Rechtfertigung und Heiligung [Kurzandacht von Martyn Lloyd-Jones als Hörbuch, 4 Minuten] (Dirk Noll)


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Christliches Grundwissen: Rechtfertigung und Heiligung

Eine Kurzandacht von Martyn Lloyd-Jones als Hörbuch (4 Minuten).

Wenn ein Christ nicht versteht, was Rechtfertigung und Heiligung ist, beide voneinander trennt oder gar miteinander vertauscht, dann wird er das ganze Evangelium falsch verstehen.

Dies geschieht in der katholischen Lehre über das Evangelium und im modernen Evangelikalismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Frage ist: gerecht in Christus oder gerecht in mir selbst? Und: wenn ich in Christus gerechtfertigt bin, dann werde ich auch von ihm geheiligt oder muss ich durch meine Treue in der Heiligung das Werk Gottes in der Rechtfertigung veredeln und vollenden?

1. In der katholischen Kirche bedeutet Rechtfertigung, dass “ein Mensch gerecht gemacht wird” und dadurch soll er ein vollkommener und göttlicher Mensch werden. Die Rechtfertigung ist ein lebenslanger Prozess. Der Mensch besitzt damit angeblich eine innewohnende Gerechtigkeit und Rechtfertigung ist eine Gerechtmachung des Menschen (siehe Erwachsenenkatechismus der Katholischen Kirche unter “Die Rechtfertigung des Menschen”).
Nach der Bibel wird ein Mensch jedoch durch seinen Glauben an Jesus Christus gerecht gesprochen. Er bekommt die Gerechtigkeit Christi angerechnet. Damit kommt seine Gerechtigkeit von außen. “Christi Blut und Gerechtigkeit ist mein Brautschmuck und Ehrenkleid” (Zinzendorf). Ein Christ ist nicht gerecht in sich selbst (wie im Katholizismus), sondern gerecht in Christus.

2. Im modernen Evangelikalismus wird die Rechtfertigung und die Heiligung voneinander getrennt (siehe dazu auch Artikel 4 in der Berliner Erklärung). Demnach soll die Rechtfertigung angeblich das Werk sein, das Gott tut und die Heiligung das Werk, das der Mensch tut. Daraus folgt, dass ein Christ nicht mehr allein aus Gnade und Glauben gerettet wird und seine Werke in der Heiligung werden zu einem verdienstlichen Beitrag des Menschen als Zusatz zu dem was Gott tut. In der Praxis folgt daraus häufig, das Christen keine wirkliche Heilsgewissheit haben, Frömmigkeitsstress, den man in der Bibel nicht findet und verschiedene Gesetzlichkeiten, die in der Bibel nicht geboten sind.
Nach der Bibel ist die Heiligung kein Beitrag des Menschen zum Heil, sondern auch wie die Rechtfertigung ist sie das Werk Gottes. Gott heiligt seine Kinder, die er gerechtfertigt hat. Die Heiligung ist untrennbar mit der Rechtfertigung verbunden und resultiert aus ihr.

Weiter zu diesem Thema, was Martyn Lloyd-Jones in seiner Kurzandacht sagt. Gottes Segen beim Hören:

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