DIE URSPRÜNGE DER „SPIRITUELLEN BILDUNG“ (DR. MARTIN ERDMANN) / Vorbemerkung (Siegfried Schad)

Vorbemerkung (Siegfried Schad)

Theologische Seminare sind richtungsweisend(!!!) … dies hat uns Dr. Martin Erdmann in der Vergangenheit schon mehrfach nachgewiesen, nicht zuletzt in seinem Buch “Der Griff zur Macht“. Eine wahre Brutstätte der abstrusesten Irrlehren und Kaderschmiede neoevangelikaler Irrlehrer ist das Fuller Theological Seminary in Pasadena USA. Glauben Sie bitte nicht, daß dessen Einfluß lediglich auf die USA begrenzt wären … Absolventen, wie ein Rick Warren (siehe mehrere Artikel HIER), haben leider weltweiten Einfluß auf den Evangelikalismus. Leitender Professor war über viele Jahre, der mittlerweile verstorbene C. Peter Wagner, ein Kopf und Lautsprecher der sogg. “Neuen Apostolischen Reformation”, über die Dr. John MacArthur u.a. äußerte, daß sie weder NEU, noch APOSTOLISCH und schon gar nicht REFORMIERT wäre. Im Gegenteil, war es so, daß eine alte Lehre, die in der Pfingstbewegung entstand, die sogg. Spätregenlehre, die von der überwiegenden Mehrheit der Pfingstler abgelehnt wurde, durch Protagonisten w.z.B. C. Peter Wagner neu verpackt und leider sehr erfolgreich verbreitet wurde. Nicht alleine, aber im Besonderen wurde die pfingst-charismatische Bewegung weltweit von diesen Irrlehren nachhaltig geprägt ( siehe mehrere Artikel unter dem Stichwort “Neue Apostolische Reformation” HIER).


siehe auch Artikel:

BRUTSTÄTTE DER IRRLEHREN (SIEGFRIED SCHAD) / FULLER SEMINARY UND LGBT (GEORG WALTER)


Neues Unterrichtsfach am Fuller Theological Seminary (Dr. Martin Erdmann)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

In dem Buch The New Neutralism II (Here I Stand Books, 1992), einer ausgezeichneten Bewertung des Neo-Evangelikalismus, erwähnt John E. Ashbrook kurz einige Fakten über die Ursprünge der „Spirituellen Bildung“ [spiritual formation]. Wie nicht anders erwartet, nahm diese falsche Lehre ihren Anfang am Fuller Theological Seminary in Pasadena, Kalifornien. Nachdem sich diese Lehre dort etabliert hatte, verbreitete sie sich schnell in den weitvernetzten Kanälen des Neo-Evangelikalismus.

Pastor Ashbrook schreibt:

„Dr. Richard Lovelace, der Kirchengeschichtler am Gordon-Conwell Theological Semiary und selbst ein Neo-Evangelikaler, schrieb einen Artikel für die September-1984-Ausgabe der Zeitschrift Charisma. Der Titel lautete, „Three Streams, One River?“ [Drei Ströme, ein Fluß?“]. Darin gab er folgende Tatsache bekannt:

‘Und das Studienprogramm am Fuller Seminar ist zur Zeit ein „Mischbehälter“, in den drei Ströme einfließen. Ein bedeutsamer katholischer Einfluss macht sich im Programm der Spirituellen Bildung des Seminars bemerkbar. Der Kurs, „Zeichen, Wunder und Gemeindewachstum“, den C. Peter Wagner und John Wimber gemeinsam unterrichten, hat eine wichtige charismatische Dimension in die Schule der Weltmission injiziert‘ (S. 26-27).“

In dem Buchkapitel „Intellectuals in Residence“ [Intellektuelle vor Ort] weißt Ashbrook etwas später auf die Bedeutsamkeit einer Frau namens Roberta Hestenes hin:

„In dieser Zeit der Frauenrechte wagt es keiner nur von männlichen Neo-Evangelikalen zu sprechen. Wenden wir uns von Tony Campolo ab und schauen uns kurz seine Vorgesetze, Roberta Hestenes, Rektorin des Eastern Colleges, an.

