Eine kurze Argumentation gegen die Vorentrückungslehre (S. Schad)

spurgeon

Wie jeder Stammleser dieses Blogs bereits weiß empfehle ich mitunter Lehrer w.z.B. Dr. Roger Liebi ganz innig für ihr Gesamtwerk, die aber in der Frage der Vorent-rückung eine andere Erkenntnis haben als ich. Die gleiche Wertschätzung für ihr Gesamtwerk, genießen bei mir auch Bruder Rudolf Ebertshäuser und Dr. Lothar Gassmann, letzterer lehrt die Entrückung in der Mitte der Trübsal – beide Brüder eint, eine arminianische Sichtweise, sie lehren (ebenfalls im Unterschied zu meiner persönlichen Erkenntnis) den möglichen Verlust des Heils. Meine Empfehlungen gelten (ich wiederhole mich) dem Gesamtwerk, jedoch störe ich mich nicht an Fragen die a) nicht heilsentscheidend sind und b) zu den theologisch kompliziertesten und seit Jahrhunderten umstrittensten Themen überhaupt gehören.

Anlaß für diesen Artikel ist die Seite Einleitung & These auf dem neuen Blog out-of-the-blue und eine Diskussion, die in diesem Kontext nur eine untergeordnete Rolle spielen kann. Ich führe auch persönlich weder verbissene  noch beharrliche Diskussionen über Themen, die sehr stark von Lehrern w.z.B. John Nelson Darby geprägt sind und oft mit einer Dogmatik einhergehen die in der Diskussion oft schwer überwindbar ist … ich möchte hierbei von Denkschulen sprechen. Meine Glaubensentwicklung war sehr wenig von jedweder Dogmatik geprägt, sondern viel mehr von einer individuellen Entwicklung im Glauben und in der Bibellese, die sich erst hernach zu der eigenen gewonnenen Erkenntnis die passenden Dogmen bzw. Auslegungen suchte.

Ja, zugegeben, ich kann Dr. Roger Liebi in vielen seiner Ausführungen folgen … auch Dr. John MacArthurs Ausführungen klingen plausibel – siehe Video:

… aber dennoch bleibt, das Wort Gottes alleine (sola scriptura) das sagt (Hervorhebungen von mir) :

Offb 13. 1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe1, und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung. 2 Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwen Maul. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht2. 3 Und ich sah einen seiner Köpfe wie zum Tod geschlachtet. Und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde staunte hinter dem Tier her. 4 Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht3 gab, und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich? Und wer kann mit ihm kämpfen? 5 Und es wurde ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht4 gegeben, 42 Monate zu wirken. 6 Und es öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott, um seinen Namen und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen, zu lästern. 7 Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht5 gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation. 8 Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an. 9 Wenn jemand ein Ohr hat, so höre er! 10 Wenn jemand in Gefangenschaft geht, so geht er in Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwert getötet wird7, so muss er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist das Ausharren und der Glaube der Heiligen

1.) Das Wort Gottes widerspricht einer Lehre der Vorentrückung

Wir lesen also, daß das Tier, der Antichristus, auf dem Höhepunkt seiner Macht ist und ihm auch die Macht gegeben(!!!) ist, Krieg zu führen und die Heiligen zu überwinden. Wir lesen darüber hinaus, daß das Ausharren der Heiligen angesprochen ist, in einem Zeitabschnitt in dem diese verfolgt und getötet werden. Wer also, sollte zuvor entrückt worden sein?

2.) Der Ursprung der Lehre der Entrückung vor der Trübsal

Heute nehmen viele Christen an, dass die Gläubigen sehr bald spurlos von der Erde verschwinden werden. Woher kommt diese Lehre? Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gab es diese Lehre noch nicht. Bis dahin glaubte niemand an eine heimliche Entrückung oder an eine 7-jährige Trübsalszeit mit Ausnahme einer kleinen Gruppe römisch-katholischer Theologen. Die Römisch-Katholische Kirche musste eine neue Sicht der Prophetie ins Leben rufen, um der historischen Sicht entgegenzutreten, welche die Reformatoren vertraten: Sie brachten damit das Papstsystem und die Kirche Roms mit dem “kleinen Horn” in Daniel 7, dem Tier in Offenbarung 13 und 17 in Verbindung, was der Katholischen Kirche ein Dorn im Auge war. Urheber dieser neuen Lehre war der jesuitische Priester Emmanuel Lacunza; verbreitet wurde sie im 19. Jahrhundert von Edward Irving und John Nelson Darby. In jüngster Zeit wurde diese Lehre besonders von Tim LaHay und Jerry B. Jenkins populär gemacht.

