Von den Juden und ihren Lügen (Dirk Noll)

Von den Juden und ihren Lügen (Dirk Noll)


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Von den Juden und ihren Lügen

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Martin Luther hat im Jahr 1543 eine Schrift herausgegeben, die diesen Titel trägt (siehe rechts).

Seit Jahren verbreitet sich auch unter evangelikalen Christen die Anklage gegen Luther, dass dies eine Hetzschrift gegen Juden wäre und dass Martin Luther angeblich ein Antisemit und Judenhasser gewesen sei.

Dem wollen wir nun in einem kurzen Beitrag nachgehen und aus seinen eigenen Schriften zweifelsfrei feststellen, ob dem wirklich so gewesen ist.

1. Schriften von Luther über die Juden

Wenn man die Gesamtausgabe aller Lutherschriften (Die Weimarer Ausgabe) durchgeht, stellt man fest, dass Luther 4 Schriften über die Juden geschrieben hat. Diese werden hier alle mit Links angegeben, sodass man sofort die Schriften aufrufen kann und nachprüfen kann, wie es sich verhält.

2. Luther rechnete damit, dass Juden zum Glauben an Jesus Christus kommen.

Die erste Schrift von Luther über die Juden lautet: Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei (WA Band 11, ab S. 306).
http://archive.org/stream/werkekritischege11luthuoft…

Darin weist Luther nach, dass Jesus Christus der erwartete Messias ist, den die Juden erwarten (in dieser Schrift findet sich keine Zeile von Judenhass oder Antisemitismus). Zu dieser Zeit rechnete Luther damit, dass mit der Ausbreitung des Evangeliums in der Reformation auch Juden zum Glauben kommen.

3. Die Rabbiner der Synagogen in Deutschland greifen die Reformation an

Darauf verteidigt Luther noch einmal, dass Jesus Christus der Messias ist und schreibt: Wider die Sabbather (WA Band 50, ab S. 312)
http://archive.org/stream/werkekritischege50luthuoft…

Da die Synagogen-Leiter nun befürchten, dass sich das Evangelium auch unter den Juden ausbreiten könnte, gehen sie zum Gegenangriff über, und verbreiten überall, dass JESUS DER SOHN EINER HURE sei (was sie aus dem Talmud entnehmen). Aus diesem Grund könne Jesus nicht der Messias sein, so behaupteten die Rabbiner.

“Rabbi Shimon ben Azzai sagt: Ich habe in Jerusalem ein Buch mit Geschlechtsregistern gefunden und darin steht geschrieben >>Jesus ist der Sohn einer Hure<<“(Talmud: Yevamoth 4,18)

4. Luther antwortet darauf mit der Schrift: Von den Juden und ihren Lügen
http://archive.org/…/LutherMartin…

Um welche Lügen geht es darin konkret, die Luther den Juden vorwirft. Die Lüge, dass Jesus nicht der Messias ist, sondern der Sohn einer Hure.

Luther schreibt wörtlich: “diese Lehre der Rabbiner ist wie die Lehre des Papstes Abgötterei und sie kennen die Bibel nicht”.

Luther schreibt also nicht gegen alle Juden oder das jüdische Volk, sondern gegen die Rabbiner der Synagogen. Es geht hier also explizit nicht um Antisemitismus und die Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern um die schreckliche Lüge der Rabbiner, die unseren Herr Jesus Christus in schlimmster Weise beleidigen.

Luther findet zu dieser Gotteslästerung strenge Worte und bezeichnet diese Rabbiner als “Pestilenz” und “verbrennt ihren Talmud” oder “wenn Mose noch leben würde, dann würde er den Talmud verbrennen” und schließt das mit Gerichtsurteilen über abgefallene Juden aus den alttestamentlichen Propheten ab.

KANN MAN DARAUS WIRKLICH DIE SCHLUSSFOLGERUNG ZIEHEN, DASS LUTHER EIN ANTISEMIT WAR?

Die eindeutige Antwort lautet: NEIN.

Das wäre so, als würde man Joh 8,44 zitieren, wo Jesus zu den Juden sagt: “ihr habt den Teufel zum Vater” und behaupten, die Bibel wäre ein antisemitisches Buch. Das ist kompletter Unsinn.

In gleicher Weise, wie in diesem irrsinnigen Beispiel, werden auch manchmal Zitate aus Luthers Schrift aus dem Zusammenhang gerissen, um diese als antisemitisch auszugeben.

5. Luthers wahre Haltung gegenüber den Juden

Ich will sie zu meinen Freunden haben und dass sie Christus annehmen. Aber dass sie Jesus als den Sohn einer Hure bezeichnen, kann ich nicht akzeptieren.

3 Tage vor seinem Tod hat Luther seine letzte Predigt gehalten und noch einmal zu den Juden Stellung bezogen. Das zeigt, dass es ihm ein Herzensanliegen war. In der Predigt schrieb Luther:

So wollen wir sie (die Juden) gerne als unsere Brüder halten… und bieten ihnen ernstlich den christlichen Glauben an, dass sie den Messias wollen annehmen… Nun ists mit den Juden (gemeint sind die Rabbiner) so getan, dass sie unseren Herrn Jesus Christus täglich nur lästern und schänden…. hören nicht auf, unsern Herrn Jesus Christus zu lästern, heißen die Jungfrau Maria eine Hure, Christum ein Hurenkind…. Wollen sich auch die Juden zu uns bekehren und von ihrer Lästerung und was sie sonst getan haben, aufhören, so wollen wir es ihnen gerne vergeben… etc”.

http://archive.org/stream/werkekritischege51luthuoft…

6. Fazit

Man kann anhand der Schriften von Martin Luther eindeutig feststellen, dass Luther weder ein Antisemit noch Judenhasser war. Er wollte ein Freund der Juden sein und dass sie Christus als ihren Messias erkennen. Als die Rabbiner Jesus in der Öffentlichkeit als Sohn einer Hure verkündeten, konnte er die Schmach auf seinem Heiland nicht ruhen lassen und musste diese Lüge der Juden (eigentlich Rabbiner) von der Bibel aufdecken und den Namen Jesus Christus verteidigen.

