KONGRESS DYNAMISSIO SOLL UNTERSCHIEDLICHE THEOLOGISCHE TRADITIONEN VEREINEN (DR. MARTIN ERDMANN)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

Diese Einheit kennt die Bibel nicht

Erstmals wird im März 2017 ein Kongress in Berlin stattfinden, zu dem 5000 Teilnehmer erwartet werden und der von einem breiten Bündnis im evangelischen Raum in Deutschland getragen wird. Karl-Heinz Zimmer, Vorstandsmitglied des Kongresses Dynamissio, geht in einer Pressemitteilung davon aus, dass man zu einer größeren Einheit zusammenfinden wird, denn es wird ein breites Spektrum theologischer Ansatzpunkte und Vorgehensweisen angeboten. 40 Werke und Gemeindeverbände aus Landes- und Freikirchen haben sich zusammengetan, um nach Aussage der Veranstalter „Gottes Zuwendung und Nähe, seiner Befreiung und Gerechtigkeit neu zu erleben, sie weiterzusagen und erfahrbar zu machen – in unseren Gemeinden und in der Welt“. Viele Aspekte des Gemeindelebens, der Mission und des sozialen Handelns werden aufgegriffen; Politiker, Theologen und Kulturschaffende werden sich begegnen. Dieser Kongress zeigt aufs Neue, dass Mission und Evangelisation wieder als Triebfedern genommen werden, um eine bestimmte Art geistlicher Einheit zu schaffen, die der Bibel fremd ist, und um eine Transformation von Gemeinde und Gesellschaft voranzutreiben, die sich nicht in Gottes Wort wiederfindet.

Ziel: Gemeindeglieder für gemeinsame Sicht gewinnen

Die Veranstalter werben damit, dass evangelikal ausgerichtete Kirchen und solche, die stärker sozial aktiv sind, voneinander lernen und Gemeinsamkeiten entdecken sollen. Die christliche Basis soll Impulse unter anderem von diesen Referenten aufnehmen: MdB Volker Beck (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Müller (mbs Bibelseminar / Institut für Gemeindetransformation), Dr. Tobias Faix (CVJM-Hochschule Kassel), Dr. Johannes Reimer (Theol. Hochschule Ewersbach), Dr. Heinrich Bedford-Strohm (Evangelische Kirche in Deutschland), Michael Diener (Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband), Dr. Heinzpeter Hempelmann (TANGENS Institut), Reinhold Krebs (Ev. Jugendwerk in Baden-Württemberg / Fresh X-Netzwerk Deutschland), Ruth Padilla DeBorst (World Vision International), Dr. Volker Gäckle (Intern. Hochschule Bad Liebenzell), Detlev Garbers (Missionsgemeinschaft DMG) und Dr. Roland Werner (ChristusTreff Marburg / proChrist). Die Leiter der verschiedenen Werke und Gemeindeverbände sind sich bei Leiterschaftskongressen bereits nahe gekommen; nun sollen auch die Gemeindeglieder auf eine gemeinsame Linie gebracht werden. Veranstaltet wird der Kongress von der „Koalition für Evangelisation e.V.“ – Lausanner Bewegung in Deutschland. Die Idee geht auf den 3. Kongress für Weltevangelisation der Lausanner Bewegung in Kapstadt 2010 zurück, wo den deutschen Teilnehmern die Notwendigkeit eines gemeinsam verantworteten Kongresses wichtig wurde.

1974: Die Entstehung der Lausanner Bewegung

Der bekannte amerikanische Evangelist Billy Graham und der englische Theologe John Stott hatten 1974 weltweit rund 2300 in der Evangelisation leitende Mitarbeiter aus 150 Ländern zum Internationalen Kongress für Weltevangelisation in der schweizerischen Stadt Lausanne eingeladen. In seiner Eröffnungsansprache an die Teilnehmer sagte Graham, dass der Kongress die bedeutsamste Zusammenkunft in der Geschichte der christlichen Kirche werden könnte. Zuversichtlich erklärte er, dass „die Evangelisation eine neue Bedeutung angenommen habe“. Im Zeitraum von zehn Tagen gewannen die versammelten christlichen Leiter die Überzeugung, dass die Botschaft des Evangeliums mit sozialem und politischem Engagement einhergehen müsse. John Stott verwendete das Bild der zwei Schneiden einer Schere oder der Flüge eines Vogels, um zu erklären, wieso die Verkündigung des Wortes Gottes und der Einsatz im sozialen Bereich unterschiedliche Seiten des gleichen Auftrages seien, die Christus seiner Gemeinde aufgetragen habe.