3.) Was haben die frühen Christen und die Glaubensväter geglaubt?

(Quelle: Dirk Noll [PDF-Buch]: Hilfe bei Endzeitfragen – was haben die frühen Christen geglaubt?)

(Kapitel 6 Seite 54-59) Die Frage nach der Entrückung
Heute sind in der Hauptsache unter den Christen drei Lehren über die Entrückung
im Umlauf. Dabei geht man davon aus, dass vor der Wiederkunft Jesu eine
siebenjährige Drangsalszeit durch den Antichristen kommen wird. Man bezieht
sich dabei auf die siebzigste Jahrwoche aus dem Buch Daniel Kapitel 9.
„Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang“ (Dan
9,27; LÜ 84).

Nun versucht man die Entrückung entweder vor dieser Jahrwoche (= sieben
Jahre), in der Mitte dieser Jahrwoche oder nach dieser Jahrwoche einzuordnen.
Damit haben wir heute drei unterschiedliche Lehren über den Zeitpunkt der
Entrückung, die miteinander im Streit liegen. Dieses Büchlein hat jedoch nicht
die Aufgabe, die Argumente dieser drei Lehren zu untersuchen, inwieweit diese
mit der Bibel übereinstimmen. Wir haben festgestellt, dass viele Christen heute
bei ihren Überlegungen nicht berücksichtigen, wie die frühen Christen in den
ersten Jahrhunderten geglaubt haben. Würde man das machen, dann würden
sich voraussichtlich die Diskussionen über den Zeitpunkt der Entrückung von
alleine auflösen.

Was haben nun die frühen Christen über den Zeitpunkt der Entrückung
geglaubt? Wenn wir bis hierher das Gesamtsystem der Endzeitlehre der frühen
Christen verfolgt haben, dann ist diese Frage eigentlich schon beantwortet. Sie
glaubten, dass vor der Wiederkunft Jesu der Antichrist auftreten wird und sich in
den Tempel Gottes setzen wird. Diese Zeit bedeutet eine Zeit der Verfolgung der
Gläubigen; der Antichrist „streitet gegen die Heiligen“. Diese Zeit dauert drei
Jahre und sechs Monate an und wird als die „große Trübsal“ bezeichnet. Danach
kommt Jesus Christus wieder, und es erfolgt die leibliche Auferstehung der
Toten. Genau zu diesem Zeitpunkt erfolgt auch die Entrückung der Gläubigen.

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Die frühen Christen erwarteten also die Entrückung der Gläubigen mit der
sichtbaren Wiederkunft Jesus und der Auferstehung der Toten. Die Wiederkunft
Jesus, die Auferstehung der Gläubigen und die Entrückung war für die frühen
Christen EIN Ereignis.

Betrachten wir nun im Detail, welche Bibelstellen von der Entrückung reden
und was die Kirchenväter zu diesen Stellen geschrieben haben. Wir nehmen zwei
Stellen, die wiedergeben, was man unter den Christen allgemein geglaubt hat.
Die erste Stelle ist von Irenäus und die zweite von Augustinus:
„Es muss aber von den Gerechten gesagt werden, dass sie zuerst bei
der Erneuerung dieser Welt und der Wiederkunft Gottes auferstehen
werden, um die verheißene Erbschaft zu empfangen, die Gott den
Vätern versprochen hat, und um in ihr zu herrschen. Dann aber kommt
das Gericht. In der Welt, in der sie sich gemüht und gelitten haben, auf
jegliche Weise in der Geduld erprobt, in der werden sie gerechter
Weise auch die Früchte ihrer Geduld empfangen.

