facebook: Fluch oder Segen? (S.Schad)

Vorweg: Üblicherweise steht ein Fazit am Ende, ich werde es jedoch hier voranstellen. Nach meinen Erfahrungen ist facebook weit überwiegend ein Segen, WENN man da-rauf achtet und weiß wie ein solches Medium mit gewisser Vorsicht zu gebrauchen ist.

1Kor 6,12 Alles ist mir erlaubt — aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt — aber ich will mich von nichts beherrschen lassen!

Ich beginne einmal mit den negativen und kritischen Punkten, ohne dabei auf Rahmen-bedingungen dieses Mediums (z.B. Bilderrechte) hier näher eingehen zu wollen:

Massiv kritisch zu bewerten ist, daß Facebook Zensur übt und z.B. eine Ankündigung einer Anti-Kriegs-Demonstration sperrt (siehe hier), sowie kritische accounts zuneh-mend löscht. Desweiteren ist eine andere Entwicklung geheimdienstlicher Aktivitäten beunruhigend, für die ich persönlich auch schon mehrere Hinweise gefunden habe:

siehe Artikel DWN: London setzt tausend Soldaten als „Facebook-Warriors“ ein 

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Es geht mir jedoch hier weniger darum dieses Medium, das ich trotz aller seiner Mängel sehr gerne nutze zu verreißen, als Geschwistern, die manchmal mit den mannigfaltigen Unbillen schier verzweifeln, etwas Rat und Unterstützungen für den Umgang mit dem so geliebt-gehassten facebook zu geben – diese Ambivalenz begegnet mir recht häufig.

In einem sozialen Netzwerk erlebt man häufig das was unsere Gesellschaft im Quer-schnitt so zu bieten hat und manchmal, da die Hemmschwellen in der virtuellen Welt bekanntermaßen viel niedriger sind als in der realen Welt, sogar noch extremere Ver-haltensweisen. Diskussionen unter Christen dürfen durchaus hart in der Sache, aber nie hart gegen unsere Mitgeschwister sein – dies scheinen Viele, auch in anderen Foren als facebook zu vergessen. Ich persönlich, ziehe mich aus einer Diskussion, die von Rechthaberei und/oder Anfeindung geprägt ist, nach erfolgloser Ermahnung einer Person, die den Ton verläßt, oder bei ihren Irrlehren verbleibt zurück – für letztere gilt:

Tit 3,10 Einen sektiererischen Menschen weise nach ein- und zweimaliger Zurechtweisung ab,

Auffällig ist, daß sich wie überall in der virtuellen Welt ein überdurchschnittlich hoher Prozentsatz an psychisch gestörten Menschen tummelt und Anderen das Leben schwer macht. Diesen Punkt möchte ich nicht alleine auf sehr schräge “fromme Debatten” an-wenden, sondern auch auf einen sehr menschlichen, zwischenmenschlichen Bereich: Es sind doch recht viele alleinstehende Geschwister im reiferen Lebensalter, deren tiefer Herzenswunsch, eine Verbindung mit einem gläubigen Partner wäre. Aus aktu-ellem Anlaß, wegen der Unbill, die ein liebes Geschwister erfahren mußte (und ich bin sicher, daß es noch viel mehr Kinder Gottes sind, die dies betrifft) schreibe ich dies …

liebe Geschwister, die dies betrifft, VORSICHT! Eine Person die man nicht aus dem realen Leben kennt, die kennt man eben nicht wirklich. Hier gilt das gleiche, was ich zuvor schon einmal schrieb und ich füge hinzu: Das fiel mir wirklich sehr, sehr schwer aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz so freimütig zu bezeugen … und ich hoffe sehr, daß es,  und wenn es nur ein einziges Geschwister wäre, jemandem dienlich ist:

Zeugnis: eine Warnung an alle Heiratswilligen (S.Schad)

Auch wenn ich selber diverse Belästigungen bereits auf facebook erfahren habe, so rate ich jedem, wenn die rote Linie überschritten ist, die Blockierfunktion zu nutzen und sich die guten Seiten, die es wahrhaftig gibt, an facebook nicht verderben zu lassen.

