Buch: Dr. Martin Erdmann "Das 1000-jährige Reich – frühkirchliche Kontroversen" (d-publikation)

Anm. S.Schad: mit sehr großer Freude registriere ich, daß (aus meiner Sicht) die gewaltigste Stimme unter den Apologeten, Dr. John MacArthur das vorliegende Buch von Dr. Martin Erdmann sehr empfiehlt!

Ein kleines Jubiläum: Dies ist Beitrag Nr. 700 auf DER RUF! Vielen Dank für Euer treues Lesen!


Buch: Dr. Martin Erdmann “Das 1000-jährige Reich – frühkirchliche Kontroversen” (d-publikation)

(Quelle: d-publikation

Martin Erdmann legt mit diesem Buch eine äußerst hilfreiche Studie über die Lehren vom Tausendjährigen Reich unter frühen Kirchenvätern vor. Er zeigt überzeugend auf, dass die frühen Christen die prophetischen Texte der Heiligen Schrift ohne interpretative Schönfärberei erfassten. Von Anfang an war der Glaube an ein buchstäbliches Tausendjähriges Reich auf Erden unter der Herrschaft Christi allgemein verbreitet. Andere Auffassungen vom Tausendjährigen Reich beruhen durchweg auf erheblichen hermeneutischen Irrtümern. Die Geschichte darüber, wie diese Auffassungen entstanden sind und wie sie Akzeptanz fanden, ist eine faszinierende Studie. Hiermit liegt ein fesselndes Buch vor, das ein besseres Verständnis über Geschichte und Entwicklung der Lehre vom Tausendjährigen Reich in der frühen Christenheit vermittelt.

John MacArthur


1000

Martin Erdmann, Das Tausendjährige Reich

VORWORT von Prof. Dr. Trevor Craigen

Als Martin Erdmann mir sein Manuskript dieses Buches über die frühkirchliche Debatte um den Millennialismus zusandte und mich freundlicherweise bat, das Vorwort zu schreiben, sagte ich bereitwillig zu, denn diese Debatte war seit geraumer Zeit von Interesse für mich. Eine Auswahl einiger Seiten in jedem Kapitel, versehen mit ausführlichen Fußnoten und Anmerkungen, stellten unter Beweis, dass es sich um eine gründliche Studie handelte.

Die Millennialismus-Debatte unserer Tage geht auf die Kirche der ersten Jahrhunderte zurück. Selbst diejenigen, die mit den Schriften dieser Epoche nur wenig vertraut sind, würden zustimmen, dass dies der Fall ist. Namen wie Augustinus, Eusebius, Hieronymus, Justin der Märtyrer und Chrysostomos sind bekannte Autoren, wobei Augustinus wahrscheinlich als der bedeutendste und einflussreichste der Kirchenväter zu gelten hat. Er übte, und übt noch immer, einen bleibenden Einfluss auf Verfasser aus, die über das Tausendjährige Reich und Offenbarung 20 schreiben. Ein ganzes Kapitel ist dem Amillennialismus des Augustinus gewidmet sowie ein Kapitel dem Anti-Millennialismus der Alexandrinischen Schule. Wie der Leser schnell sehen wird, führte die grundverschiedene Hermeneutik jener Zeit zu äußerst unterschiedlichen Interpretationen von Offenbarung 20. In einem ausführlichen Kapitel setzt sich Dr. Erdmann mit dem Millennialismus des Apostels Johannes auseinander, in welchem er gründlich auf dieses maßgebliche Kapitel in der Offenbarung eingeht. Die Interpretationen sowohl von amillennialistischen als auch postmillennialistischen Auslegern in Bezug auf das Binden, die Freilassung und das Gericht Satans, die zwei Auferstehungen, die Dauer von 1000 Jahren, die Heiligen, die mit Christus herrschen, die Verführung der Nationen sowie die nichtfuturistische Natur dieser Ereignisse sind gänzlich unvereinbar mit den Aussagen des Johannes. Obgleich Dr. Erdmann die amillennialistischen und postmillennialistischen Auffassungen in wohlwollender Weise abhandelt, bleibt sehr wohl die Frage im Raum stehen, warum Vertreter und Kommentatoren dieser beiden Richtungen so viel Mühe aufwenden, um zu beweisen, dass die Offenbarung nicht futuristisch ausgelegt werden sollte. Hat dies möglicherweise seinen Grund darin, dass ein hoch verehrter Verfasser und Theologe [Augustinus] solches nicht zulassen würde? Bis heute bleibt dies allen Prämillennialisten ein Geheimnis.

