Die Adventisten und der Dominionismus Teil 1. (Rolf Wiesenhütter)

(Quelle: Rolf Wiesenhütter www.irrglaube-und-wahrheit.ch)

Der Domionismus hat auch in den STA Eingang gefunden. Daher habe ich darüber auch im Buch “Der Adventismus in der Falle des Antichristen” geschrieben. Hier zwei Auszüge:

Der Dominionismus
Mit dem Dominionismus macht sich eine weitere Irrlehre innerhalb der Emerging – Church breit. Die hier anzutreffende Verfälschung des biblischen Evangeliums ist eine verkehrte Lehre vom „Königreich Gottes“. Sie gehört zu den grundlegenden Kenn-zeichen der ganzen Emerging-Church-Bewegung und begegnet uns fast überall in ihren Verlautbarungen. Dabei spielen Einflüsse des in der Charismatischen Bewegung verbreiteten Dominionismus eine Rolle, aber auch die Lehren gewisser Theologen wie Dallas Willard und N. T. Wright. Gibbs und Bolger schreiben:
„Die Emerging Churches machen sich, gestützt auf das Werk von N. T. Wright, das Evangelium des Königreiches zu eigen, wie es in Mk 1,15-16 offenbart wird. Zu Beginn der Erzählung des Evangeliums war die gute Nachricht nicht, dass Jesus am Kreuz sterben würde, um unsere Sünden zu vergeben, sondern dass Gott zurückgekehrt war und alle eingeladen waren, mit ihm an diesem neuen Lebensstil teilzuhaben, dieser Erlösung der Welt. Dieses Evangelium sucht die Emerging Church wiederzugewinnen.

Ein Führer vertraute uns an: “Wir haben uns vollkommen neu programmiert, um die gute Nachricht als ein Mittel zu einem Zweck anzuerkennen – dass das Königreich Gottes hier ist. (…) Wir verabschieden das Kreuz nicht; es ist immer noch ein zentraler Bestandteil. Aber die gute Nachricht ist nicht, dass er starb, sondern dass das Königreich gekommen ist’“(54).

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N.T. Wright

Damit bietet der Dominionismus einen Weg in das Königreich anstatt in den Himmel. Darüber hinaus wird das Königreich als gegenwärtiges anstatt zukünftiges Königreich dargestellt.
“Im Verständnis der Emerging Church umfasst das „gegenwärtige Königreich Gottes“ grundsätzlich die ganze Welt, auch die Ungläubigen, sowie die anderen Religionen. Gott sei angeblich gegenwärtig „erlösend“ und „befreiend“ tätig, wirke in der Kultur und Gesellschaft, um Sein Königreich zu verwirklichen. Die Gemeinde sei berufen, bei diesem erlösenden Werk mitzuarbeiten durch erlösendes Handeln, d. h. in erster Linie durch Eintreten für Kunst und Kultur, für die Selbstverwirklichung der Menschen, für sozialpolitische Anliegen, für den Weltfrieden und für den Umweltschutz. Die Gemeinde müsse dem Königreich Gottes dienen und sich so umgestalten, dass sie ganz für das Königreich Gottes da sei. Es gehe um soziale Gerechtigkeit und eine „Transformation“ der Welt. Das wird auch als „Identifikation mit dem Leben von Jesus“ bezeichnet. Emerging Churches demontieren alle Vorstellungen von Gemeinde, die das Werk des Königreiches hindern. „Zuerst und vor allem anderen kommt das Königreich, und die Gemeinde folgt dem. (…) Emerging-Churches stellen diese Sichtweise so dar, dass das Königreich vor der Gemeinde kommt. Sie sind auf die Annahme gebaut, dass die Mission, die Gott seiner Gemeinde anvertraut hat, darauf ausgerichtet ist, das Königreich zu verwirklichen, indem sie für Gott verfügbar ist und auf die Führung des Heiligen Geistes antwortet. Die Betonung des ‚Evangeliums des Reiches’ im Unterschied zum ‚Evangelium der Errettung’ durch die Emerging-Churches hat eine neue Lehre von der Kirche hervorgebracht.“(55)
Die Vertreter der Emerging – Church stellen damit eindeutig das von Paulus verkündigte Evangelium der Gnade auf die Seite. Es wird geringgeschätzt und häufig sogar als einseitig oder verkürzt verworfen. Zum Synkretismus kommt damit auch noch die Sünde der Häresie, da durch den Dominionismus das Wort Gottes verlassen wird und selbstgewählte Anschauungen in den Vordergrund treten. Das emergente Falschevangelium vom „gegenwärtigen Königreich“ verfälscht die biblische Wahrheit in mehreren entscheidenden Punkten, weil es sich
– angeblich auf die ganze Welt erstreckt und damit auch auf die gottlose Kultur, auf die Ungläubigen, die New – Age – Bewegung, auf alle Religionen, sowie auf Politik und Wirtschaft.
– Es verleugnet die klare biblische Botschaft, dass das Gericht Gottes über die gottlose Welt kommen wird.
– Ohne Buße und rettenden Glauben kann sich jeder daran beteiligen, das jetzt entstehende Reich Gottes zu bauen. Es werden Ungläubige ausdrücklich aufgefordert, mitzumachen und an der Verbesserung der Welt zu arbeiten. Licht und Finsternis werden einfach ausgeblendet.
– Die Emerging Church stellt dieses Reich auch als eine politisch-gesellschaftliche Revolution dar, als Verwirklichung von Friede und Gerechtigkeit in dieser Welt schon jetzt. Dabei sind sie offen für Zusammenarbeit mit allen möglichen weltlichen gesellschaftlich-politischen Gruppen – z. B. mit Buddhisten, Marxisten, New Agern. Charakteristisch ist die offene Bewunderung von Martin Luther King, der sozialistisch gesinnt war und das biblische Evangelium verleugnete, sowie des Hindustan Gandhi und seiner „jesusähnlichen“ gewaltlosen Widerstandsbewegung.(56)
– Das propagierte Reich Gottes ist eine heidnische Fälschung. Die Bibel spricht davon, dass vor der Wiederkunft Christi das Reich des Antichristen aufgerichtet werden muss. Das Markenzeichen des Antichristen ist sein christlich – menschenfreundlicher Schein. Tatsächlich wird dieses Reich aber pseudochristlich gegen den wahren Gott gebaut.
“Der Dominionismus hat mittlerweile große Teile der Evangelikalen erreicht und hat inzwischen die Charismatiker völlig durchseucht. Zu den populärsten Vertretern der dominionistischen Szene in der Charismatik, die mit ihren Lehren in Form von Büchern oder Konferenzen in Deutschland Fuß gefasst haben, gehören Rick Joyner (Morning Star Ministries), C. Peter Wagner (NAR/USAR), Cindy Jacobs (Generals International), Bill Hamon (Christian International Ministries Network), Dutch Sheets (NAR/USAR), Ed Silvoso (Harvest Evangelism), Che Ahn und Lou Engle (The Call), Loren Cunningham (Jugend mit einer Mission), Bob Jones und Paul Cain (Kansas City-Propheten) sowie Mike Bickle (Kansas City Fellowship/ IHOP).