Hier schreibt Irenäus, dass die Wiederkunft Jesu und die leibliche Auferstehung
der Toten EIN Ereignis ist: „Dass sie zuerst bei der Erneuerung dieser Welt und
der Wiederkunft Gottes auferstehen werden“. Die Toten werden demnach bei der
Wiederkunft Jesu auferstehen.

Augustinus kommt nun im 1. Brief an die Thessalonicher auf die Entrückung zu
sprechen und ordnet die dort genannte Entrückung der Gläubigen genau an
dieser Stelle ein, wenn Jesus wiederkommt und die Toten auferstehen werden.
Wir lesen im „Gottesstaat“:
„Dagegen schreibt er an die Thessalonicher in seinem ersten Brief also:
„Wir wollen euch, Brüder, über die Entschlafenen nicht im Ungewissen
lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung
haben. Denn wenn Jesus, wie wir glauben, gestorben und
auferstanden ist, so wird Gott durch Jesus auch die, die entschlafen
sind in Jesus, mit ihm herzuführen. Denn das sagen wir euch mit
57 Irenäus: Gegen die Häresien; 5. Buch, Kapitel 32

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einem Worte des Herrn, dass wir, die Lebenden, die wir übrig bleiben
bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die
vorher entschlafen sind; denn der Herr selbst wird herabsteigen vom
Himmel auf den Ruf und die Stimme des Erzengels und der
Gottesposaune, und dann werden die in Christo Verstorbenen zuerst
auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die wir übrig bleiben,
auf Wolken entrückt werden Christus entgegen in die Lüfte, und so
werden wir immer mit dem Herrn sein.“ Diese Worte des Apostels
zeigen aufs klarste, dass die Auferstehung der Toten stattfinden wird,
wenn Christus kommt, und zwar natürlich zum Gericht über die
Lebendigen und die Toten.

Dieser Text zeigt also aufs klarste, dass die Entrückung gleichzeitig mit der
Wiederkunft Jesu und der Auferstehung der Toten geschieht: „Diese Worte des
Apostels zeigen aufs klarste, dass die Auferstehung der Toten stattfinden wird,
wenn Christus kommt, und zwar natürlich zum Gericht über die Lebendigen und
die Toten“.

In den ersten Jahrhunderten gab es bei den Christen keine Diskussion
darüber, ob die Entrückung vor den sieben Jahren, in der Mitte der sieben Jahre
oder am Ende der sieben Jahre geschieht. Die Auseinandersetzungen darüber
sind unter den Christen erst in neuerer Zeit entstanden. Deshalb finden wir bei
den Kirchenvätern auch keine lehrmäßige Auseinandersetzungen mit diesen drei
Positionen. Wir finden nur eine Lehre: Die Entrückung geschieht bei der
Wiederkunft Jesu mit der leiblichen Auferstehung der Toten.
Wir wollen nun betrachten, ob sich diese Lehre der frühen Christen, mit der
Bibel deckt. Wie ist hier der biblische Befund? Wir stellen zunächst fest, dass wir
in der Bibel drei Stellen finden, die von der Entrückung der Gläubigen reden. Den
ersten Text zur Entrückung lesen wir im 1. Korintherbrief in Kapitel 15:
„So werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder
aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche
Christus angehören, bei seiner Wiederkunft“ (1.Kor. 15,22.23).
58 Augustinus: Vom Gottesstaat, Buch 20, Kapitel 20.

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Wenn wir diese Stelle darauf untersuchen, zu welchem Zeitpunkt die Gläubigen
auferstehen werden, dann sagt der Text: „bei seiner Wiederkunft“. Den nächsten
Bibeltext über die Entrückung finden wir in 1.Thess 4.13-17:
„Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die
Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine
Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und
auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit
ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir,
die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, werden
den Entschlafenen nicht zuvorkommen; denn der Herr selbst wird,
wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune
Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus
werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und
übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur
Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem
Herrn sein allezeit.“