Am Ende dieser Studie wird der Leser zu dem Schluss kommen, dass eine Person von höchst ausgeprägtem Intellekt keineswegs immer die richtigen Schlussfolgerungen ziehen muss, nur weil sie in Theologie und Exegese einen beachtlichen Beitrag geleistet hat. Tatsächlich können sehr wohl die einen oder anderen Schlüsse, die diese Person gezogen hat, fehlerhaft sein. Was sollte der Exeget und Theologe unserer Tage tun? Er sollte selbstverständlich korrekte exegetische Arbeit anerkennend annehmen, aber unzutreffende und fehlerhafte Exegese verwerfen. Und er sollte die Schrift erneut eingehend untersuchen und alle Ergebnisse darlegen. Gesunde Auslegung erleidet Schaden, wenn unzureichende Analysen und Schlussfolgerungen aus der Vergangenheit als unantastbar gelten und sich folglich jeglicher Korrektur entziehen, die auf guter exegetischer Basis erfolgt. Offen gesagt, die Debatte um den Millennialismus befindet sich in einer Sackgasse. Derzeit liegen keine Studien vor, um die Debatte wieder in Gang zu bringen. Offenbarung 20,1-10 stellt noch immer die große Trennlinie zwischen Prämillennialismus einerseits und Amillennialismus und Postmillennialismus andererseits dar. Gewöhnlich übergehen Leser das Vorwort eines Buches, aber Dr. Erdmanns sechsseitiges Vorwort sollte gelesen werden, ehe man sich dem informativen Inhalt des Buches zuwendet. Die Zeit für die Lektüre dieser Studie wird gewiss kein Schaden sein – sie ist es wert!

Prof. Dr. Trevor Craigen, The Master’s Seminary

VORWORT von Dr. Martin Erdmann

Das Tausendjährige Reich war im Laufe des postapostolischen Zeitalters eine Quelle von Kontroversen. Diese Kontroverse spitzte sich in späterer Zeit noch weitaus mehr zu. Seit ihrer Niederschrift1 durch Johannes, dem Autor der Offenbarung, war sie – und aller Wahrscheinlichkeit wird sie es bleiben – der exegetische Kampfplatz unter Theologen der christlichen Kirche. In gewissen Zeiten wurde die Kontroverse mit einer Leidenschaft ausgefochten, die für unsere Tage unvorstellbar ist. Zu anderen Zeiten hatte sie an Heftigkeit verloren, und der Millennialismus war zu einer akzeptierten Auffassung christlicher Eschatologie geworden. Es gab jedoch niemals eine Zeit, in der der Millennialismus als gültige Lehre der christlichen Kirche allgemeine Akzeptanz fand. Im 2. und 3. Jahrhundert gewann jene Strömung in der christlichen Kirche die Oberhand, die den Millennialismus ablehnte, bis diese beim Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Chr. eine vorherrschende Rolle einnahm. Von dieser Zeit an, und für die folgenden eintausend Jahre, akzeptierte die Mehrheit der Christen eine antichiliastische Position.

