Christliche Buchverlage: Kasse mit Lügen (S. Schad) / Nahtod-Erfahrungsbuch frei erfunden – Verlag verweigerte Widerruf (betanien)

Christliche Buchverlage: Kasse mit Lügen (S. Schad)

Es ist löblich, wie IDEA Spektrum kürzlich berichtete (siehe hier), daß der Verlag Gerth Medien nach Bekanntwerden, daß es sich bei dem Zeugnis in dem Buch „Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte – Eine wahre Geschichte“ um eine Lüge handelt, die Auslieferung sofort stoppte. Reicht eine solche einmalige Maßnahme allerdings aus, wenn ein Verlag weiterhin mit Lügen und Fabeln Kasse macht? So lange christliche Verlage Bücher von Zauberern, Mystikern, Lügnern und Leugnern der Gottheit Jesu Christi in ihrem Portfolio bewahren (siehe Buchangebot von Gerth-Medien Rick JoynerJoel Osteen und Anselm Grün), so lange gilt meine Fundamentalkritik Kauft nicht bei ALPHA (S.Schad) erweitert auf solche Verlage und Shops. Kauft einfach nicht … und sie werden es spüren, ob es sich lohnt Kompromisse mit der Wahrheit zu schließen.

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Joel Osteen´s Bücher bei Gerth Medien

Als Orientierungshilfe wo man seine Bücher kaufen kann möchte ich hier die Seite www.betanien.de und die Sammlung konservativer evangelikaler Verlage im Beitrag von NIMM UND LIES Empfehlenswerte Verlage in D/A/CH benennen und deren newsletter sehr empfehlen.


S.Schad

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21.01.2015

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Nahtod-Erfahrungsbuch frei erfunden – Verlag verweigerte Widerruf (betanien)

(Quelle: newsletter www.betanien.de)

Bücher über angebliche Nahtod-Erfahrungen werden von Verlagen gern aufgrund hoher zu erwartender Verkaufszahlen herausgegeben. Manche davon wurden zu ganzen Produkt-Familien ausgebaut. Obwohl manche Leser skeptisch gegenüber solchen Nahtod-Berichten über das Jenseits sind, werden sie oft als glaubwürdiges Mittel zur Mission angesehen, insbesondere wenn die Berichte von Kindern stammen, die angeblich im Himmel waren, denn Kindern traut man eher.

Was die Bibel dazu sagt, ist klipp und klar: „Wenn sie Mose und die Propheten [und den Rest der Bibel] nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten zurückkommt“ (Lukas 16,31).

Einer dieser Kinder-Nahtod-ich-war-im-Himmel-Bestseller hat sich jetzt (bzw. eigentlich schon seit längerem) als frei erfunden herausgestellt: „Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte: Eine wahre Geschichte“ (erschienen bei Gerth Medien 2011, Originaltitel „The Boy Who Came Back from Heaven“ Tyndale House 2010). Darin berichtet der 6-jährige Alex Malarkey über seine Himmelseindrücke, die er 2004 hatte, als er bei einem schrecklichen Autounfall auf der Rückfahrt vom Sonntagsgottesdienst mit einem Halswirbelbruch lebensgefährlich verletzt wurde. Sein Vater Kevin Malarkey ist Autor des Buches. Alex Malarkey hat zugegeben, dass er seine Berichte erfunden hat, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

John MacArthurs Mitarbeiter Phil Johnson liefert auf dem Blog von Grace To You (GTY, im folgenden Auszüge aus diesem GTY-Artikel) höchst bemerkenswerte Hintergründe über diesen Fall. Vor über zwei Jahren hatte Phil Johnson einen kritischen Artikel über diese Welle von Nahtod-Büchern auf dem GTY-Blog veröffentlicht. Kurz darauf kontaktierte ihn die Mutter von Alex Malarkey, Beth Malarkey, und stimmte ihm erstaunlicherweise zu: „Diese modernen Zeugnisse … sind einfach unwahr.“ Sie und ihr Sohn hatten schon seit längerer Zeit versucht, publik zu machen, dass die Geschichte größtenteils erfunden, ausgeschmückt und übertrieben ist. Obwohl Alex noch ein Kind war, war ihm klar geworden, dass er verantwortlich ist für eine weit verbreitete Irreführung – das Buch war zum Bestseller und er selbst zum heldenhaften Heiligen avanciert -, aber dass die Wahrheit wichtiger ist als sein guter Ruf.