Dieser Text redet sehr eindeutig von der Entrückung der Gemeinde: „Danach
werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt
werden in Wolken.“ Wir wollen auch hier wieder fragen, zu welchem Zeitpunkt
geschieht dieses Ereignis? Die Entrückung geschieht gleichzeitig mit der
Auferstehung der Toten und zwar bei der „Wiederkunft des Herrn“. Der dritte
Text über die Entrückung der Gemeinde finden wir in 2.Thess 2,1:
„Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres
Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm“.
Paulus redet hier von „unserer Vereinigung mit ihm“. Damit meint er die
Entrückung, von der er den Thessalonichern bereits im ersten Brief geschrieben
hat. Auch hier wird wieder der Zeitpunkt angegeben, wann die Entrückung und
die Vereinigung der Gläubigen mit Jesus geschieht, nämlich „bei der Wiederkunft

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unseres Herrn Jesus Christus“. Wir sehen, dass alle drei Stellen, die von der
Entrückung der Gemeinde reden, sagen, dass sie bei der Wiederkunft unseres
Herrn Jesus Christus geschieht.
Es gibt zwar einige christliche Kreise, in denen die Lehre vertreten, dass die
Gemeinde in der Mitte der sieben Jahre entrückt wird, aber ein sehr großer Teil in
der evangelikalen Christenheit geht davon aus, dass die Entrückung vor den
sieben Jahren geschehen wird. Dafür werden einige Argumente angebracht. Wir
wollen uns jedoch nur mit der klassischen Bibelstelle beschäftigen, die für eine
„Vorentrückung der Gemeinde“ sprechen soll. Sie steht auch in 2.Thessalonicher
2.
„Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur
muss der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein“ (Vers 7).
Mit diesem Bibelvers wird argumentiert, dass die Offenbarung des Antichristen
noch aufgehalten wird: „der, welcher zurückhält“. Die Vertreter der
Vorentrückungslehre sagen, dass es sich hier um den Heiligen Geist handeln
würde. Er würde das Auftreten des Antichristen noch zurückhalten. Der Heilige
Geist ist seit Pfingsten in der Gemeinde und mit der Entrückung der Gemeinde,
würde der Heilige Geist von der Erde weggenommen werden. Der, welcher
zurückhält, wäre dann nicht mehr da und so könne sich der Antichrist auf der
Erde offenbaren.

Wie zuverlässig ist die Auslegung von 2.Thessalonicher 2,7, dass es sich bei
demjenigen, der aufhält, um den Heiligen Geist handelt? Diese Auslegung ist in
der Christenheit sehr umstritten. John Mac Arthur hat in der Anmerkung zu
seiner Studienbibel acht verschiedene Auslegungen angegeben, wie Bibelausleger
diese Stelle verstehen:
„Deshalb hat man viele verschiedene Vorschläge gemacht, um die
zurückhaltende Macht von V. 6.7. zu identifizieren: 1.) die menschliche
Regierung; 2.) die Verkündigung des Evangeliums; 3.) das
Gebundensein Satans; 4.) die Vorsehung Gottes; 5.) Der Zustand der

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Juden; 6.) die Gemeinde; 7.) der Heilige Geist; und 8.) Michael“ (Siehe
Anmerkung in der Mac Arthur-Studienbibel zu 2.Thess 2,7).
In der heutigen Christenheit, besteht demnach darüber Unklarheit, wer der
Aufhaltende in dieser Bibelstelle sein soll. Unter den Christen ist nicht eindeutig
klar, dass es sich hier um den Heiligen Geist handelt. Wie verstanden nun die
Christen in den ersten fünfhundert Jahren diese Bibelstelle? Auch hier zeichnet
sich das gleiche Bild wie heute ab. Man wusste nicht, wer der Aufhaltende ist.
Hören wir, was Augustinus dazu schreibt:
„Wenn es dann weiter heißt: „Und seht auf die Gegenwart: ihr wisset,
was aufhält“, d. i. ihr wisset, was verzögert, was die Ursache seines
Zögerns ist, „bis er zu seiner Zeit sich offenbart“, so wollte Paulus das
nicht ausdrücklich angeben, weil ja die Thessalonicher es ohnehin
wussten. Aber wir wissen es nicht und möchten so gern in die
Gedanken des Apostels eindringen, ohne doch trotz aller Mühe dazu
imstande zu sein, zumal da die folgenden Worte den Sinn noch mehr
verdunkeln. Sie lauten: „Denn schon ist das Geheimnis der Bosheit am
Werk. Es halte nur fest, wer jetzt festhält, bis er aus dem Wege
geschafft ist.“ Was ist damit gemeint? Ich gestehe, dass ich mir völlig
unklar bin, was der Apostel damit sagen wollte“.

