Die Transformationstheologie (Rolf Wiesenhütter) / Vorbemerkung (ootb)

Vorbemerkung (ootb)

Leider gibt es nur sehr wenige Stimmen neben Rolf Wiesenhütter mit seinem folgenden Beitrag, die die wachsende Bedrohung der Transformationstheologie verfolgen. Zu diesen Stimmen zählen voran Dr. Martin Erdmann, Georg Walter und Rudolf Ebertshäuser. Erdmann hat in seinem Buch “Der Griff zur Macht” akkribisch nachge-wiesen, welche Quer- und direkten Verbindungen zwischen New Age, Theosophen und der Emerging Church bestehen. Ich möchte nur wieder und wieder und erneut raten, da diese falsche Theologie bereits in allen Allianzkirchen(!!!) z.T. hinter dem Rücken der Gläubigen, fest etabliert wurde, das Buch von Martin Erdmann zu lesen (Leseprobe siehe am Ende des Artikels), der die Entstehung und Gefahren dieser weit verbreiteten Irrlehre aufdeckt und die widergöttlichen Bestrebungen der Protagonisten bloßstellt.

theotransformation


(Quelle: Rolf Wiesenhütter www.der-ruf.info)

Auszug aus dem Buch Der Adventismus in der Falle des Antichristen von Rolf Wiesenhütter http://der-adventismus-in-der-falle.npage.de/


Die Transformationstheologie

Immerhin haben die Vertreter der Emerging Church eine angemessene Formulierung für ihr Vorhaben gefunden. Transformation, das meint umformen. Man beabsichtigt also, die bisherige Theologie völlig zu verändern. Das Wort „Transformation“ wird
nicht synonym, sondern mit Begriffen wie „neues Sehen“, „Bewusstseinserweiterung“, oder „Paradigmenwechsel“ angewandt. Man spricht inzwischen von “ganzheitlichem” Glauben, der die Welt verändern soll. Das evangelische Christian Jensen Kolleg in Breklum stellt aktuell die Frage, ob es eine Transformationstheologie überhaupt gibt und kommt zu einer erstaunlichen Antwort:

“Das Wort vom Glauben neu sagen, so dass es zu den transformatorischen Bewegungen passt, ist eine notwendige und dazu zutiefst spannende Aufgabe. Manches im lutherischen Erbe muss dabei neu entdeckt, von mancher Schlacke spätlutherischer Erstarrung befreit werden.”(38)

Es kann doch nicht darum gehen, das Wort Gottes in der Form neu zu sagen, dass man es sinnentstellt widergibt. Auch geht es nicht um die Kommentierungen Martin Luthers, sondern um das Wort Gottes an sich, welches man so formulieren muss, dass es der Wahrheit gemäß ist. Inzwischen ist man in Breklum dazu übergegangen, Themenwochen zur Transformation durchzuführen. Einer der Dozenten, Christoph Quarch, spricht davon,

“…dass der Begriff der „Liebe“ bei der Formulierung einer neuen Theologie der Transformation entscheidend sein wird. Sympathie, Zuwendung, Einfühlen, Mit-Leiden und Mit-Freuen, Leidenschaft, die streitet und liebt, schließlich auch ein Eros, spirituell und körperlich, der Herz und Seele wärmt – eine neue Tonalität könnte Einzug halten, eine Färbung, die das wortlastige und kopfschwere Luthertum dringend braucht.”(39)

In diesen Zusammenhängen spricht Quarch von einer “Kirche der Transformation.” Abgesehen davon, dass hier alte Hüte des zwischenmenschlichen Miteinanders neu erfunden werden, dürfen doch Inhalte, selbst dann, wenn sie richtig sind, nicht dazu angewendet werden, die Wahrheit des Wortes Gottes außer Kraft zu setzen. Der Mittelpunkt des Evangeliums ist auch nicht die Liebe, sondern das Kreuz. Jesus Christus, der lebendige Gott, beansprucht nach wie vor den ersten Platz in unserem Leben. Natürlich kann man einwenden, dass Gott die Liebe in Person ist, aber gerade
deshalb darf man die Liebe eben auch nicht entpersonifizieren. Mir sind religiöse Bewegungen bekannt, die eine regelrechte Liebeshysterie praktizieren, die dazu geführt hat, dass man ein aufkommendes Sündenbewusstsein regelrecht verteufelt. Dort hat man inzwischen den “spirituellen Eros” in der Form umgesetzt, das man den Ehebund zu einer dämonischen Bindung umtransformiert hat mit dem Ergebnis, dass nun in den Gemeinden Ehebruch und Hurerei in Hochpotenz betrieben wird. Eine Korrektur der
biblischen Wahrheit in dieser Form kann man nur als satanisch identifizieren. Auch wenn die Transformation in der Emerging Church bisher nicht dermaßen aus dem Gleis gesprungen ist, so kann man jedenfalls am Horizont bereits erkennen, was passieren
kann, wenn wir anfangen, den Weg der Wahrheit zu verlassen.