Der Originalverlag Tyndale hatte sich jedoch geweigert, das Buch vom Markt zu nehmen oder abzuändern. Ebenso hielt der Vater und Autor Kevin Malarkey an dem Bestseller fest. Alex suchte daraufhin den Rat eines Pastors, doch auch der verwies nur darauf, dass das Buch doch so segensreich sei.

Phil Johnson schreibt, dass Alex versucht hat, widerrufende Stellungnahmen und Hinweise auf die Allgenugsamkeit der Bibel auf Facebook und anderen Online-Medien zu veröffentlichen, aber immer wieder übertönt wurde oder seine Kommentare gelöscht wurden.

Zu dieser Zeit bereitete John MacArthur die Neuauflage seines Buches „The Glory of Heaven“ vor („Die Herrlichkeit des Himmels“, nicht auf Deutsch erschienen). In der Neuauflage dokumentierte MacArthur den persönlichen Widerruf von Alex Malarkey und seiner Mutter. In einer Fußnote auf S. 55 zitierte er das Dementi von Alex, der seine Geschichte nunmehr als „eines der betrügerischsten Bücher aller Zeiten“ bezeichnete. In einem gesonderten Anhang über Malarkeys Buch schreibt MacArthur auf S. 200-201: „Alex postete eine [kritische] Beurteilung der Geschichte auf einer Webseite, wo das Buch angeboten wurde, aber der Kommentar wurde schnell gelöscht. Beth Malarkey wiederholte Alex’ Kommentar auf ihrem eigenen Blog und schrieb: ›Alex hat zutreffend gesagt, was von dem Buch zu halten ist, aber er wurde zum Schweigen gebracht … Käufer, hütet euch! … Alex hat niemals gedacht, dass er im Himmel war. Er war ein kleiner Junge, der etwas Außergewöhnliches erlebt hat. Die Erwachsenen haben daraus etwas gemacht, was sich an die Massen verkauft.‹“
John MacArthurs Buch mit diesem öffentlichen Widerruf erschien 2013. Doch der Verlag Tyndale hat das Buch fast zwei Jahre lang weiterhin in Massen verkauft – und das mit dem Untertitel „a true story“ („eine wahre Geschichte“, so auch der Untertitel der deutschen Ausgabe).

Das wahre Zeugnis des Alex Malarkey

So traurig dieses Verhalten des Vaters, des erwähnten Pastors, des Originalverlags Tyndale und aller weiteren Händler ist, so erfreulich ist doch das klare Zeugnis, dass der körperlich schwer behinderte (gelähmte) Alex Malarkey in einem offenen Brief nunmehr bekräftig (übernommen vom GTY-Blog, der hierhin als Originalquelle verlinkt):

Ein offener Brief an [die christliche Buchhandelskette] Lifeway und andere Händler, Käufer und Vermarkter von Himmelstourismus[-Literatur], von dem Jungen, der nicht vom Himmel zurückkam:
Vergebt mir die Kürze, aber aufgrund meiner Einschränkungen muss ich mich kurz fassen.
Ich bin nicht gestorben. Ich bin nicht im Himmel gewesen.
Ich habe gesagt, ich sei im Himmel gewesen, weil ich dachte, dadurch bekäme ich Aufmerksamkeit. Als ich das behauptete, hatte ich die Bibel noch nie gelesen. Menschen haben von Lügen profitiert und schlagen weiterhin Profit daraus. Sie sollten die Bibel lesen, denn sie genügt. Die Bibel ist die einzige Quelle der Wahrheit. Was ein Mensch geschrieben hat, kann nicht unfehlbar sein.
Allein durch Buße über deine Sünden und Glauben an Jesus als Sohn Gottes, der für deine Sünden starb (wenngleich er selber keine Sünde beging), damit dir vergeben werden kann, kannst du vom Himmel erfahren, abgesehen von dem, was in der Bibel geschrieben ist … und nicht durch das Lesen eines Menschenwerkes. Ich möchte die ganze Welt wissen lassen: Die Bibel reicht aus. Die Leute, die dieses Material vermarkten, müssen zur Buße gerufen werden und die Bibel für ausreichend halten.
In Christus,
Alex Malarkey“

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