“Zeit zum Aufstehen“ – Die Initiative ist die perfekte Augenwischerei (Dr. Martin Erdmann)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann www.veraxinstitut.ch)

Kommentar zum Aufruf “Zeit zum Aufstehen“
Dr. Martin Erdmann, Oktober 2015

„Zeit zum Aufstehen“ – so rufen Repräsentanten verschiedener kirchlicher und evangelikaler Gruppierungen auf. Seit April 2014 haben mehr als 19´000 Personen den Aufruf zur sogenannten geistlichen Erneuerung von Gemeinden und Kirchen in Deutschland auf einer Internetseite unterschrieben. Ihre sieben Thesen mit kurzen Erläuterungen scheinen auf den ersten Blick gut. Viele Christen ließen sich von den reformatorisch und biblisch klingenden Aussagen aber leider täuschen. Die zwölf Initiatoren konnten annähernd 400 Multiplikatoren, Verantwortungsträger aus Landeskirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und Werken gewinnen, die als „Erstunterzeichner“ Vertrauen schufen und der Aktion eine große Breitenwirkung verlieh.

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Das eigentliche Anliegen

Ein genauer Blick auf die Initiatoren und Erstunterzeichner sowie auf die Formulierungen der kurzen Erläuterungen deckt das wahre Anliegen der Aktion auf: die Thesen wirken wie Trommelschläge, mit denen landeskirchlich, pietistisch, charismatisch und bekenntnisorientierte Christen auf einen Weg gelotst werden, der mit theologisch liberalen Pflastern bedeckt nach Rom führt. Dazu fünf Beispiele:

  1. Im Vorwort werden die vier „Sola“ der Reformation zitiert: allein Jesus Christus, allein durch Gnade, allein durch den Glauben, allein durch die Bibel. Soweit so gut. In den Erläuterungen ist dann die postmoderne, liberale Interpretation zu lesen, wonach Jesus Christus nicht „erlöst“, sondern „befreit“. Was kann nicht alles in die „Befreiung“ hineingelegt werden?
  2. In der Erläuterung zur dritten These steht: „Wir stehen ein für das Evangelium von Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, diese gute Nachricht zu hören.“ Gott wird einseitig beschrieben, es wird außer Acht gelassen, dass Gott auch zornig sein kann und die Sünde richtet. Christen werden beauftragt, das Evangelium zu verkündigen, aber von einem „Menschenrecht“ ist in der Bibel nichts zu lesen, diese Denkweise hat ihre Wurzeln im Humanismus.
  3. Das scheinbare schrifttreue Anliegen der Initiative wird in der Erläuterung zur vierten These auf die Spitze getrieben. „Die ganze Bibel ist Gottes Wort“ wird proklamiert, um dann im nächsten Atemzug von Gottes Wort und Menschen Wort zu sprechen. Dieser bibelkritische Ansatz liberaler Theologie hat bereits in evangelikalen Institutionen Einzug gehalten, galant werden liberale Formulierungen untergeschoben.
  4. In These sieben ist von Gottes Reich die Rede: „Wir glauben, dass das Reich Gottes heute schon erfahrbar ist, wo Jesus uns bewegt, anderen in Liebe zu dienen.“ Wenn man bedenkt, welch große Bemühungen im kirchlichen und evangelikalen Raum unternommen werden, um Gottes Reich im Hier und Jetzt durch soziale Hilfe, Umweltschutz bis zu politischen Forderungen zu bauen, dann erkennt der Leser, dass es bei dieser These um den Dominionismus – um das Bauen von „Gottes Reich“ mit menschlicher Macht geht.
  5. Während die Erläuterungen der sieben Thesen noch einen großen Spielraum von Interpretationen zulassen, verbürgen sich die Initiatoren, Erstunterzeichner und Befürworter mit ihrer ganzen Persönlichkeit für das eigentliche Anliegen. Unter ihnen sind liberal geprägte Theologen, Vertreter der mystischen „Neuen Spiritualität“ und der missional-emergenten Bewegung – allesamt theologische Richtungen, die Gottes Wort entstellen.

Statt Bibeltreue Liberalismus und Ökumene

Unter „geistlicher Erneuerung“ muss demnach theologischer Liberalismus und Ökumene verstanden werden. Zu den Erstunterzeichnern gehört auch Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher, der sich als „Botschafter für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz“ auf der Homepage der Initiative vorstellt. Er lässt keine Gelegenheit aus, sich mehrmals im Jahr mit dem Papst fotografieren zu lassen. Er ist bereits dort, wo er die kirchliche und evangelikale Christenheit hin verführen will: nach Rom.

„Zeit zum Löschen“

Wer meinte, eine biblische Aktion zu unterstützen, ist unbedacht auf einen falschen Weg geführt worden. Für all jene, die erkennen, dass sie vereinnahmt werden, ist es „Zeit zum Löschen“ ihrer Namen aus der Liste!


00TB-picEingestellt von ootb © Dr. Martin Erdmann alle Rechte vorbehalten.

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