Ehe ich jedoch auf die Segnungen zu sprechen komme, möchte ich noch auf einen kritischen Punkt eingehen: Man liest immer wieder welch hervorragendes Instrument facebook für die Evangelisation wäre – ich bestreite das, da Evangelisation und dies ist von unserem HERRN JESUS so eingerichtet, weder alleine das verteilen von Trakta-ten, noch das posten von Bibelversen und Zeugnissen beinhaltet, sondern stets eine sehr persönliche Komponente hat. Bitte beweise mir das Gegenteil, mit einem Bekehr-ten, der sich auf Grund Deiner facebook-Aktivitäten nachweislich zum HERRN JESUS gewandt hat – (bitte schreibe mir in die Kommentare, Danke!). Was möchte ich sagen? Ich glaube fest, daß es nicht Sinn und Aufgabe eines Christens sein kann tag-täglich auf facebook Frommes zu posten und behaupte, daß diese postings oft ein Alibi-funktion darstellen sollen  für die Nichterfüllung der evangelistischen Aufgabe eines Christen an realen Menschen (im Unterschied zu den virtuellen Kontakten). Anders verhält sich dies allerdings unter Christen beim posten von apologetischen Fragen. Hierzu habe ich einige Zeugnisse und bezeuge selber, daß mir das Internet und die Korrespondenz mit Geschwistern diesbezüglich bei eigenen Fragen schon außeror-dentlich dienlich war – zwei Seiten der selben Medaille.

Kommen wir jetzt schließlich zum Segen dieses sozialen Netzwerkes facebook:

Geradezu Geschwister, die wenig oder keine echte Gemeinschaft mit anderen Christen haben können, meistens wegen unzulänglicher oder fehlender bibeltreuer Gemeinden vor Ort, erleben häufig eine Ersatzgemeinschaft und noch mehr: Aus fb-Freundschaften werden plötzlich reale Freundschaften, man betet füreinander, man trägt einander, man besucht sich auch. Gelobt sei unser HERR JESUS – ich persönlich habe hier wahren Segen erleben dürfen.

Auch meine Blog-Arbeit hat vielfältigen Segen und Bereicherung erfahren dürfen durch facebook, auch wenn die click-Zahlen von dort weniger als 10% auf meine Seiten ausmachen, so habe ich liebe Brüder und eine Schwester kennengelernt, die sehr gute Beiträge schreiben, w.z.B. Dirk Noll, oder meine beiden Co-Autoren Kent Johnson und David Choiniere auf  www.dominionismus.info, Mishel McCumber, oder zuletzt die Brüder Norbert Fehr und Uwe Mackowiak, die ich allesamt nur von Facebook kenne.

Wenn es sonst keine Gründe gäbe facebook zu nutzen, dann bliebe bei mir noch einer: Da mich meine Newsletter-Abonnements mitunter erschlagen, schätze ich die news-feed-Funktionen meiner Abonnements z.B. John MacArthur (Grace to You), Paul Washers Dienst, oder Politisches wie KenFM, das COMPACT-Magazin oder z.B. Hintergrund.de  sehr, denn ich kann die Neuigkeiten abrufen und lesen wann ich es möchte und sie verstopfen zudem nicht mein e-mail-Postfach – sehr komfortabel!

Fast hätte ich noch eine kleine Freude vergessen … wie eben die Freundschaften auf facebook so kommen, so lernt man nicht nur Geschwister kennen, die apologetisch viel zu sagen haben, oder einfach liebe Geschwister die erbauend sind, sondern auch Geschwister mit ganz besonderen künstlerischen Gaben: Ich stellte Euch kürzlich das musikalische Wirken eines lieben Bruder hier vor Lied: Jeden Tag, wenn ich an dich denk (Piero) und möchte an dieser Stelle schließen und Euch das Lied einer gläubigen Schwester, Heike Barth alias Cyra B. vorstellen, das mich sehr bewegt hat:


S.Schad

www.der-ruf.info

20.02.2015

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5 Kommentare

  1. Es ist sicher von Bedeutung, warum uns Facebook und ähnliche “soziale Netzwerke” (und vieles mehr) überhaupt zur Verfügung gestellt worden sind – und wo die ganze Reise der technologischen Entwicklung, die wir nutzen sollen, hinführen soll.