Gleichwohl existierte in dieser vorherrschend anti-chiliastischen Atmosphäre, die vor allem von Augustinus, Hieronymus und Eusebius gefördert wurde, stets eine Minderheit, die die Lehre über die zukünftige Herrschaft Christi auf Erden bewahrte. Diese Gruppierung, obgleich unter Druck gesetzt und fast ausgelöscht, blieb in der christlichen Orthodoxie eine Verfechterin des Millennialismus. Sie konnte den endgültigen Triumph der antichiliastischen Strömung in der Christenheit indes nicht verhindern. Dennoch macht der Triumph der Anti-Chiliasten keineswegs die Tatsache zunichte, dass die christliche Kirche in der Zeit der Kirchenväter von ausgesprochen chiliastischen Lehrauffassungen geprägt war. Die meisten der frühen Kirchenväter erwarteten die leibliche Auferstehung der Gerechten und den Beginn eines Tausendjährigen Reiches beim zweiten Kommen Christi. Dieses Königreich sollte eintausend Jahre Bestand haben und seinen Abschluss mit der Auferstehung, dem Gericht und der ewigen Verdammnis der Ungerechten finden. Gott würde sodann die alte Ordnung aller Dinge auflösen und sein ewiges Königreich aufrichten.

Liberale Theologen des 19. und 20. Jahrhunderts haben die Behauptung aufgestellt, dass millennialistische Vorstellungen in der frühen Christenheit auf den Einfluss jüdisch-apokalyptischer Literatur zurück-zuführen seien. Sie haben überdies die Möglichkeit diskutiert, eine Reihe dieser apokalyptischen Vorstellungen seien heidnischen Ursprungs. Bis zu einem gewissen Grad konnten sie ihre Annahmen beweisen, insofern jüdische und heidnische Konvertiten mit chiliastischen Spekulationen vertraut waren, lange bevor sie den christlichen Glauben annahmen. Die religiösen Traditionen der Antike weisen Vorstellungen über ein paradiesisches Zeitalter auf, das in der Zukunft auf Erden errichtet werden würde. Dass diese Vorstellungen verschiedene Formen annahmen und oftmals unter dem Mantel von Geheimlehren verbreitet wurden, verhinderte nicht, dass sie in der antiken Welt weite Verbreitung erfuhren. Es wäre hingegen eine falsche Schlussfolgerung zu meinen, dass die Vorstellung eines paradiesischen Zeitalters ausschließlich heidnischer Mythologie entsprang. Im Gegenteil, die Juden entwickelten ihre eigene millennialistische Tradition, ohne von äußeren Quellen beeinflusst worden zu sein. Obgleich die Vermutung, es habe eine Wechselwirkung ähnlicher Vorstellungen zwischen heidnischen und jüdischen Traditionen gegeben, gewiss plausibel ist, insbesondere im letzten vorchristlichen Jahrhundert, wäre es ein Irrtum, die messianische Hoffnung des Judaismus ausschließlich in heidnischen Quellen verorten zu wollen. Der ganze Einfluss des Heidentums bestand möglicherweise in nicht mehr als einer fantasievollen Ausschmückung des segensreichen Goldenen Zeitalters.

Betrachtet man die chiliastischen Traditionen der Kirchenväter zur Zeit der frühen Kirche, erscheint es eher zweifelhaft, dass sie Elemente heidnischer Mythologie bewusst aufnahmen. Es kann jedoch nicht geleugnet werden, dass ihr Denken stark von apokalyptischen Vorstellungen jüdischen Ursprungs geprägt war, was den Weg für einen christlichen Millennialismus bahnte. Aus diesem Grund ist verständlich, dass Gelehrte wie J. A. MacCulloch überzeugt sind, jüdische Vorstellungen von einem messianischen Königreich übten bei der Formulierung chiliastischer Lehrdogmen einen größeren Einfluss aus als die Schriften der Apostel. MacCulloch begründet dies so:

