BILL GATES FINANZIERT RICK WARREN (DR. MARTIN ERDMANN)

(Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

Gemeinsame Fokussierung auf AIDS

Vieles deutete darauf hin, dass Rick Warren seinen globalen P.E.A.C.E.-Plan teilweise von säkularen Stiftungen, wie der Gates-Stiftung, finanzieren lässt. Was bislang noch gefehlt hat, waren die harten Belege, dass dies tatsächlich so ist. Als sich Rick Warren und Bill Gates auf denselben Wohltätigkeitsveranstaltungen trafen, war augenfällig, dass sie ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die AIDS-Krise in Afrika richteten und auch sonst ähnliche humanitäre Ziele verfolgten. Liegt es nicht auf der Hand anzunehmen, dass diese beiden Männer zusammenarbeiten zu gegenseitigem Nutzen.

Gates´ Stiftung finanziert christliche Projekte

In der “Diane Rehm”-Radiosendung, die über das “National Public Radio“[1] zu hören war, wurde Patty Stonesifer, die damalige Direktorin des weltweit reichsten Stiftungsfonds, der Bill & Melinda Gates Foundation, interviewt. Im Folgenden werden wir ein paar mitgeschriebene Passagen aus dem Interview zitieren (ab der 35. Minute):

Frage eines Zuhörers: “Wie muss man einen Antrag auf Finanzierung stellen, dass er mit den zentralen Werten der Gates-Stiftung, nämlich etwas wirklich Positives im Leben von Menschen zu bewirken, übereinstimmt? In unserem Fall handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt einer großen Universität und einem kommunalen Netzwerk, bei dem es sich um ein Verhütungsmodell für HIV-AIDS handelt, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und von religiösen Leitern durchgeführt wird. Es kam bereits in Sambia sowie auch in kleinerem Umfang in Illinois zum Einsatz. Doch mit ausreichender Finanzierung könnte es den jeweiligen Begebenheiten angepasst werden, um Menschen zu informieren, wie sie an ihrem Wohnort eine HIV-Virusinfektion verhüten können. Wie würden sie auf dieses Thema reagieren?”

Patty Stonesifer (zu Diane Rehm): “Es gibt viele gute Ansatzpunkte in dieser Frage. Das erste, was Ihren Zuhörer interessieren wird, ist, wie kann man tatsächlich eine Idee der ‘The Gates Foundation’ vortragen? Das geschieht so: Auf unserer Webseite ‘gatesfoundation.org’ drückt man die beliebteste Taste: die ‘Fördermittel Antragsteller’ [engl. Grant Seekers]. Auf dieser Seite werden Sie informiert, wie Sie ein Bittgesuch einsenden können. Unser Team begutachtet dieses im Licht unserer Strategien und unserer Aufgaben, die wir uns gestellt haben. Wir versuchen dann herauszufinden, welche Ideen und Projekte mit den uns verfügbaren Ressourcen in diesem Bereich unterstützt werden können und in Übereinstimmung mit dem zentralen Anliegen unserer Arbeit stehen. Dies ist der erste Schritt.

Es gibt aber zwei weitere Punkte, die der Zuhörer erwähnt hat, über die ich sprechen möchte: Es betrifft die Rolle der religiösen Leiter, die sich für unsere Sache in einem Land wie Sambia einsetzen oder hier in den Vereinigten Staaten. Wir stellen uns als Partner vielen religiösen Leitern zur Seite, und auch solchen, die zu religiösen Gemeinschaften Zugang haben, weil dort viel Gutes geleistet wird, ob es nun “Brot für die Welt” oder Rick Warrens Projekte sind oder die vielen ausgezeichneten Missionsprojekte, wie wir sie in Entwicklungsländern beobachten. Die religiösen Gemeinschaften tragen einen wichtigen Teil zur Lösung nicht nur unserer Probleme zuhause, sondern in aller Welt bei.”

Ethische Bedenken gegenüber der Gates-Stiftung

Wie erhält man tatsächlich Geld von der “Bill & Melinda Gates Foundation“? Schauen wir uns die Seite der “oft gestellten Fragen” an.

Dort ist die Frage aufgegriffen: „Wie beantrage ich ein Bittgesuch für eine Schenkung durch das Globale Gesundheitsprogramm?“

Antwort: „Schauen Sie sich zunächst die Prioritäten des Globalen Gesundheitsprogramms für Schenkungen an. Wenn Sie meinen, Ihr Projekt würde mit dem Ziel und der Strategie des Programms übereinstimmen, füllen Sie bitte das Formular für Ihr Bittgesuch aus.”

Unter anderem führte Diane Rehm dieses Interview, weil in der Zeitung Los Angeles Times[2] ethische Bedenken gegenüber der Gates-Stiftung wegen fragwürdiger Anlagepraktiken geäußert wurden. Dies hatte zu einer Welle negativer Reaktionen in der Öffentlichkeit geführt. Seit der Veröffentlichung dieser moralisch doch recht fragwürdigen Anlagepraktiken der Gates-Stiftung sind einige bedeutsame Dinge geschehen. Die Präsidentin der Gates-Stiftung, Cheryl Scott[3], hat einen Text über die „Philosophie unserer Geldanlagen” verfasst. Der Text konnte eine Zeitlang im Internet eingesehen werden.[4] Er ist mittlerweile zusammen mit dem Text über die “Operativen Prinzipien” [Guiding Principles], der ebenfalls der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, von der Webseite der Stiftung[5] entfernt worden. Einen wichtigen Aspekt in diesen Dokumenten möchte ich dennoch abschliessend hervorheben.

P.E.A.C.E-Plan teilt die Werte der Gates-Stiftung

Die Stiftung betont, dass sie Menschen und Institutionen „formt“ [a shaper] und auf der Grundlage einer „Theorie der Veränderung“ arbeitet.

Offensichtlich entspricht Rick Warrens Global P.E.A.C.E-Plan den Kriterien, die die Gates-Stiftung für einen ihrer “Partner” aufgestellt hat und teilt die gleichen “Werte”.


[1] http://wamu.org/programs/dr/07/01/30.php [Link nicht mehr aktuell].

[2] Los Angeles Times, “Dark cloud over good works of Gates Foundation,” by Charles Piller, Edmund Sanders and Robyn Dixon.

[3] http://gfov2.gatesfoundation.org/Media-Center/Press-Releases/2006/05/New-Chief-Operating-Officer

[4] http://articles.chicagotribune.com/2007-01-11/news/0701110183_1_holdings-in-specific-companies-cheryl-scott-melinda-gates-foundation

[5] http://www.gatesfoundation.org/de/ VERSCHIEDEN

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