    In diesem Sinne ist wissenswert, was der forschende Autor Robin de Ruiter in seinem sehr bemerkenswerten Buch “Die kommende Transition” (erschienen 2009) schreibt (ich greife eine längere Passage heraus, deren Gesamtzusammenhang auch Facebook betrifft):

    “Doch was bedeutet diese Transition wirklich? Sie ist der Beginn einer neuen Gesellschaft mit einer neuen Art des Lebens, einer technokratischen Diktatur. Angesichts der geschichtlichen Vergangenheit des Systems, in dem wir leben, können wir das Schlimmste befürchten.

    Dass wir ein weltweit verbundenes Computernetzwerk besitzen, wurde deutlich, als die ‘Augmented Reality’, die ‘Erweiterte Realität’, für Mobiltelefone eingeführt wurde. Diese ermöglicht es, realitische Bilder durch virtuelle Darstellungen zu ergänzen.

    Um von ‘Erweitertet Realität’ sprechen zu können, müssen drei Eigenschaften erfüllt sein:
    1. Das System kombiniert Reatlität mit Virtualität.
    2. Es ist interaktiv in Echtzeit.
    3. Das System besitzt des Weiteren einen Tracking-Support. Die Positionsbestimmung in Echtzeit ist eine Voraussetzung.

    Und unsere Privatsphäre?

    Ein vergleichbares Konzept besteht bereits: ‘Augmented ID’ oder Identitätsmanagement. Hierbei wird eine Gesichtserkennungssoftware mit der Augmented Reality kombiniert. Sie stehen etwa mit ihrem Mobiltelefon auf der Straße und suchen nach jemandem. Ihr Telefon findet ihn für sie, indem es den Aufenthaltsort des anderen bestimmt.

    Wir alle können uns vorstellen, welchen Aufschwung die derzeitigen Entwicklungen im sozialen (und vor allem kriminellen) Bereich hierdurch erleiden werden: Menschen mißbrauchen die Technologie für fragwürdige Zwecke, die Dinge geraten außer Kontrolle und die Überwachung wird verschärft.

    Man will, dass jede Art der Kommunikation letztendlich über das Internet stattfindet. Digitale Netzwerke wie etwa Facebook sind nur die Vorläufer hierfür. SMS, E-Mails und Twitter sind die Norm. Normale Gespräche fühlen sich seltsam an und unser gegenwärtiges Einfühlungsvermögen wird stets geringer.

    Die vollständige Vereinigung von Mensch und Technik wird die Folge sein. Der Moment, in dem diese Entwicklungen unumkehrbar geworden sind, wird ‘Transition’ genannt. Nach ihr wird es keine individuelle Entscheidungsmöglichkeit mehr geben.

    Die entscheidende Frage, die wir uns stellen müssen, ist also: Wer sitzt an den Hebeln, die dieses zentral gesteuerte System antreiben? Wer zieht einen Nutzen aus dieser totalen Integration? Wie sieht die Zukunft aus, die uns bevorsteht?”

  2. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren” (2. Timotheus 4, 3-4).

  3. die Frage ist, ob man Facebook zwingend braucht. Viele nützliche Kommentare z.B. lassen sich nicht der Öffentlichkeit mitteilen ohne Facebook. Für mich ist Facebook der kleine Finger des Teufels, deshalb verzichte ich darauf, dieses Medium zu nutzen, und dann kann ich eben nicht so manchen Kommentar posten sondern muss es mir
    verkneifen.
    So ähnlich geht es doch auch mit dem Handy. Wer bedenkt denn schon, dass, wenn
    das Handy nicht ausgeschaltet ist, die Geheimdienste alles mithören können, was im
    Raum gesprochen wird ? Man sollte sogar den Chip rausnehmen und nur bei Bedarf
    neu einlegen, dann ist man halbwegs sicher.
    So mancher denkt “Ich habe ja nichts zu verbergen!” – aber es gibt nicht nur staatliche Geheimdienste, auch die Djihadisten bauen künftig solche Geheimdienste auf, um
    ihre Gegner festzustellen.

    Mich würde mal interessieren, wer Facebook nutzt für Missionszwecke. Welche
    Erfahrungen werden damit gemacht ? So könnte man durchaus das Evangelium
    an manche Menschen heranbringen. Aber jeden sorglosen Umgang mit diesem
    Medium sollten wir Christen uns verkneifen und normale Medien wie Email nutzen.
    Die Amerikaner und Engländer haben zwar auch hier ihre Spürnasen im Spiel, aber
    die fangen nur bei bestimmten Stichworten ab, die bei Christen meistens nicht
    vorkommen.

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