DIE BEHAUPTUNGEN, DASS LUTHER EIN JUDENHASSER WAR, SIND GESCHICHTSFÄLSCHUNGEN UND EIN FALSCH ZEUGNISREDEN GEGEN EINEN MANN GOTTES.

Deshalb lehnen aufrichtige und wahrheitsliebende Christen solche falschen Gerüchte, die in Umlauf sind ab.

Dirk Noll


9 Kommentare

    1. Das ist “klassische” Bibelkritik und somit Irrlehre:

      A) Schneider spricht dem biblischen Kanon die Integrität und Inspiration als geoffenbartes Wort Gottes ab
      B) er setzt Talmud und die apostolischen Briefe (der von Christus eingesetzten Apostel!!!) gleich
      C) er ignoriert dabei, die Berufung der Apostel, die Heilszeit der ersten Gemeinde und vor allem den HEILIGEN GEIST (den die Talmud-Autoren nicht hatten)

  1. Vielen Dank für diese Klarstellung. Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin mit dieser Überzeugung. Wer Luther als Atisemit oder Judenhasser bezeichnet, der hat wahrhaftig das Evangelium und vor allem das Kreuz bis heute nicht verstanden. Ihnen fehlt in Wahrheit die Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus.
    Eine Frage, sind die Zitate wirklich so im Talmud. Da ich diese Bücher nicht habe, kann ich es auch nicht prüfen. Messianische Juden erwähnen diesen Talmud öfters und da habe ich ein Problem. Zum Beispiel Ludwig Schneider der sagt: die Paulusbriefe wären kein inspiriertes Wort Gottes, sondern, sie wären gleich zu halten wie der Talmud.

    1. Ich antworte mal an der Stelle von Bruder Dirk Noll: Bruder Dirk ist in allen seinen Recherchen und theologischen Ausführungen sehr zuverlässig und auch überaus belesen (und studiert). Ich habe mich mit Ludwig Schneider noch nicht näher befasst, obwohl ich vor 15 Jahren einmal einen Vortrag von ihm gehört hatte (mir fiel damals nichts auf). Ich kann jetzt nur ungeprüft weitergeben was ich über ihn hörte: Er lehnt (ähnlich wie die Zeugen Jehovas) die Trinität ab und leugnet die Göttlichkeit Christi … ich sage das aber nur unter Vorbehalt, denn ich habe seine Lehren noch nichtt selber überprüft und stütze mich da lediglich auf Aussagen von Brüdern die ich sehr ernst nehme. Ich werde Dirk Noll bitten hier weiter auszuführen.

    2. Dir Noll schrieb mir gerade:

      Hallo Siggi,
      ich komme zur Zeit nicht zum anworten auf diese Fragen nur ganz kurz:
      – Ludwig Schneider glaubt nicht an die Gottheit Jesu, von daher vorsicht.
      – die Talmudstellen, in denen Jesus “als der Sohn einer Hure” bezeichnet wird und deshalb nicht Gott sein kann, habe ich irgendwo zu Hause.
      – eine andere Ausgabe von der Schrift “Die Juden und ihre Lügen” gibt es nicht, sondern nur die, die ich als Link angehängt habe.
      Gruß
      Dirk

  2. Ich sage ebenfalls, danke, für den Beitrag zu Luther.

    Ich bin dem Link gefolgt und habe das Büchlein “Von den Juden und ihren Lügen” gelesen.

    Ich habe hierzu eine Frage? Gibt es von dieser Schrift noch eine andere Ausgabe? Auf der Website von der Lutherischen-Bekenntnisgemeinde.de las ich folgendes zu Martin Luther und die Juden:

    “Die Stellen in dieser Schrift, die heute die Gemüter vor allem erregen, nämlich seine allerdings sehr harschen Maßnahmen, die er gegen die Juden vorgeschlagen hat – wir werden noch davon hören -, nehmen in der Schrift selbst gerade einmal etwa 12 Prozent des Umfangs ein. Die anderen 88 Prozent sind theologische Auseinandersetzung, zum einen mit diesen vier Argumenten der Juden, dann mit der Frage, ob der Messias schon gekommen ist, weiter mit den Aussagen der Juden zu Christus, zu Maria und uns Christen im Talmud und ihren Gebeten – soweit Luther dies aus Schriften der Konvertiten wusste –, dann eben diese Maßnahmen, die Luther forderte, schließlich, als Schlussteil, ein Vergleich zwischen jüdischer und biblisch-christlicher Messiasvorstellung. Es ist wichtig, diese Linie des Buches vor Augen zu haben, um die Abschnitte, um die es heute zumeist geht, einordnen zu können.”

    Nun, in jenem Büchlein finde ich nun überhaupt keine theologischen Aussagen, was ich sehr eigenartig finde. Deshalb meine Frage, gibt es noch eine andere Schrift?

  3. Danke für den Beitrag zu Luther. Ich habe mich immer gewundert, wie man zum Judenhasser werden kann, wenn mn die Bibel übersetzt hat und somit jeden Satz kennt. Danke, ich bin froh über diesen Artikel.

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