Anstatt die Menschen in den Gehorsam gegen Gottes Wort zu Jesus einzuladen und sie auf dem Weg zu Jesus und damit in die Gotteskindschaft zu begleiten, sucht die Emerging Church in der Transformation neue Wege in gesellschaftsrelevanten Themen wie diakonischen Hilfestellungen und kulturellen Gegebenheiten. So kann man aber das Reich Gottes nicht bauen, denn das Reich Gottes wird nicht durch Menschen errichtet. Darum ist eine propagierte, “ganzheitlich” verstandene Missionsarbeit letztlich nur Mittel zum Zweck, um Tabus aufzubrechen, die allenfalls dem Zeitgeist geschuldet sind. Wenn es um die Relevanz der Glaubensfindung geht, so muss man auf die Ausführungen des Theologen Karl Barth verweisen, der entgegen dem postmodernen Anspruch, die Bibel gesellschaftsrelevant auszulegen und die Christen dahin gehend zu transformieren erklärt:

“Zum Wesen des Zeugnisses der Heiligen Schrift gehört es, dass es über sich hinausweist auf eine überlegene Instanz. Die Offenbarung Gottes bezeichnet
diesen Bezugspunkt, der das Wesen der Schrift bestimmt. Die Anerkennung dieses Verweisungszusammenhangs, d.h. der Vorgang, in dem die Schrift zur Offenbarung
wird, ist immer zugleich ein ganz schlichtes Geschehen. Der Inhalt des Zeugnisses verschafft sich selbst Geltung, die auf Seiten des Rezipienten die Haltung des Gehorsamsgegenüber dem Zeugnis hervorbringt.”(40)

Barth stellt hier klar, dass der Bibel eine Selbstbeglaubigungsmacht zugrunde liegt. Daraus ergibt sich, dass der Gehorsam gegen das Zeugnis der Heiligen Schrift unveräußerlich ist. Eine gesellschaftsrelevante und damit dem humanistischen Zeitgeist
angepasste Neuinterpretation der Bibel hat von daher keinerlei Berechtigung. Sie würde bedeuten, dass die Wahrheit in Lüge verkehrt wird, und die Menschen, die sich darauf einlassen, werden in die Irre geführt.

Vergessen wir nicht: “Transformation ist ein zentraler Begriff im New Age. Es beginnt ganz harmlos. Jemand hat ein Problem. Daherwird er angehalten, mystische oder psychische Erfahrungen zu machen. Man ist nun neugierig geworden. Nachdem
der Einzelne spürt, dass es etwas Wertvolles zu finden gibt, beginnt er mit Vorsicht oder Enthusiasmus, danach zu suchen. Jetzt ist der Suchende ganz in dem okkulten System gefangen. Er ist immer tiefer eingedrungen und lebt bereits mittendrin. Er lebt mitten in dem Geheimnis. Obwohl es bevorzugte Lehrer oder Methoden geben mag, vertraut der Mensch einem Guru. Er praktiziert die Übungen, die er kennen gelernt hat, mit
Überzeugung und Bewusstsein. Jetzt wird der Jünger zum Verschwörer, zu einem solchen, der alle Leute von seiner neuen okkulten Weltanschauung überzeugen will. Er
entwickelt einen geradezu missionarischen Eifer, um andere in sein System hinein-zuziehen. Die gesamte Gesellschaft soll transformiert, soll verändert werden.Dazu sind ihm die okkulten Kräfte dienlich, die er gefunden hat. Diese Stufen der Transformation stellen nichts anderes als eine Einführung in den Okkultismus mit all seinen Folgen dar.(41)

Ob man diese Definition von Transformation mit der transformatorischen Theologie der Emerging Church vergleichen kann, werden wir noch erfahren, wenn wir uns die “neuen Erkenntnisse” dieser Bewegung näher anschauen.