Evangelisation bekommt zusätzliche Bedeutung

Der erste Lausanne Kongress war zweifellos ein die Zukunft bestimmendes Ereignis in der Geschichte der Kirche, denn die Evangelisation nahm tatsächlich eine neue Wertschätzung unter vielen Christen an. Die hauptsächlich von John Stott verfasste Lausanner Verpflichtung maß dem Begriff  „Evangelisation“ die zusätzliche Bedeutung zu, nicht nur auf die Verkündigung des Wortes Gottes bedacht zu sein, sondern sich auch in Sachen sozialer Gerechtigkeit weitläufig zu engagieren. Über die Jahre hinweg hat dieses erweiterte Aufgabenfeld christlicher Mission einen großen Einfluss auf die weltweite Kirche ausgeübt, die sich dazu verpflichtet sah, ihre Missionswerke anzuhalten, die Vorgaben und Zielsetzungen der Lausanner Verpflichtung umzusetzen.

1989: Öffnung für Katholische Kirche, Soziales, Politik und Charismatik

Der 1989 durchgeführte zweite Lausanne Kongress in der philippinischen Hauptstadt Manila führte zu zahlreichen strategischen Partnerschaften, die die Notwendigkeit der Kooperation mit der römisch-katholischen Kirche in ethischen Fragen, Sozialarbeit und politischem Aktionismus betonten, solange das biblische Evangelium dadurch nicht kompromittiert würde. Außerdem zeichneten sich die verschiedenen Veranstaltungen des Kongresses durch eine charismatische Anbetungsstile betonende Eigenart aus.

2010: Lehrunterschiede zur Seite geschoben

Der 2010 durchgeführte dritte Lausanne Kongress in Kapstadt brachte über 4000 christliche Leiter aus aller Welt zusammen, unter ihnen so bekannte Namen wie die Pastoren Rick Warren, Tim Keller, John Piper und Nicky Gumbel. Die sich über Jahre abzeichnende ökumenische Agenda von Lausanne trat nun für jeden sichtbar in Erscheinung, als der Generalsekretär des Weltkirchenrates die versammelten Teilnehmer ansprach und das Anliegen unterbreitete, die Christenheit sei in erster Linie dazu verpflichtet, die Einheit in Liebe zu suchen und lehrmäßige Unterschiede zur Seite zu schieben.

Das Lausanner Komitee für Welt Evangelisation, gemeinhin unter der Bezeichnung „Lausanne“ bekannt, ist seit 1974 darauf bedacht, Gemeinden, Missionswerke, christliche Netzwerke und christliche Leiter zu mobilisieren, um mit vereinter Kraft die Sache der Weltevangelisation zu schultern.

Es ist heute weltweit die größte und einflussreichste Institution des evangelikalen Christentums – eine wahrhaft internationale Bewegung, die von vielen nationalen Gemeindeverbänden und kirchlichen Werken unterstützt wird. Während der vergangenen vier Jahrzehnte haben christliche Leiter unter dem Banner von Lausanne an regionalen, nationalen und internationalen Konsultationen, Seminaren und Konferenzen teilgenommen, um strategische Pläne zur Evangelisation der Welt zu entwickeln.

Weltevangelisation wird bloßgestellt

Für manchen Christen ist es schwierig zu verstehen, dass eine Organisation, die von den einflussreichsten christlichen Leitern unsere Zeit gegründet wurde, Werbung für ein kompromittiertes sozialpolitisches Evangelium macht. Doch über die vergangenen vier Jahrzehnte trat dieses Anliegen von Lausanne immer mehr in den Mittelpunkt. Die Leiter der Lausanner Bewegung rückten politisches Engagement, wie das Bekämpfen der globalen Erwärmung, die Reduzierung der Weltarmut und die politische Ermächtigung von Frauen in den Mittelpunkt. Die Verkündigung des Evangeliums verlor dementsprechend an Bedeutung und war nur noch eine unter mehreren gleichberechtigten Aufgaben, der den Christen aufgetragenen Pflichten. Es ist gleichfalls besorgniserregend, wie sich die Ökumene immer mehr in Szene setzt und das Denken der Emerging Church Fuß fasst.

