefühl und ein Bewußt­sein von Stärke wachsen, das einem Nachfolger Jesu nur zum Scha­den sein kann.

Wolfram Kopfermann hat diese Gefahr sehr genau erkannt und beschrieben:„Wer Geistliche Kriegsführung betreibt, verläßt den Ort der Abhängigkeit und Schwäche (2. Kor. 12), den Gott seiner Kir­che, ihren Leitern und Gliedern zugewiesen hat. Er verläßt ihn auch dann, wenn er subjektiv frei von Stolz ist, ja vorher durch eine Phase ‚geistlichen Zerbruchs’ gegangen ist.”

Peter Kierner kommt zu folgender Überlegung: „Warum findet die Aufforderung zur Geistlichen Kriegsführung so viele Anhänger, obwohl kein Auftrag vorliegt?

Ich glaube, die Beantwortung dieser Frage hängt sehr stark mit dem Machtstreben des menschlichen Herzens zusammen. Es war von Anfang an dieser fleischliche Trieb des Herrschen-Wol­lens im Menschen… Nachdem wiedergeborene Gotteskinder in der Schrift aufgefordert werden, zu lieben, bis hin zur Feindes­liebe, wird dem Herzen der Nährboden zum Herrschen entzo­gen. Nun ist ein Vakuum für diesen alten fleischlichen Trieb ent­standen. Leider ist der Drang zum Herrschen, dieses Machtstre­ben, in vielen Gotteskindern noch nicht gestorben. Er hat sich deshalb in den Bereich des Unsichtbaren verlagert. Da die Bibel den Satan und die Dämonen als Feinde des Men­schen bezeichnet, konzentriert sich das Herrschen auf diesen Bereich. Jetzt fängt man an, dieses Vakuum wieder zu befriedi­gen oder zu stillen. Das ist meiner Erkenntnis entsprechend der Grund für Geistliche Kriegsführung. In Wirklichkeit ist es aber ,ungeistlicher Zeitvertreib’. – Viele wollen über Dämonen herrschen und sind nicht einmal fähig, ihrer eigenen Frau treu zu bleiben.” (P. Kierner: Engel des Lichts im 20. Jahrhundert. Verlag C.M.Fliß, Hamburg)

2. Die Praxis von Geistlicher Kriegsführung verschiebt die biblischen Orientierungspunkte

Im NT werden wir immer wieder aufgefordert, auf Jesus Christus zu sehen (Hebr. 12,2) und über das nachzudenken, was „droben” ist. (Kol. 3, 2)

Die Orientierung auf unseren Herrn hin vermittelt uns nicht nur einen geistlichen Maßstab für eine gesunde Selbsteinschätzung, sondern ermöglicht auch eine biblische und nüchterne Beurteilung von menschlichen „Größen” im Reich Gottes. Das Anschauen des Herrn und seiner Herrlichkeit (2. Kor. 3,18) macht uns Ihm ähnlicher und sorgt auch dafür, daß wir Satan und seine Mächte weder über- noch unterbewerten. Immer dann, wenn unser Interesse und unsere Blicke von unserem Herrn Jesus weg auf andere Personen, Mächte oder Dinge gerichtet werden, verlieren wir geistliche Kraft und erliegen einem Betrug. Wir sollten den Teufel nicht dadurch ehren, daß wir ihm mehr Beachtung schenken, als unbedingt nötig ist.

3. Die Praxis der Geistlichen Kampfführung führt zu einer gefährlichen Fehleinschätzung Satans

Als charismatischer Insider hat Peter Kierner hierzu Ausführungen gemacht, die jeder Gebetskämpfer ernst nehmen sollte:

„Wir sollten uns hüten, den Feind als schwach, hilflos und kraft­los darzustellen. Ich muß immer wieder feststellen, wie Satan mit lächerlichen und lästerlichen Worten bedacht wird und Christen den Bogen ihrer Autorität gegen den Teufel bei weitem über­spannen… Ich kann Gotteskindern nur raten, alle lästerlichen Worte gegen den Satan aus ihrem Vokabular zu streichen. Der Teufel ist keine Witzfigur, die wir lächerlich machen dürfen. Er ist kein Löwe im Käfig. Satan hat auch kein ,Gummigebiß`, und er ist kein Wurm, den wir einfach zertreten können.”

Die Geschichte der sieben Söhne des Hohenpriesters Skevas, die in einer Haltung der Selbstüberschätzung meinten, Dämonen austrei­ben zu können, sollte allen leichtfertigen Gebetskämpfern zu den­ken geben: Diese sieben Beschwörer wurden von dem bösen Geist überwältigt, „so daß sie nackt und verwundet aus jenem Haus ent­flohen.”(Ap. 19,16)

Ein ähnliches Bild geben heute manche ehemaligen Gebetskämpfer ab, die in ihrer Einbildung, Autorität über den Teufel ausüben zu können, für öffentliche Ärgernisse und Schlagzeilen in der Presse gesorgt haben.

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