„Trotz der Tatsache, dass das Neue Testament, mit Ausnahme der Offenbarung, nicht von einem Tausendjährigen Reich spricht, und dass Christus die Parusie nicht mit der Aufrichtung eines irdischen Königreichs verknüpft, zog diese Vorstellung im Denken der Christen besondere Aufmerksamkeit auf sich. Zweifelsohne verlieh das mangelhafte Verständnis der Offenbarung dem Glauben an ein Tausendjähriges Reich gewisse Autorität, aber die Popularität und Ausgestaltung seiner Einzelheiten sind weitaus mehr in jüdischen Einflüssen verwurzelt.“2

Das offenkundigste Beispiel, wie apokalyptische Literatur den Millennialismus der Kirchenväter direkt beeinflusste, ist die Beschreibung der außergewöhnlichen Fruchtbarkeit im Tausendjährigen Reich. Auf der Grundlage apostolischer Überlieferung popularisierte Irenäus das Motiv des Weinstocks mit zehntausend Zweigen und zehntausend Trauben usw. Papias, von dem Irenäus dieses Motiv möglicherweise ursprünglich übernahm, schrieb dieses Motiv sogar Christus selbst zu. Zunächst geht dieses Motiv allerdings zweifelsohne auf jüdische Spekulationen über die Reichhaltigkeit der Vegetation im messianischen Königreich zurück.3

Doch abgesehen von den einzelnen Schwerpunkten, die Gelehrte in Bezug auf die Frage des Ursprungs chiliastischer Vorstellungen legen, blieb der Millennialismus ein umstrittenes Thema. Sein vieldeutiges Potential hat eine Atmosphäre von Spannung geschaffen, voll von starken Emotionen und Überzeugungen auf allen Seiten der Kontroverse. Folglich wird jeder, der Interesse an der chiliastischen Debatte im patristischen Zeitalter hat, unverzüglich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Auffassungen konfrontiert werden. Man könnte sogar sagen, dass die patristische Literatur im Allgemeinen unterschwellig von einem gewissen kontroversen Unterton begleitet ist, da sie von Verfassern stammte, die ihre Glaubenslehre gegen eine heidnische Kultur verteidigen mussten. Sie argumentierten mit ihren heidnischen und jüdischen Nachbarn, um sie vom Vorzug des christlichen Glaubens zu überzeugen. Überdies fühlten sie sich verpflichtet, die Reinheit der rechtgläubigen Lehre, die ihnen von den Aposteln überliefert worden war, vor den vielen Häresien zu bewahren. Sie wurden auf dem Hintergrund dieser Entwicklung für die Errungenschaften ihrer apologetischen Streitschriften bekannt. Diese Schriften zu studieren, selbst im 21. Jahrhundert, ist noch immer eine lohnende Übung. Sich hingegen ausschließlich auf das Studium dieser Literatur zu beschränken, würde die Schriften jener Verfasser vom historischen Umfeld lösen, in welchem sie verfasst wurden. Um eine gleichsam rein analytische Methodik in dieser Studie zu vermeiden, wird dem historischen Kontext eine wichtige Rolle zukommen.

Die Annahme, dass die Kirchenväter nur in geringem Maße von theologischen Strömungen und historischen Ereignissen beeinflusst waren, als sie den Textabschnitt über das Tausendjährige Reich in der Johannesoffenbarung interpretierten, führt zu einer Unterbewertung der Wichtigkeit anderer Aspekte und reduziert die Diskussion auf rein exegetische Fragen. Der Ort, an dem ein Kirchenvater diente, und die Menschen, mit denen er Kontakt hatte, waren in den meisten Fällen entscheidende Faktoren für die theologische Ausbildung des jeweiligen Kirchenvaters. Im Wirken von Papias und Polykarp wird der johanneische Einfluss in Ephesus, Hierapolis und anderen Städten in Kleinasien besonders deutlich. Origenes und Clemens von Alexandria ihrerseits prägten das Denken der Bischöfe und Katechumenen der ägyptischen Metropole, indem sie bei ihrer Bibelauslegung vor allem auf die philosophischen Kategorien des Platonismus zurückgriffen.