Politik, Bildung, Medizin und Medien gewinnen an Bedeutung

Der dritte Lausanne Kongress in Kapstadt fand im Oktober 2010 in Zusammenarbeit mit der Weltweiten Evangelischen Allianz statt. Rund 4000 Leiter aus 197 Ländern nahmen daran teil. Laut Douglas Birdsall, dem Exekutivdirektor von Lausanne, „repräsentieren diese Leiter, die die Organisatoren sorgfältig aus tausenden von Antragstellern ausgesucht hatten, die demographischen, theologischen und kulturellen Wirkungsbereiche der globalen Kirche. Der Kongress brachte bekannte Meinungsmacher und Entscheidungsträger aus den Bereichen der Kirche, Politik, Bildung, Medizin und den Medien zusammen. Die besten christlichen Fachkräfte ließen es sich nicht nehmen, maßgebende Impulse in Plenarsitzungen und Seminaren zu geben, die die zukünftige Entwicklung des weltweiten Neo-Evangelikalismus bestimmen wird. Über 600 globale Satellitenempfänger in lokalen Kirchen wurde miteinander vernetzt, damit zusätzlich tausende von Teilnehmern aus 91 Ländern am Geschehen des Kongresses teilnehmen konnten, ohne die Reisekosten nach Südafrika auf sich nehmen zu müssen. Darüber hinaus wurden die Hauptveranstaltungen des Kongresses über das Internet ausgestrahlt, damit eine größtmögliche Breitenwirkung erzielt werden konnte. In seiner Eröffnungsansprache sagte Douglas Birdsall: „Dieser dritte Lausanne Kongress wird bereits als die repräsentativste und vielfältigste Zusammenkunft christlicher Leitern in der fast 2000-jährigen Geschichte der christlichen Bewegung beschrieben.“[1]

Die Wichtigkeit des Kapstadt-Kongresses unter evangelikalen Anglikanern zeigte sich darin, dass ein besonderer Gottesdienst in der All Souls Kirche, Langham Place, London zelebriert wurde. In seiner im BBC-Radio übertragenen Botschaft erinnerte Rev. Hugh Palmer die versammelte Gemeinde an die bedeutsame Tatsache, dass John Stott, der der Gemeinde als Rektor und Rektor Emeritus über 50 Jahre vorstand, aufs Engste mit der Durchführung des ersten Lausanne-Kongresses in Verbindung stand. In einer weiteren Erklärung deutete Rev. Palmer darauf hin, dass John Stott hauptsächlich für die Abfassung der Lausanner Verpflichtung verantwortlich war, die eine Zusammenfassung einzelner Aktionsschritte war, die von den Teilnehmern beschlossen wurden. Als einflussreiches Dokument stand es seit jener Zeit als ein literarisches Monument für die geistliche Verantwortung, die die Christen im Dienst an dieser Welt in Wort und Tat auf sich nehmen. John Stotts Vorbild als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit übte einen großen Einfluss auf unzählige andere aus und animierte sie dazu, besonders in Entwicklungsländern eine vielschichtige Gemeindearbeit zu leisten. Die das Anliegen von Lausanne in die Tat umsetzenden Missionare konzentrieren sich auf die Verbreitung von christlicher Literatur, halten Pastoren zur schriftgemäßen Verkündigung des Wortes Gottes an und heben den Bildungsstand der Bevölkerung und wirtschaftlichen Status vieler Armen an. Diese verschiedenen Dienstleistungen werden nun von der Langham Partnership International unter Leitung von Rev. Dr. Chris Wright weltweit koordiniert. Dr. Wright ist auch der bedeutendste theologische Berater der Lausanne Bewegung.[2]

Neo-Evangelikale fokussieren sich auf das Diesseits

Der Kapstadt Kongress machte sich besonders über die Krisen unserer Zeit Gedanken. Hervorstechende Themen waren zum Beispiel die zunehmende Verarmung vieler Bevölkerungsschichten in unterentwickelten Ländern und die Anhäufung von Reichtum und Wohlstandsgütern unter einer relativ geringen Oberschicht, nicht nur in der südlichen Hemisphäre, sondern auch im Westen. Andere Themen des Kongresses, die die weltweite Verbreitung des Christentums beeinflussen, umfassten die Versöhnung der Menschenrassen, der Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit, der Minderung der globalen Erwärmung, die Vergrößerung der Frauenquote in Führungspositionen, den rechten Umgang mit der Homosexualität, die mündliche Überlieferung der Bibel und die Durchführung der geistlichen Kriegsführung. Dies sind alles Themen, die in die Kategorie des Dominionismus (Einführung des Königreichs Gottes als ein irdisches Reich) passen. Das Buch Der Griff zur Macht beschreibt im Detail die negativen Konsequenzen des sich immer mehr ausweitenden Aktionsradius der Neo-Evangelikalen, ganz besonders in Bezug auf die unterschiedlichen Initiativen der Lausanner Bewegung. Der Kongress Dynamissio ist leider ein weiterer Meilenstein auf dem Weg von Lausanne, das Anliegen Gottes zu verhindern: die Verkündigung des Heils für den Sünder allein in Jesus Christus. Überall, wo dies in der Vergangenheit getan wurde, erfuhren die Buße tuenden Menschen ganzheitliche und nachhaltige Hilfe für Zeit und Ewigkeit.