38. Jörg Lauster; Prinzip und Methode: Die Transformation des
protestantischen Schriftprinzips durch die historische Kritik von
Schleiermacher bis zur Gegenwart; Mohr Siebeck, 2004;Kap. 5.2.1 S.258,ff
39. M. Ferguson, Die sanfte Verschwörung, 1982
40. Christ sein zwischen Weltflucht und Anpassung;
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=415#more-415
41. ebda.


siehe auch Artikel:

Adventisten und die Transformationstheologie (Rolf Wiesenhütter)


Leseprobe: DER GRIFF ZUR MACHT Dominionismus – der evangelikale Weg zu globalem Einfluss (Dr. Martin Erdmann)


rolfkl

Rolf Wiesenhütter © alle Rechte an diesem Artikel vorbehalten. Bitte besuchen Sie auch mein Forum www.irrglaube-und-wahrheit.ch


7 Kommentare

  1. Lieber ootb, ich bin einer Meinung mit Dir wegen der Emerging Church Bewegung. Auch unsere FeG ist auch schon davon durchdrungen. Was habe ich schon mit unserem Pastor darüber gesprochen! Ich sehe meinen Kommentar übrigens nicht als ein Richten, sondern als ein Aufdecken der Werke der Finsternis! Viele leitende Geschwister schweigen zu üblen Zuständen in der Gemeinde in unserem Land! Ist denen vielleicht die Abneigung des eventuellen Gegenwindes wichtiger als die Versorgung der Gemeinde! Schweigen verführt auch! Etwas anderes noch: die Apostel, Propheten (richtig verstanden) sind genauso wie die Hirten und Lehrer und Evangelisten sind wichtiger Teil der Apostellehre. Selbst Herbert Jantzen sagt in einer Predigt: “die Missionare sind die Nachfolger der Apostel!” Wieso ging denn der Apostel Paulus auf Missionsreisen? Weil das Wort Apostel exakt das selbe bedeutet wie das Wort Missionar! Wieso soll es heute denn keine Missionare mehr geben? Keine Frage, der Missbrauch der Stellung der ersten Zwölf Apostel (RKK, NA) kann schon von einem differenzierten Gebrauch des Wortes Apostel und seinem Dienst abhalten! Deshalb rede ich heute nur noch von Missionaren. Ähnlich ist es mit dem neutestamentlichen Propheten. Im neuen Testament muß dieser Dienst sorgfältig überprüft werden! Dies Prüfen können wiedergeborene Christen, weil diese im Gegensatz zum AT, im Besitz des Heiligen Geistes sind! Es gibt für Gott genügend z.B. über den Zustand einer Gemeinde zu sagen, auch ohne dem Wort Gottes etwas hinzugefügt wird oder hinweggetan! Ich bin wirklich alles andere als ein Charismatiker! Aber ich will weder rechts noch links vom Pferd runterfallen! Ein kleiner Test für Bibeltreue: “Hindert nicht die Zungenrede!” Liebe brüderliche Grüße, Gerold Behringer.

      1. Lieber ootb, vielen Dank für den empfohlenen Link. Habe ihn durchforstet und habe dabei keinen einzigen Gegensatz zu meinem obigen Kommentar gefunden!
        Liebe Grüße, Gerold Behringer

  2. Lieber OOTB, keine Ahnung wieso man als Christ dazu ein Buch lesen muss/soll, wenn auch von Dr. Erdmann. Das ist doch wie bei dem hier erwähnten “Liebe”-Thema – da schau ich in die Bibel und gut is’.

    Es ist einfach nicht die Stimme meines Hirten, die da spricht. Da hören nur die drauf, die sowieso nicht zu Seiner Herde gehören. Also für mich ist das als Kind Gottes doch gar keine Gefahr.