In der patristischen Ära gab es einen fruchtbaren Austausch zwischen westlichen und östlichen Strömungen der christlichen Kirche. Irenäus beispielsweise wurde in Smyrna geboren, einer wohlhabenden Stadt in Kleinasien. Laut seinem Zeugnis wurde er in jungen Jahren zu Füßen von Papias und Polykarp unterwiesen. Später wurde er Bischof von Lyon und übte großen Einfluss auf die westliche Kirche aus. Obwohl er die Kirche des Ostens hinter sich gelassen hatte, war dies mental oder geistig keineswegs der Fall. Sein Denken blieb fest in der hellenistischen Kultur und in den apostolischen Traditionen verankert, trotz seines Bekenntnisses, dass sein Griechisch durch den ständigen Gebrauch der örtlichen Sprache im Laufe seines langjährigen Aufenthaltes in Lyon gelitten hatte. Hieronymus, der eine Liste aller frühen griechischen und lateinischen Kirchenväter erstellte, zählte ihn zu letzteren und bezeichnete ihn als einen Chiliasten.

Im Laufe der Zeit gewann die lateinische Christenheit immer mehr an Bedeutung. Ihr Aufstieg in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich in dem Maße, in dem sich die Hauptzentren der Christenheit vom Osten in den Westen verlagerten. Tertullian, Hippolytus und Gaius sind einige der wichtigsten Persönlichkeiten, die die Theologie der westlichen Kirche im 3. Jahrhundert prägten. Sie alle spielen eine wichtige Rolle in der chiliastischen Debatte. Im 4. Jahrhundert wurde die Diskussion über das Tausendjährige Reich von Tychonius und Augustinus aufgegriffen. In aller Fairness angesichts der Genialität von Augustinus war Tychonius wahrscheinlich der originellere von beiden. Seine hermeneutischen Regeln und biblischen Kommentare übten weitreichenden Einfluss nicht nur auf Augustinus, sondern auch auf viele andere christliche Ausleger in den folgenden Jahrhunderten aus. Doch es war Augustinus, weit mehr als sein donatistischer Zeitgenosse, der den Ton angab, was die theologische Orthodoxie anging. Augustinus erreichte dies durch die Niederschrift des überaus einflussreichen Werkes De civitate dei. Dieses Meisterwerk der postnicänischen Theologie markiert eine entscheidende Wende in der chiliastischen Tradition: Es etablierte den Amillennialismus als autoritative Position christlicher Orthodoxie.

Um zu erfassen, wie die historischen und exegetischen Komponenten zusammenwirkten, die die allmähliche Entfaltung millennialistischer Vorstellungen hervorbrachten, wird es notwendig sein, zuerst die Auffassungen über das Goldene Zeitalter in der jüdisch-apokalyptischen Literatur zu betrachten. In einem weiteren Schritt werden wir verschiedene moderne Interpretationen des Textes über das Tausendjährige Reich in Offenbarung 20 untersuchen und eine ausführliche Exegese der ersten zehn Verse durchführen. Anschließend werden wir die unterschiedlichen Prinzipien biblischer Interpretation der Kirchenväter beleuchten, gefolgt von einer Studie über den kleinasiatischen Chiliasmus und den millennialistischen Auffassungen in den Schriften von Justin dem Märtyrer sowie im Barnabasbrief. In den beiden abschließenden Kapiteln werden wir den dramatischen Wandel in der chiliastischen Debatte analysieren, der sich in der östlichen Christenheit unter der Schirmherrschaft von Origenes und Dionysius von Alexandria sowie in der westlichen Christenheit unter Augustinus ereignete.4