[1] ‘Why Cape Town 2010? A Case-Statement for the Third Lausanne Congress’ by Doug Birdsall, Executive Chair, https://www.lausanne.org/gatherings/related/why-cape-town-2010

[2] Sunday Worship from All Souls, Langham Place, London. Broadcast: Sunday, 17, October 2010, 08:00 on BBC Radio 4.

9 Kommentare

  1. Liebe Geschwister, bitte verzeiht mir meine Rechtschreibefehler, ich hoffe Ihr könnt trotzdem mit meinem letzten Kommentar etwas anfangen! Ich war einfach zu schnell!
    Liebe Grüße

  2. Liebe Geschwister, es ist mir ein großes Bedürfnis, mich an der biblischen Wahrheit festhaltenden Christen Gemeinschaft zu haben, und sei es nur mit diesen paar Zeilen!
    Es sind bei uns viele, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen, weil sie daran gewöhnt wurden nur zu konsumieren und sich auf die Ältesten und Pastor zu verlassen und Beschlüsse von oben nur noch abzunicken! Der Teufel hat es immer leichter, eine Christenheit auf solch einem niedrigen geistlichen Level wie heutzutage, von ihren Häuptern her zu beeinflussen und zu verführen! Diese hier vorgestellte dynamissio Veranstalltungen werden bestimmt ein weiterer Meilenstein zum das Kirchenvolk zur “vollkommeneren” Ökunene zu verführen und letztendlich zur Welteinheitskirche der Hure Babylon! Es schmerzt mich schon, wie viele echte Geschwister in diesen Teufelskreis mithineingezogen werden! Alle diejenigen Geschwister die diese dunklen Wolken am Horizont heraufziehen sehen können, rufe ich auf, selber Jesu Hilfe ihm treu zu bleiben, im Gebet, in der Heiligung zu bleiben und den Dienst mit dem sie von Jesus beauftragt wurden, mit Fleiß und Treue auszuführen! Und alles an seinem Wort zu überprüfen!
    Wenn ich nur schon die Liste der Reverenten und Verantwortlichen ansehe, dann weiß ich, was sie vorhaben, da können Sie und das werden sie ganz bestimmt, sehr viel Wahrheit unter ihre Lügen mischen!
    Vielen Dank für Ihr Mühen und Arbeiten Bruder Schad, machen Sie bitte weiter so treu Ihre Arbeit, der Herr Jesus segne Sie!

    1. Herzlichen Dank für Ihren Kommentar lieber Bruder Behringer – ja, es ist wie Sie sagen! Meinen bescheidenen Beitrag soll man keineswegs überbewerten, Dank gilt unserem HERRN JESUS der uns mit Brüdern in der Lehre (die ich hier zitieren und veröffentlichen darf) gesegnet hat, um besser zu unterscheiden. Herzliche Grüße und Gottes Segen Ihnen!

  3. Es ist leider so, dass alles was uns über Christen in den staatlichen Medien vorgesetzt wird, “Christus- feindlich” ist. Die Kirchen als Arm der linken Parteien, zu denen ich auch die “C”- Parteien zähle, leisten hier ganze Arbeit. Der Name des HERRN JESUS CHRISTUS soll ausgelöscht werden. Deshalb auch der weitere Import von Muslimen nach Europa. Muslime sagen: Was unsere Väter vor Wien nicht geschafft haben, schaffen wir jetzt in Mitteleuropa!

  4. Es IST beängstigend! Hat jemand heute morgen die Andacht im Deutschlandfunk gehört? Der evangelische Pfarrer dort sprach von Menschen, die an der Ausschließlichkeit ihrer Glaubensüberzeugungen festhalten, als sogenannten “Glaubensegoisten” (!), die sich aufführen wie ungezogene Kinder, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Dies sei bereits Gewalt und letztlich meinte er damit wohl auch Terrorismus. Als Ausweg wies er zum Mystizismus einer Teresa von Avila und anderer.
    Die Wahrheit liegt auf der Straße und man trampelt darauf herum!
    Maranatha!

  5. Vielen Dank lieber Bruder, für die wertvollen Berichte. Wenn man das alles so sieht und hört, kann es einem schon Angst werden. Aber: “Wenn ihr dies alles seht, dann erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!” Lukas 21,28 Marina – ja Herr Jesus Christus komme bald
    In geschw. Verbundenheit
    Conny S.

    1. nichts zu danken, liebe Schwester Cornelia, es ist mir ein tiefes Bedürfnis mein Bestes zu tun, zur Schau zu stellen, welche finsteren Werke den Evangelikalismus unumkehrbar unterwandert haben. In der Verbundenheit zu unserem Herrn Jesus Christus – Siegfried

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