Judas ermahnte die Empfänger seines Briefes für den „ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben“ (Judas 3) zu kämpfen. Der christliche Glaube hat seine Grenzen in dem überlieferten oder geoffenbarten Wort Gottes. Das Griechische macht sehr deutlich, dass der Glaube „ein für allemal“ (gr. hapax) in Form der Heiligen Schrift überliefert wurde und dass es darüber hinaus keine weiteren Offenbarungen mehr gibt. Der ein für allemal überlieferte Glaube stellt einen einmaligen, abgeschlossenen Vorgang dar und fand seinen Abschluss mit der Niederschrift der Offenbarung. Die sogenannten charismatischen Apostel und Propheten beharren jedoch auf der Behauptung, dass Gott ihnen über das geschriebene Wort Gottes hinaus „neue“ Offenbarungen, Visionen und Träume gibt. Die unzähligen falschen Prophetien sind ein hinreichender Beweis dafür, dass sie aus ihrem eigenen Herzen reden. In den vielen nichtssagenden und allgemein gehaltenen Weissagungen ist nichts enthalten, was Gottes Wort nicht schon sagt. Und letztlich warnte Jesus in seiner Endzeitrede vor falschen Propheten und Wunderwirkern und unterweist uns, auf die Früchte von Menschen zu achten, denn daran erkennt man wahre und falsche Propheten und Lehrer. Die angestrebte Verschmelzung der christlichen Gemeinde mit dem „Marktplatz“ im Allgemeinen und der Wirtschaft im Besonderen soll nach dominionistischer Lehre die Transformation der Erde ermöglichen. Nicht Christus schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde, sondern eine elitäre, vollmächtige Gemeinde – oder genauer gesagt, eine ganz besondere Elite von Aposteln und Propheten.”(57)
Letztlich ist der Dominionismus nicht mehr und nicht weniger als der gesamtevangelikale Weg zu globalem Einfluss in dieser Welt. Allerdings ist diesen Weltverbesserern nicht klar, dass wir als lebendige Christen nicht die Aufgabe haben, die Welt zu verbessern, sondern das Heil in Christus zu verkündigen. Die Versöhnung zwischen Gott und Mensch kann man nicht auf gesellschaftliche Strukturen übertragen.


(Quelle: ootb www.out-of-the-blue.world)


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