Dr. Martin Erdmann

Anmerkungen

1 Christlicher Chiliasmus muss eindeutig von ähnlichen jüdischen und gnostischen Vorstellungen unterschieden werden. Um jegliche Verwirrung über bestimmte Begriffe in dieser Studie zu vermeiden, werde ich folgende Terminologie verwenden. „Chiliasmus“, „Millennialismus“ und „Millenarismus“ werden synonym gebraucht, um die „christliche Lehre eines buchstäblichen Tausendjährigen Reiches“ zu bezeichnen, es sei denn, es wird anderweitig kenntlich gemacht. Der Ausdruck „Goldenes Zeitalter“ bezieht sich auf die jüdische Hoffnung des messianischen Zeitalters. Die heidnische Vorstellung einer glückseligen Zukunft wird als „paradiesisches Zeitalter“ bezeichnet.

2 J. A. MacCulloch, „Eschatology“, in: Encyclopedia of Religion and Ethics, Vol. 5, J. Hastings, Hrsg., Charles Scribner’s Sons, New York, 1928, S. 388.

3 Vergl. Baruch-Apokalypse 29,5ff; 1Henoch 10,19.

4 Obgleich es aus akademischer Sicht vorzuziehen wäre, die Zitate der griechischen und lateinischen Kirchenväter im Original anzuführen, hat sich der Verfasser dazu entschieden, sie entweder zu übersetzen oder englische Übersetzungen aus allgemein anerkannten Nachschlagewerken anzuführen.