    1. Liebe Annabell, nicht jedes Kind Gottes ist so geübt in der Unterscheidung wie Du es womöglich bist … es ist eine tückische Gefahr die sich in die (Allianz)Gemeinden eingeschlichen hat. Schließlich sind auch z.B. Rudolf Ebertshäuser, Georg Walter die uns heute mit sehr guter Apologetik dienen, einst Verführte der Charismatik bzw. Pfingstlehre gewesen. Daher ist es gut solche Bücher an der Hand zu haben. Wäre es so einfach, daß man immer nur die Bibel zur Hand nehmen müßte, dann wäre diese Literatur wirklich überflüssig – ist sie aber nicht, da wir Dank solcher Autoren die Gefahren besser erkennen können.

      1. Lieber OOTB, eigentlich muss man aber nur immer die Bibel zur Hand nehmen – und zwar deshalb, weil Gottes Wort ja sonst quasi “ergänzungsbedürftig” – und somit unvollständig – wäre. In der Schrift sind sämtliche Fragen nicht nur zum gesamten Lebensbereich des Menschen sondern auch zu diversen Irrlehren (die heute nur in einem anderen Gewand daherkommen) bereits u. a. in den Briefen abgedeckt. Die Bücher der Brüder sind sicherlich wertvoll, doch tatsächlich notwendig wären sie nicht, würde sich jeder Christ nur (immer wieder) strikt an das Wort halten und keinerlei Bibelkritik zulassen. Dass Gott trotzdem zur Befestigung der Gemeinde und zur besseren Erläuterung Seines Wortes Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer gegeben hat (Eph 4,11), ist dazu gar keine Frage.

        Ein Beispiel zur Unterwanderung der Theologischen Hochschulen durch die Transformationslehre bietet auch dieser Artikel hier: Siehe Punkt 5.)!
        https://bibelbund.de/2015/09/christen-und-die-politik/

        Diese Haltung ist inzwischen dermaßen verbreitet, dass man sich wundern muss/kann, woher sie kommt. Aber es ist genau das, was Du hier bezeichnest: Transformation. Die Mehrheit auch wiedergeborener Christen ist leider von der Richtigkeit dieser politischen Einflussnahme völlig überzeugt (u. a. Brüder M. Kotsch und besonders J. Tscharntke mit seiner AfD-Werbung). Und das sind sicher keine Allianz-Christen…

        Manchmal denke ich, wenn man zuviel von diesen zusätzlichen Büchern liest, wird die Verwirrung und der Zweifel am Wort doch nur größer. Je umfangreicher der aufklärende Buchmarkt inzwischen, umso schwächer scheint mir der Glaube der Brüder zu werden. Deshalb ist die alleinige Quelle der Wahrheit doch die Bibel, und NUR diese.

        Was ich wiederum ganz sicher glaube: Dass trotz jeglicher Irrlehre KEIN wahres Gotteskind jemals verloren gehen kann (Joh 10,28-29)! 😉

        1. Liebe Annabell, nur eine kurze Antwort: Über den Wert des WORTES GOTTES müssen wir gewiß nicht streiten – sola scriptura! LEHRER sind unverzichtbar, so sagt es uns in betreffender Stelle ja auch das Wort. Eben Du sagst es ja “… Würde sich jeder Christ strikt an das Wort halten” … das ist aber wie wir wissen illusionär und daher hat GOTT auch Lehrer berufen die das Wort auslegen und verteidigen.

          Du vermischst da etwas: Die Irrlehrer oder Protagonisten der Transformationsbewegung sind nicht zu verwechseln mit (neuerdings) politisierenden bibeltreuen Christen, die in Gefahr laufen einen weltlichen Kampf gegen das Unrecht zu führen. Ja, es dürfte sich tatsächlich um eine Mehrheit handeln (wie ich befürchte).

          Ganz kurze Anmerkung: Ich gehe nicht davon aus, daß Du glaubst, daß es heute wie z.Zt. der ersten Gemeinde Apostel und Propheten gäbe, oder?

          Du schreibst:”Manchmal denke ich, wenn man zuviel von diesen zusätzlichen Büchern liest…” zu viele sollte man gewiß nicht lesen, jedoch gibt es immer noch zahlreiche Bücher die das WORT GOTTES gut befestigen, auch wenn der Schund sprunghaft zunimmt.

Kommentar verfassen