Christianity Today, in ihrer Ausgabe vom 3. März 1989, veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel, „Roberta Hestenes: Taking Charge“ [Roberta Hestenes: Ergreift die Führung“]. Darin wird folgendes bekanntgegeben

Roberta Hestenes

‚Als Rektorin des Eastern College in St. Davids, Pennsylvania, ist sie die erste Frau in dieser Position unter den Ausbildungsstätten der evangelikalen Koalition Christlicher Hochschulen (Christian College Coalition]. Sie besitzt auch Einfluss in einer der größten parakirchlichen Organisationen der Welt, World Vision, wo sie den Vorsitz des Vorstandes als Aktivistin einnimmt.‘

Hestenes studierte am Whittier College in Kalifornien und ging auf Ratschlag ihres akademischen Mentors in der lutherischen Studiengruppe zu einer kleinen Quäkerkirche, wo sie Christin wurde. Nachdem sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in den Staat Washington gezogen war, kam sie unter den Einfluss von Dr. Robert Munger, dem Pastor der University Presbyterian Church in Seattle. Ihre organisatorischen Fähigkeiten, neben ihrer Begabung als Lehrerin, wurden erkannt, als sie Aufgaben in der Kirche wahrnahm. Munger nahm 1989 eine Berufung zum Professor am Fuller Seminary an und gab sich solange nicht zufrieden, bis Hestenes ihm folgte.“

„Christliche Bildung“ wichtiger als theologische Präzision

In Reforming Fundamentalism gibt uns George Marsden einige historische Hintergrundsfakten. Er beschreibt die Initiativen am Fuller Seminary, sich nicht mehr über den Status zu definieren, eine Hochschule für angehende Pastoren zu sein, die den höchsten akademischen Anforderungen entspricht, sondern sich vielmehr als Ausbildungsstätte für Professionelle zu präsentieren. Im Folgenden gibt Ashbrook weitere Hinweise auf die allmähliche Veränderung der geistlichen Ausrichtung des Fuller Seminarys (S. 274):

„Wie wir gesehen haben, waren die beiden Schulen für Psychologie und Weltmission, bedingt durch die Ausrichtung ihrer Fachbereiche, auf praktische Aspekte fixiert, und viele der Professoren brachten wenig Geduld für das alte Ideal des Seminars auf. Nun setzten sich solche Ansichten auch in der Schule für Theologie durch. Besonders im praktischen Bereich betonten solch einflussreiche Personen wie Roberta Hestenes, Robert Mungers Protege, dass ein Seminar nicht nur ein intellektuelles Zentrum des Leibes Christi [christliche Gemeinde] sei, sondern auch ein theologisches Zentrum für Ressourcen, die im pastoralen Dienst und in der Sozialarbeit Verwendung finden. Für diesen Zweck war wahrscheinlich die ‘Spirituelle Bildung’ wichtiger als theologische Präzision.“

In der bereits erwähnten Ausgabe gibt Christianity Today den folgenden Gedanken wieder:

„Hestenes setzte ihr Zeichen am Fuller Seminary … Sie war nicht zufrieden, nur das Fach ‘Kommunikation’ zu lehren, sondern half ein neues Hauptfach zu erfinden, das man bisweilen Christliche Bildung und Jüngerschaft titulierte. Im Namen selbst liegt die Behauptung, Jünger zu machen, nicht Wissen zu vermitteln. Dieser Vorsatz sollte im Zentrum des Seminars wie der Kirche stehen“ (S. 54-55).

Fuller Theological Seminary setzte sich mit vollem Enthusiasmus ein, die neue Lehre der „Spirituellen Bildung“ so weit wie möglich zu propagieren. Die Dozenten nutzten die intellektuelle Aura des Seminars, um ihr Glaubwürdigkeit zu verleihen und ihre Annahme in den christlichen Gemeinden zu gewährleisten.

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