INHALT

1 Jüdische Apokalyptik

1.1 Einführung

1.2 Ursprung jüdischer Apokalyptik

1.2.1 Außerbiblische Einflüsse auf die jüdische Apokalyptik

1.2.2 Biblische Einflüsse auf die jüdische Apokalyptik

1.3 Unterschiede zwischen Prophetie und Apokalyptik

1.4 Kanonizität der jüdischen Apokalyptik

1.5 Merkmale jüdischer Apokalyptik

1.6 Historisches Milieu jüdischer Apokalyptik

1.7 Botschaft der jüdischen Apokalyptik

1.8 Die Offenbarung und jüdische Apokalyptik

1.9 Schlussfolgerung

2 Johannes und das Millennium

2.1 Einführung

2.2 Überblick über millennialistische Auffassungen

2.2.1 Amillennialismus

2.2.2 Postmillennialismus

2.2.3 Prämillennialismus

2.2.3.1 Historischer Prämillennialismus

2.2.3.2 Dispensationalistischer Prämillennialismus

2.3 Offenbarung 20,1-10

2.3.1 Das Binden Satans

2.3.2 Kontroverse zwischen Prämillennialismus und Amillennialismus

2.3.3 Gericht und Auferstehung

2.3.4 Die erste Auferstehung

2.3.5 Freilassung Satans und letzte Rebellion

2.3.6 Endgültiges Gericht über Satan

3 Hermeneutische Prinzipien der Kirchenväter

3.1 Einführung

3.2 Patristische Exegese

3.2.1 Christologische Interpretation

3.2.2 Vom Heiligen Geist erleuchtete Interpretation

3.2.3 Allegorische Interpretation

3.2.4 Interpretation im Literalsinn

3.3 Patristische Dogmenentstehung

3.4 Schlussfolgerung

4 Kleinasiatischer Millennialismus

4.1 Einführung

4.2 Merkmale des kleinasiatischen Millennialismus

4.2.1 Ursprüngliche Quellen

4.2.2 Einfluss der jüdischen Apokalyptik

4.2.2.1 Das adamitische Millennium

4.2.2.2 Der siebte Tag der kosmischen Woche

4.2.3 Chiliastische Interpretationen alttestamentlicher Prophetie

4.2.4 Wiederherstellung des irdischen Jerusalem

4.2.5 Sinnliche Aspekte des kleinasiatischen Millenniums

4.2.6 Eintausend Jahre

4.2.7 Millennialismus der Montanisten

4.3 Schlussfolgerung

5 Justin der Märtyrer und das Millennium

5.1 Einführung

5.2 Das Millennium

5.3 Schlussfolgerung

6 Barnabas und das Millennium

6.1 Einführung

6.2 Verfasserschaft

6.2.1 Inhalt

6.2.2 Datierung der Niederschrift

6.3 Das Millennium

6.3.1 Die kosmische Woche

6.3.2 Die Sabbatruhe

6.3.3 Der achte Tag

6.4 Schlussfolgerung

7 Der Anti-Millennialismus der Alexandriner

7.1 Einführung

7.2 Origenes

7.2.1 Einführung

7.2.2 Allegorische Interpretation

7.2.3 Widerstreben gegen den Millennialismus

7.2.4 Die erste und zweite Auferstehung

7.2.5 Das zweite Kommen Christi

7.2.6 Origenes Einfluss auf die Kirche

7.3 Dionysius von Alexandria

7.3.1 Einführung

7.3.2 Chiliastischer Streit

7.3.2.1 Ursprung

7.3.2.2 Intention

7.4 Schlussfolgerung

8 Amillennialismus des Augustinus

8.1 Einführung

8.2 Das Millennium

8.2.1 Überblick

8.2.2 Das zweite Kommen Christi

8.2.3 Symbolische Deutung der ersten Auferstehung

8.2.4 Eintausend Jahre

8.2.5 Das Binden Satans

8.2.6 Der Abyssos

8.2.7 Die kurzfristige Freilassung Satans

8.2.8 Klerikale leiten die Kirche

8.2.9 Die Kirche als Repräsentant des Königreiches Christi

8.3 Schlussfolgerung

9 Schlussfolgerung

9.1 Hermeneutische Prinzipien der Kirchenväter

9.2 Der kleinasiatische Millennialismus

9.2.1 Kategorisierung der Offenbarung

9.2.2 Jüdische Apokalyptik

9.2.3 Apokalyptische Einflüsse auf den kleinasiatischen Millennialismus

9.2.4 Ähnlichkeiten des modernen Prämillennialismus mit dem kleinasiatischen Millennialismus

9.3 Der Millennialismus des Johannes

9.4 Justin der Märtyrer und der Millennialismus

9.5 Barnabas und der Millennialismus

9.6 Der Anti-Millennialismus der Alexandriner

9.7 Der Anti-Millennialismus des Augustinus

9.7.1 Moderner Amillennialismus

9.7.2 Moderner Postmillennialismus

9.7.3 Moderner Prämillennialismus


avatarklein

Eingestellt von S.Schad © d-publikation alle Rechte an diesem Artikel vorbehalten.

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3 Kommentare

  1. Ich befürchte, dass es zwar für die “Theologen” unter uns spannend sein wird. Aber was ist mit dem einfach gestrickten Laien? Erklär mir z.B. mal einer aus dem Vorwort den Begriff “Chiliasmus”. Muuss ich wirklich alle 10 Buchseiten in einen Duden schauen? Ich befürchte, dass die große breite Masse dieses Buch nicht wirklich lesen und verstehen wird. Aber die braucht es eben, um mehr Menschen wie bei einem Schneeballsystem zu erreichen.

    1. Lieber Bruder Wolfgang Lindemeyer, ja, in der Tat, oder besser gesagt im WORT ist der Martin Erdmann schon hochgebildet. Chiliasmus ist ein Synonym für Millenarismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Millenarismus … ich habe dieses Wort auch bei Martin zum ersten mal gelesen. Eine gewisse Zeit lang als ich besonders viele Artikel von Martin veröffentlicht hatte, sah ich, daß die Zahl der Leser fiel und fiel und fiel, daher habe ich sehr häufig einen Vorkommentar geliefert um Martins oft komplizierte Ausführungen verständlich einzuleiten. Ich bin sehr dankbar für das was er bisher schrieb, da er mir öfters schon die Augen geöffnet hatte.

      Herzliche Grüße – Siegfried

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