Obwohl in der Alten Kirche eine wesentlich größere Nähe zu den Aposteln und
der Urgemeinde bestand als heute, mussten die Kirchenväter schreiben: „Aber
wir wissen es nicht“, und Augustinus musste sich eingestehen: „Ich gestehe,
dass ich mir völlig unklar bin, was der Apostel damit sagen wollte“.
In dem Bibelvers wird von einem „er“ geredet, der die Offenbarung des
Antichristen noch zurückhält. Es steht aber nicht geschrieben, dass dieser „er“
der Heilige Geist ist. Das ist eine Interpretation oder das wird in den Vers
hineingedeutet. Es steht aber nicht geschrieben, dass der Heilige Geist es ist, der
noch aufhält. Um nicht über die Schrift hinauszugehen, tun Christen also gut
59 Ebenda; Kapitel 19.

 


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18.10 2015

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3 Kommentare

  1. 1. Thessalonicher 4,13 bis 5,3

    Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.
    >>> Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft (gemeint ist die Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit; griech. parousia) des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt (d.h. rasch hinweggeführt) werden in Wolken, zur Begegnung (d.h. jemanden empfangen bzw. abholen und dann mit ihm wieder zum Ausgangspunkt des Begrüßenden zurückkehren; griech. apantesis) mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten! <<<
    Von den Zeiten und Zeitpunkten (für “Zeiten” steht die Mehrzahl von griech. chronos, für Zeitpunkte von griech. kairos) aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben. Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn (mit “Tag des Herrn” ist im AT wie im NT der große Gerichtstag Gottes am Ende der Zeiten gemeint) so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: “Friede und Sicherheit”, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.

    Die Verse 15 bis 18 bilden laut der Interpretation von Roger Liebi (Predigt "Die Entrückung der Gemeinde" von 2011, anzuhören über http://www.sermon-online.de) eine Klammer. In diesem Text wird erklärt wie es möglich sein wird, dass die Erlösten mit Yeshua erscheinen können: Sie werden zuvor in den Himmel entrückt, um später vom Himmel her mit dem Herrn erscheinen zu können.

    Für mich ist der o.g. Text die Schlüsselstelle, die die Pre-Tribulation ad absurdum führt, da der “Einschub” sich (anhand der verwendeten griechischen Worte) aufs Ende der Zeiten bezieht. Yeshua kommt definitiv nicht zweimal in voller Pracht und Herrlichkeit.

    Ganz toll finde ich zu diesem Thema eine Aussage von Dr. Lothar Gassmann: "Wenn du aber, liebe Seele, bereit bist für die Entrückung heute, aber auch für die Leiden heute, dann kannst du nichts falsch machen."
    (Der schmale Weg Nr. 1/2014, Seite 31)

  2. Lieber Herr Schad,

    leider fand ich auf Ihrer “Ruf”-Seite keine Möglichkeit, etwas zu Ihrer Einführung des Ave Maria von Schubert richtigzustellen: Das auf dem ersten Präludium von Bach basierende Ave Maria ist von Gunod, daher ist das von Schubert ganz original. Die Gitarrenversion ist sehr schön.

    Mit freundlichem Gruß
    gez. Diakonos

    1. Lieber Herr Diakonos, leider ist Ihre Information falsch – siehe Wikipedia-link den ich eingefügt habe: “…. Eine der berühmtesten Vertonungen stammt von Charles Gounod, der das erste Präludium (C-Dur) aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach übernahm und darüber seine Ave-Maria-Melodie legte (unter Einschub von mehreren zusätzlichen Takten), weshalb das Werk als „Ave Maria von Bach/Gounod“ in die Musikgeschichte einging.” zu lesen HIER: https://de.wikipedia.org/wiki/Ave_Maria

      Und überdies: KEINE SORGE, hier wird ganz entschieden gegen jegliche katholische Religiösität argumentiert.

      Herzliche Grüße – Siegfried Schad

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