Rezension + Leseprobe: "Die Pianistin" von Ute Aland (Siegfried Schad)

(Quelle: Siegfried Schad www.der-ruf.info)


Vorweg

Nach dem überaus gelungenen Erstling (siehe Rezension: „Die Gottesversprecher“ – Ute Aland [Leseprobe] (Siegfried Schad)) war meine Erwartung, vor dem Lesen des neuen Buches von Ute Aland “Die Pianistin”, eher gedämpft, denn eine erzählerische und dramatische Steigerung, gegenüber dem Buch “Die Gottesversprecher” erschien mir schwer möglich. Ich möchte vorwegnehmen: Ich weiß meine Begeisterung für dieses neue Werk von Ute Aland schwer in Worte zu fassen!

Das vorliegende Buch ist nicht etwa als ein Frauenbuch zu bewerten, weil eine Frau es schrieb und eine Frau im Mittelpunkt der Handlungen steht … nein, dieses Buch ist geschrieben von einem Gotteskind, das Gotteskindern Trost im Zerbruch zuspricht.

Die Autorin schreibt über Zerbruch in der Weise, wie man ihn nicht aus Erfahrungen Dritter bzw. aus zweiter Hand schildern könnte, sondern so wie man ihn nur selber im Glutofen der Heiligung durch unseren Gott erfahren kann. Dieses Buch bewegt zutiefst und räumt erneut wie schon “Die Gottesversprecher” mit evangelikalem Zeitgeist auf!

Zum Inhalt

Die junge, künstlerisch vielversprechende Pianistin Joelle wacht im Krankenhaus auf und muß zu ihrem Entsetzen erkennen, daß sie mit ihrer linken Hand, die nach einem Unfall verkrüppelt ist, nie wieder den Tasten ihres Pianos die selben Töne entlocken können wird, wie zuvor. Dieser reale Albtraum für die Künstlerseele Joelle´s, forthin ohne das geliebte Spiel auf dem Piano leben zu müssen, stürzt diese in eine tiefe Glaubenskrise. Damit aber noch nicht genug des Unbills, denn kaum daß sich der jungen Frau neue Perspektive zu öffnen scheinen, folgen weitere herbe Rückschläge die Joelle´s Glauben nun massiv auf die Probe stellen. Eine rasante Fahrt der Enttäuschungen die zu einer Entfremdung von ihrem christusgläubigen Umfeld und sogar ihrem Ehemann führt, nimmt ihren Lauf und treibt Joelle in eine innere Isolation. Erst ein väterlicher Freund, ein pensionierter Pfarrer, kann Joelle die rechten Impulse in ihrem Glauben an Jesus Christus geben, die sie zu den Fragen der Souveränität des Handelns Gottes in einem Christenleben das mit Leid angefüllt ist hinführen.

Zum Schreibstil der Autorin

Ute Aland versteht es je nach den dramatischen Sinuskurven der Handlungen, zwischen lakonischem, emotional aufgewühlten, freudigen und entspanntem Timbre zu wechseln. Die atmosphärische Dichte ihrer Schilderung läßt den Leser mit der Hauptfigur mitleiden und um ihre Geschicke förmlich mitfiebern. Nachdem der Spannungsbogen der Handlung seinen Höhepunkt erreicht hat und der Leser schon bald so erschöpft ist, wie die leidende Hauptfigur, leitet Aland unmerklich einen fulminanten Schluß ein, der tiefe geistliche Erkenntnis enthält.

Geistliche Botschaften dieses Buches

Die Autorin versteht es trefflich Widersprüche und auch fromme Lügen im Evangelikalismus auszuleuchten. Ihre handelnden Figuren sind dabei überaus authentisch und lebendig und bilden dabei einen geistlichen Zustand ab, den man in fast jeder Allianzgemeinde antreffen kann: Das Kreuz und das Leiden Christi sind verpönt und wurden abgelöst von einer selbstbezogenen, selbstverwirklichenden und selbstverherrlichenden Religiosität – nicht mehr Christus, sondern der Mensch steht in der Mitte! Die Folgen dieses verdrehten Evangeliums und seiner stereotypen Phrasen über Heilung und Wohlstand und dem Segen Gottes, führen in den Prüfungen eines Christen zwangsläufig in die Verzweiflung und letztlich in den Unglauben, da sich die falschen Versprechungen nicht erfüllen können.

Selbsterlösende Handlungen, eine falsche Buße, Denkverbote und ein reduzierter Gott auf Menschenmaß sind die Kennzeichen des Mainstream-Evangelikalismus. Ute Aland zeigt in sehr einfühlsamer Weise auf, wie sehr ein falsches Gottesverständnis und falsche Ratgeber Salz in den Wunden eines Gotteskindes das im Feuerofen der Läuterung und Heiligung bzw. in den Prüfungen Gottes steht, sein können. Frommes Fleisch, in Gestalt wohlmeinender Geschwister, rät völlig ungeprüft durch sogg. prophetische Eindrücke, wie sie im heutigen Evangelikalismus Usus sind, oder bedrängen mit ihren falschen Gottesbildern und ihrer fehlenden Erkenntnis Geschwister die wahrhafte Krisen durchleben (ich kann solches Geschehen auch aus meinem persönlichen Leben und Erleben im gläubigen Umfeld bezeugen). Diese falschen Ratgeber steigern mit ihren guten Absichten, aber ihrem falschen Christusverständnis, das Leid der Betroffenen, ohne es zu bemerken. Statt Trost und Auferbauung erfährt der Leidende in solchem Umfeld Unverständnis, Ablehnung und folglich die lieblose Härte der Ausgrenzung, Vereinsamung und Isolation.

Das Beste kommt zum Schluß: Hiob! Kaum ein Buch der Bibel ist ein treffenderer Beleg für die absolute Souveränität Gottes in seinem Handeln an dem Gläubigen, seine Güte und seine Liebe, als Hiob! Diese Erkenntnis ist dieser Tage rar geworden, denn Gottes Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis (Hos 4.6). Im Unterschied zu einem Gottesvolk das Krankheit, Armut und jede Unbill im Leben eines Christen mit einer Proklamation des Sieges Jesu über den Satan besiegen möchte, weist Ute Aland auf Hiob 1, 6-12 hin, in dem Gott dem Satan erlaubt Hiob schwer zu schlagen um Hiob zu prüfen … und somit das fruchtlose Zeitgeist-Wohfühl-Evangelium ad absurdum führt.

Nachbemerkung

ich ringe schon seit Tagen um die richtigen Worte für eine angemessene Besprechung diese herausragenden Buches … ich hoffe, daß diese jetzt einigermaßen gelungen ist. Ute Aland beschreibt meisterhaft (anders kann ich es nicht sagen) was echter Zerbruch unter Gottes Hand bedeutet. Überaus bewegend und geistlich sehr tiefgründig schrieb die Autorin ein Buch, das sie als einen autobiografischen Roman bezeichnete … Zerbruch muß man selber erfahren haben, man kann ihn nicht so einfach aus zweiter-Hand-Schilderung beschreiben! Meine wärmste Empfehlung!

Leseprobe

Ute Aland – DIE PIANISTIN

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Die Pianistin

Autobiografischer Roman

von Ute Aland

240 Seiten, gebunden

14 x 21 cm

Erscheinungsdatum: 02.02.2016

Bestell-Nr.: 190944

ISBN: 978-3-7655-0944-5

EAN: 9783765509445

1. Auflage
das Buch können Sie im Shop des Brunnen-Verlages beziehen HIER


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