Der Anschlag der 95 Thesen nur eine Legende? (Dirk Noll)

(Quelle: Dirk Noll www.der-ruf.info)


Der Anschlag der 95 Thesen nur eine Legende?

Je näher am 31. Oktober 2017 das 500-jährige Jubiläum der Reformation kommt, umso mehr verbreiten sich Gerüchte, die das Werk von Martin Luther in Frage stellen.

In jüngster Zeit wurden mir Artikel übersandt bzw. erzählten mir Leute, dass der Anschlag der 95 Thesen von Dr. Martin Luther am 31. Oktober 1517 nur eine Legende wäre und gar nicht stattgefunden habe.

 

Sogar die Nachrichten meldeten am 31. Oktober diesen Jahres: Der Thesenanschlag ist nur eine Legende:http://www.n-tv.de/panorama/Luthers-Thesenanschlag-ist-eine-Legende-article18937366.html

Deshalb wollen wir kurz überprüfen, welche historischen Belege es für den Thesenanschlag gibt und wie das Gerücht von der „Legende des Thesenanschlags“ in die Welt gekommen ist.

1. Die 95 Thesen sind historisch belegt.

Sie wurden im Jahr 1517 in lateinischer Sprache bei Hieronymus Höltzel in Nürnberg gedruckt.

https://la.wikisource.org/wiki/Disputatio_pro_declaratione_virtutis_indulgentiarum

2. Der Thesenanschlag selbst.

Hierfür gibt es zwei historische Belege:

a) Vom Sekretär Luthers Georg Rörer (1492-1557) gibt es eine handschriftliche Notiz: “Im Jahr 1517 am Vorabend von Allerheiligen sind in Wittenberg an den Türen der Kirchen die Thesen über den Ablass von Doktor Martin Luther vorgestellt worden.“

b) Philipp Melanchthon erwähnt in der Vorrede zum zweiten Band seiner Ausgabe der Werke Luthers den Anschlag der 95 Thesen in Wittenberg.

3. Wer hat die Legende vom Thesenanschlag in die Welt gebracht?

Hier sind zwei Personen zu nennen:

a) Ein katholischer Kirchengeschichtler namens Erwin Iserloh, der 1961 einen Artikel gegen den Thesenanschlag geschrieben hat und diesen nicht als historisch ansieht.

b) Ein Autor der Zeitung „Die Zeit“ namens Gerhard Prause, der einen Artikel über den Thesenanschlag schrieb und diesen als Legende bezeichnete.

Das Argument gegen den Thesenanschlag ist, dass Luthers Sekretär Georg Rörer und Melanchthon keine Augenzeugen waren und ihre Notizen deshalb nicht als historischer Beweis angesehen werden können.

4. Kirchenhistoriker, die der These von der Legende widersprechen.

Der Kirchenhistoriker Heinrich Bornmann vertritt die Auffassung, dass es durchaus den üblichen Gepflogenheiten akademischer Disputationen in Wittenberg entsprochen habe, die Thesen an der Schlosskirche als Universitätskirche öffentlich anzuschlagen, denn sie diente auch als Auditorium maximum bei Disputationen und Promotionen. Auch der Kirchenhistoriker Kurt Aland hält die Ereignisse für authentisch.

5. Fazit:

Es gibt zwar historische Ereignisse, welche besser belegt sind als der Thesenanschlag, aber es gibt auch keinen hinreichenden Grund, diesen als „Legende“ zu bezeichnen. Es sieht ganz danach aus, dass es sich hier um einen weiteren Angriff auf das Werk von Martin Luther handelt, bei dem die Wahrheit der Bibel, die durch Luther erneut weltweit bekannt gemacht wurde, wieder verdunkelt werden soll.

Doch dies wir nicht funktionieren, weil Gott für die Verbreitung seines Wortes zwar Menschen gebraucht, aber von diesen nicht abhängig ist. Auch wenn der Name der Diener des Wortes in Frage gestellt oder gar beschmutzt wird, so wird Gott sein Werk durch sein Wort, die Heilige Schrift, unaufhaltsam weitertreiben, bis sein Ziel erreicht ist und die Vollzahl seiner Kinder zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist.

Im Folgenden nun die 95 Thesen von Martin Luther, die zur Buße aufrufen, zur Umkehr zur Bibel allein und zu dem alleinigen Retter Jesus Christus:

https://www.ekd.de/glauben/95_thesen.html


Dirk Noll © alle Rechte an diesem Artikel vorbehalten.


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