FÖRDERUNG DES SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALISMUS (DR. MARTIN ERDMANN) [UPDATE 2017 DES BUCHES “DER GRIFF ZUR MACHT”]

(Quelle: Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

Wie ist die Entwicklung des Neo-Evangelikalismus seit Veröffentlichung des Buchs Der Griff zur Macht im November 2011 weitergegangen und welche Veränderungen haben sich eingestellt? In eingehenden Recherchen bin ich diesen Fragen nachgegangen und versuche in der nahen Zukunft, die gewonnenen Erkenntnisse denen zu vermitteln, die ein Interesse am geistlichen Wohlergehen der Gemeinde Jesu haben. Vor der Beschäftigung mit neuen Themen ist es sinnvoll, noch einmal einige der wichtigen Inhalte des Buchs Der Griff zur Macht aufzugreifen. Deshalb werde ich in einer fortlaufenden Serie an Artikeln einzelne Buchauszüge veröffentlichen. Es ist dabei zu beachten, dass die Informationen auf dem Stand der Dinge gegen Ende des Jahres 2011 und davor Bezug nehmen. Manche Fakten haben sich mittlerweile etwas verändert. Beispielsweise heißen die UN-Millennium-Entwicklungsziele jetzt “Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Angegebene Links sind gegebenenfalls nicht mehr aktuell.


Der Griff zur Macht: Dominionismus – der evangelikale Weg zu globalem Einfluss

John Foster Dulles wurde in den 1940-er Jahren gebeten, dem Untersuchungsausschuss „Kommission zum Studium der Grundlagen eines gerechten und dauerhaften Friedens“[1] des neu gebildeten Weltkirchenrates vorzustehen. Wie ein Biograf bemerkte, war Dulles dank dieser Position in der Lage, die Zielvorstellungen der Kommission des Kirchenrates „über einen gerechten und dauerhaften Frieden” mit denen des „Council on Foreign Relations” gleichzusetzen.[2]

Dulles Kommission rief 1942 eine „ Nationale Konferenz zur Untersuchung des Verhältnisses der Kirchen zu einem gerechten und dauerhaften Frieden”[3] ein. John Foster legte dreizehn Richtlinien (Guiding Principles) für den „Frieden” vor, die den sozialistischen Internationalismus förderten.

“Die grundlegende Voraussetzung des Friedensabkommens ist die Realität der Vaterschaft Gottes und der menschlichen Bruderschaft. Die erste Richtlinie besagt, dass es in der Tat ein „moralisches Gesetz“ gibt, das der Welt zugrunde liegt. Der zweiten Richtlinie zufolge ist das Vorhandensein von Krankheit und Leid in unserer Gesellschaft der Beweis dafür, dass das „moralische Gesetz” nicht beachtet, ja sogar direkt übertreten wird. Im Weiteren teilen wir alle die Verantwortung für die gegenwärtigen Missstände. Es gibt niemand, der nicht Vergebung benötigte. Die Einstellung echter Bußfertigkeit ist deshalb von uns als Einzelpersonen wie auch als Nationen gefordert.”[4]

Im Anschluss an die Konferenz sandte Dulles die Richtlinien an das Weiße Haus, das Auswärtige Amt und zahlreiche andere Regierungsämter. Die Kommission startete eine Medienkampagne, um die Kirchen über die Angelegenheiten einer Weltregierung zu unterweisen.[5]

Vergleichen wir diese Aussagen mit den folgenden Bemerkungen von Rick Warrens Ehefrau Kay. In der Zeitschrift Faith beklagte sie sich über die Kirche, die nicht präsent sei, um im Kampf gegen eine weltweite Krankheitsepidemie mitzuhelfen und nannte einige Gründe, warum sich Christen im Kampf gegen AIDS einsetzten sollten. Diese Gründe mögen in gewisser Hinsicht berechtigt sein. Doch im Verlauf des Interviews änderte sich das Gesprächsthema abrupt. Was mit einer Bitte um Mildtätigkeit begann, mündete in einen Appell, die lokale Gemeinde radikal umzustrukturieren. Nur so könne diese in die weltweiten Vorbereitungen einer Zweiten Reformation eingebunden werden. Erstmals gab Kay Warren einen Hinweis auf ihre eigentliche Absicht, die hinter dem Aufruf der „Barmherzigkeit” liegt, als sie sagte: „Künftig werden die christlichen Hilfsorganisationen die örtliche Kirche unterstützen, genau umgekehrt wie es derzeit ist, in unseren Tagen fördert noch die örtliche Kirche die Nichtregierungsorganisationen.” Kay Warren verwarf die Beibehaltung der Selbstständigkeit der örtlichen Kirchen; ihrer Meinung nach sollten die Kirchen unter die Leitung größerer Agenturen gestellt werden, die über die Landesgrenzen hinaus tätig sind. Als Begründung führte Kay Warren im Interview das dreibeinige Stuhlmodell von Management-Berater Peter Drucker an:

“Wir sind der Meinung, die Kirche ist der fehlende Fuß eines dreibeinigen Stuhles. Regierungen sind in ihren Tätigkeitsfeldern aktiv. Firmen im privaten Sektor tun das Ihrige, um die globalen Giganten [„Giganten“ bedeuten Weltkrisen, wie Hunger, Analphabetentum und AIDS] anzugreifen; die Kirche aber glänzt durch Abwesenheit. Wir haben versucht, die Kirche an den [gemeinsamen] Tisch zurückzubringen und sagen, dass alle drei notwendig sind. Der Hauptgrund für die Mitwirkung der Kirche ist ihre Stärke als das größte Verteilungszentrum der Welt aktiv werden zu können. Die Kirche existiert an Orten, wo sonst nichts ist. Durch ihre Vermittlung können die Verteilungskanäle der Fürsorge, des Mitgefühls, der Vermittlung von Bildung und der Unterweisung optimal ausgenutzt werden. Nur so kann es gehen. Das macht Sinn!”[6]


[1] Orig. „The Commission to Study the Bases of a Just and Durable Peace”

[2] Siehe, Martin Erdmann, Building the Kingdom of God on Earth, 194-195.

[3] Orig. „National Study Conference on the Churches and a Just and Durable Peace“

[4] Martin Erdmann, Building the Kingdom of God on Earth, 243-244.

[5] Ebd., 245.

[6] Das Interview mit dem Titel „Kay Warren ‚Seriously Disturbed’: Church Must Act on AIDS” erschien im Nov. 2005 in der Zeitschrift „Faith“ und steht online leider nicht mehr zur Verfügung. S.a. „An Interview with Kay Warren on Christians & AIDS”: http://www.crosswalk.com/faith/spiritual-life/an-interview-with-kay-warren-on-christians-and-aids-1364090.html

2 Kommentare

  1. Kay Warren wird zwar diesen Beitrag womöglich niemals lesen, aber dennoch müssen wir diesen irrlehrenden Personen widerstehen … auch in aller Härte!

  2. Liebe Kay Warren,
    deine Ideen sind genau so ungesund wie dreibeinige Stühle: man kann ganz schnell umkippen.
    Und noch eins: Die beiden Beine Politik und Wirtschaft haben deine “Giganten” verschuldet und nun sollen die Gläubigen dieser Welt diese Suppe auch noch auslöffeln? Wie absurd!

Liebe Geschwister im Herrn Jesus,