Über Glauben, Fakten und Gefühl im Christenleben (Larry DeBruin)

(Quelle: Georg Walter distomos.blogspot.de / www.d-publikation.de)

Unsere Gesellschaft ist voller Gefühle. Wir reagieren impulsiv, was Politik, Religion oder andere Dinge angeht. Regelmäßig höre ich Leute sagen, dass sie wirklich von dieser oder jener Sache „begeistert“ sind. Seit Jahrzehnten dominiert das Sinnliche die Art und Weise, wie Menschen in unserer Kultur das Leben betrachten. Die Menschen beurteilen Dinge nicht danach, ob sie richtig oder falsch sind, sondern vielmehr danach, ob sie sie sich dabei gut oder schlecht fühlen. Joel Osteen (populärer Fernsehprediger in den USA) gelingt es, dass die Menschen sich gut fühlen. Mit seiner Botschaft der Hoffnung und des Wandels erreichte Barack Obama während seines Wahlkampfes dasselbe und wurde Präsident der Vereinigten Staaten. Dies spiegelt die Lebenseinstellung der heutigen Kultur wider, und für mich ist es besorgniserregend, dass sich viele Christen der Kultur angepasst haben und im gleichen Zeitgeist wie die Welt Gemeinde bauen.

Viele Christen entscheiden aufgrund ihrer Gefühle darüber, was in ihren Augen gut oder schlecht ist. Sie fühlen sich in ihren Glauben hinein. Ich erinnere mich an eine Person, die sagte: „Ich weigere mich, an einen Gott zu glauben, den ich nicht fühlen kann!“ Viele Christen haben eine Spiritualität auf der Grundlage von Sichtbarem, Hörbarem, von Zeichen und Gefühlen entwickelt. Ihr Glaube beruht auf allem, was ihnen unmittelbar widerfährt. Alleine auf ihren Erfahrungen werden somit zur Grundlage ihres Christseins. Ihre Erkenntnis stützt sich auf die Gefühle über eine Sache oder die Empfindungen über das, was sie glauben. Wer die Wahrheit an diesen Maßstäben festmacht, wird die Lehre über Gottes Gericht und Hölle – der Gedanke daran kann sehr unangenehm sein – am liebsten aus der evangelikalen Bewegung verbannen. Aber finden wir Grund zum Glauben innerhalb oder außerhalb von uns? Gelangen wir vermittels von Gedanken oder Gefühlen zum Glauben?

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Ich meine, wenn wir die Quelle des Glaubens nicht in unseren Köpfen (Rationalismus) oder mit unseren Händen (Gesetzlichkeit) finden, werden wir sie auch nicht in unseren Herzen finden (Emotionalismus). Um es unmissverständlich zu sagen, die Quelle unseres Glaubens ist immer außerhalb von uns selbst. Wenn dem nicht so ist, dann handelt es sich nicht um den wahren Glauben. Wenn der Glaube nicht auf der geschriebenen Wahrheit ruht, die außerhalb von uns zu finden ist, also in Gottes Wort, dann ist er wertlos. Wahrheit ist nicht Wahrheit, weil ich denke, will oder fühle, dass es so ist. Wenn ich überzeugt bin, dass die Quelle des Glaubens in meinem Kopf, in meinen Händen oder in meinem Herz zu finden ist, dann wird der Mensch in den Mittelpunkt gerückt; dann handelt es sich um Glauben in „Mir“. Folglich muss mein Glaube mit der Wahrheit beginnen, die außerhalb von mir ist. Aus diesem Grunde gab Gott uns anscheinend Seine Wahrheit, die Bibel, die das autoritative Zeugnis darstellt über das Leben und den Dienst Jesu, der die Wahrheit ist. Es gibt keinen Glauben an Gottes Wahrheit, die man esoterisch im menschlichen Herzen finden kann, sondern die WAHRHEIT ist historisch begründet (in der Bibel) ohne Mitwirkung des menschlichen Herzens.

