Der Christ und die Obrigkeit in einer Demokratie (TOPIC) / Kommentar (ootb)

Der Christ und die Obrigkeit in einer Demokratie (TOPIC)

(Quelle: TOPIC)

Seitdem TOPIC sich kritisch zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel äußert, mehren sich Proteste, vor allem aus Kreisen der Brüderbewegung, mit der Forderung, diese Kritik zu unterlassen. Dem TOPIC Informationsdienst wird konkret vorgeworfen, er betreibe „Hetze“ und „verunglimpfe hemmungslos Autoritäten“. Ein bibelgläubiger Christ habe sich nach dem Römerbrief Kapitel 13 der Obrigkeit unterzuordnen und diese nicht zu kritisieren, sondern für sie still zu beten. Bitte hier weiterlesen…

Kommentar

(Quelle: ootb www.out-of-the-blue.world)

Auch in dieser Frage beweist TOPIC-Chefredakteur Ulrich Skambraks einmal mehr Mut und Charakter: Er benennt Roß und Reiter. In der Tat sind es (das kann ich ebenfalls bestätigen) überwiegend Kritiker aus Kreisen der Brüdergemeinden, die unter den von TOPIC aufgeführten Argumenten eine Aufklärungsarbeit wie dieser ablehnend gegenüberstehen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch … ich sage das nicht pauschal, jedoch tendenziell muß ich TOPIC zustimmen und riskiere hierbei keine Auflage, wie die TOPIC-Redaktion, aber vielleicht ein paar Sympathien.

Der Schlußsatz des TOPIC-Artikkels lautet: ” Dieses Beispiel* zeigt, dass eine Unterordnung unter eine falsch verstandene Obrigkeit in einer Demokratie unserer Tage fehl am Platz – und auch nicht klar biblisch zu begründen ist.”  *Anm.: gemeint ist der erfolgreiche Protest gegen den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg

obrigkeit

Diesem Schlußsatz kann ich absolut zustimmen, auch wenn es sich um ein pragmatisches Argument handelt und muß auch gleichzeitig um der Ausgewogenheit willen und Mißverständnissen vorzubeugen anmerken, daß politische Aktivität, die Teilnahme an Demonstrationen, Werbung für Parteien, aktive Teilnahme in Parteien vom Wort Gottes her nicht abgeleitet und gerechtfertigt werden kann ( siehe Artikel  Die Christenfalle: 2 fatale Wege in den politischen Aktivismus und ihre Folgen (ootb)) … jedoch reden sollten wir zu den Zeiterscheinungen, oder wer sollte dies außer bibeltreuen Christen besser tun?

Hatte nicht etwa Johannes der Täufer des König Herodes Sünde auch Sünde genannt, OHNE hierbei an der Spitze eines Volksaufstandes gegen den König zu stehen? Er hatte deutliche Position bezogen und wurde in der Folge enthauptet.

Ich halte es für christliche Pflicht Position zu beziehen, OHNE dabei jedoch mit den säkularen Kräften in jedweder Weise zusammenzuarbeiten.

Ich wiederhole mich an dieser Stelle: Ich halte es für ein sehr fragwürdiges Zeugnis, wenn wir Christen mit Frau Petry, oder Frau Wagenknecht, mit Herrn Gauland oder Herrn Gysi identifiziert werden … ebenso gilt das selbe für die Personen der Parteien der “Mitte” (ich hätte auch Seehofer und Merkel sagen können).

2Kor 6,14 Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?


Autor ootb © alle Rechte vorbehalten.

6 Kommentare

  1. Lieber ootb, eine sehr gute und korrekt ausgewogene Betrachtung! Genau das sollte geschehen bei Eph 5,11. Br. Jakob Tscharntke hat leider seit fast 30 Gebetswochen darüber die Balance verloren. Er denkt außerdem, das Recht des “römischen Bürgers” schließt politische Beteiligung von Christen mit ein. – Übrigens war J. der Täufer zwar heilszeittechnisch (noch) kein Christ, doch war der Geist Gottes auf ihm seit Geburt und er ist unser Bruder genauso wie alle Jünger Jesu nach ihm. Und so wie er verstehe auch ich persönliche Stellungnahme zu Sünde.

      1. Lieber ootb, schau dir auch mal diesen Artikel an: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-hat-mit-dem-christentum-wenig-gemein-14257489.html und vergleiche die ganze Entwicklung mit den “Deutschen Christen” 1933/34. Ich lese gerade Br. Paul Schneiders Bio und sehe einige Parallelen zum geschichtlichen Verlauf. Was bei ihnen das ‘deutsch-national’ antijüdische Element war, sehe ich heute geistlich in den Bestrebungen der Ersatztheologie, des Dominionismus und des Amillenialismus. Viele Grüße!

        1. Liebe Annabel.dieser Artikel der FAZ hat es “in sich” … eine Meisterleistung intelligenter Propaganda, auch wenn einige Aspekte der AfD durchaus treffend beleuchtet werden. Es gibt aus meiner Sicht (heute) ein ganzes Bündel der Ideologien die alle widerum zu einem Ziel führen und deshalb parallel existieren dürfen, weil letztlich ALLE (Ideologien und Modelle) in der Summe zum gleichen Ausgang führen werden.

  2. Johannes der Täufer war aber kein Christ.
    Und unser Bürgerrecht ist im Himmel, wir sind Fremdlinge auf der Durchreise und Gott behält alles in seiner Hand.
    Ich werde weiterhin, weder das Stimm-noch das Wahlrecht (CH) in Anspruch nehmen, weil mir bewusst ist, Gott setzt ein und ER setzt ab….ich mache das was Gott von mir verlangt, egal was der Mensch (U.Skambracks) sagt, Gottes Wort ist DER Massstab.
    Im übrigen, vor vielen Jahren bekam ich einmal für ein Jahr ein TOPIC-Abo geschenkt. Die Recherche war oft so schlecht, siehe auch die vielen Korrekturen und Richtigstellungen, die immer wieder gebracht werden müssen, dass ich auf eine Verlängerung verzichtet habe.
    Jeder prüfe ALLES anhand von Gottes Wort.

    1. ich lasse diese Auffassung über Johannes einmal so stehen (auch wenn ich sie nicht teile). Nun, eine Meinungsäußerung oder eine Stimmabgabe würde mir geradezu in der Schweiz (etwas) leichter fallen – ich arbeitete mehrere Jahre in Basel und kenne die Verhältnisse ein wenig. Aber, gewiß sollen wir nach unserem Gewissen entscheiden und ganz so wie Du sagst sind wir in allererster Linie Bürger des Himmels (ohne Frage). Man sollte fairerweise TOPIC zu Gute halten, daß sie sich manchmal auf schwieriges Terrain wagen und da kann es schon mal passieren, daß man etwas korrigieren muß.

Kommentar verfassen