Wünsche oder Gefühle sind nicht unbedingt falsch. Abhängig vom geistlichen Zustand des Herzens einer Person können sie entweder Gott oder den Menschen in den Mittelpunkt rücken, sie können Licht oder Finsternis sein, und sie können positiv oder negativ sein. Selbst in unserem gefallenen Zustand haben wir das Verlangen, Gott zu suchen. Aus diesem Grunde schuf Gott uns, damit wir seine Liebe in Christus erwidern, und dieses Gefühl kann nicht nur Gefühle für Gott hervorbringen, sondern es kann uns auch motivieren, das Beste des Nächsten zu suchen. Sympathie und Mitleid sind offensichtliche Beispiele für gute Gefühle (Hebr 10,34). Die Evangelien berichten uns, dass Jesus Menschen aus Barmherzigkeit heilte (Mt 14,14; Mk 8,2). Jesus fühlte ihren Schmerz. Dies ist die tugendhafte Seite von Gefühlen. Aber Gefühle können auch eine dunkle Seite haben.

Gefühle können – und sie sind es oft – selbstzentriert und selbstsüchtig sein. Das Neue Testament nennt derartige Gefühle: „betrügerische Begierde“ (Eph 4,22); „unvernünftige und schädliche Begierden“ (1Tim 6,9); „jugendliche Lüste (2Tim 2,22); „weltliche Lüste“ (Titus 2,12); „fleischliche Lüste (1Pet 2,11); „gottlose Begierden“ (Judas 18); usw. Begierden und Lüste sind die Perversion der Liebe. Sie sind unersättlich und fördern den Egoismus statt die Haltung des Gebens. Solche verwerflichen und sündhaften Gefühle wohnen in uns allen, ob wir wiedergeboren sind oder nicht (Joh 3,3/7), und sie werden solange in uns wohnen, bis der Herr Jesus Christus wiederkommt und sie aus unserem Wesen austilgt (Röm 7,24-25).

Der Grund dafür, warum sich so viele Gemeinden dem „Entertainment-Evangelium“ hingeben, wie Paul Proctor es nennt, ist auf die fleischlichen Lüste zurückzuführen. Die Anbetung dient den Menschen selbst und ist nicht auf Gott ausgerichtet. Proctor schreibt: „Die Gemeinde von heute glaubt nicht mehr daran, dass Jesus genug ist – dass das lebendige Wort Gottes in einer so sinnlichen Welt mithalten kann, und sie glaubt, dass der Heilige Geist unsere Unterstützung braucht.”

Der Apostel Paulus warnte Timotheus:

Denn es wird eine Zeit sein, in der sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer anhäufen werden, weil es in ihren Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich den Fabeln zuwenden.“ 2. Timotheus 4,3-4

Wenn der Glaube lebendig sein soll, muss er seine Quelle außerhalb von uns finden; folglich kann wahrer Glaube zu keinem Zeitpunkt auf der Grundlage unseres Denkens oder Fühlens stehen. Der Glaube kann nicht in unseren emotionalen Tendenzen verwurzelt sein, sondern er muss die Schrift, die außerhalb von uns ist, als Grundlage haben. Der lebendige Glaube kann nicht auf unseren Gefühlen ruhen, sondern nur darauf, was Gott gesagt hat. Nur auf einer solchen Grundlage wird unser Glaube heute überleben und uns bis in die Zukunft und Ewigkeit tragen. Die Wahrheiten Gottes finden wir in der Bibel, damit wir „wissen, dass wir ewiges Leben haben“ (1Joh 5,13).

Autor: Larry DeBruyn Originaltitel: “Feelings Driven” Christians


S.Schad

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29.10 2014

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2 Kommentare

  1. Dave Hunt/T.A. McMahon
    Die Verführung der Christenheit
    http://www.clv.de/Sonstiges/Archiv/Die-Verfuehrung-der-Christenheit.html
    Die Bibel stellt eindeutig fest, dass es vor der Wiederkunft Christi einen großen Abfall vom Glauben geben muss. Worin bestehen die Gefahren, wenn – das positive Denken und das Denken in Möglichkeiten – die Heilung durch Erinnerung – die Selbsthilfe-Philosophien – die holistische Medizin in wachsendem Ausmaß akzeptiert und praktiziert werden? Die Verführung der Christenheit wird als eine neue »Weltanschauung«, die uns ein glücklicheres, gesünderes, geistlich tiefgehenderes Leben verspricht, auftreten. Das Buch bietet eine illusionslose Sicht der Zeit, in der wir leben. Es ist ein klarer Ruf an jeden Gläubigen, sich für das Original und gegen die Fälschung zu entscheiden.
    http://clv-server.de/pdf/255202.pdf

    Wilhelm Busch – Originales Christsein
    von WildernessUntamed

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