INTERNATIONALE ZIELE DER ANGLOAMERIKANISCHEN ELITE (DR. MARTIN ERDMANN) / Vorbemerkung (Siegfried Schad) [Update 2017 des Buches “DER GRIFF ZUR MACHT”]

Vorbemerkung (Siegfried Schad)

Um das gesamte Ausmaß der Verschwörung gegen die Braut Christi, die wahre Gemeinde der Heiligen, zu begreifen kommt man nicht umhin die säkulare Seite, das politische Streben gewisser Eliten zu beleuchten. Es geht hierbei um nicht weniger als einen dramatischen Endkampf die Christenheit und ihre Organisationen zu instrumentalisieren und zu einer neuen Weltreligion zu lenken.

Begeht man jedoch den Fehler und klammert die politische Dimension aus, so läuft man ggf. in Gefahr selber Opfer raffinierter Manipulation und ein Handlanger dieser zu werden, indem man politische Kräfte die scheinbar christliche Werte verteidigen, mögen diese im politischen Spektrum eher links oder rechts erscheinen, befürwortet und unterstützt (siehe mein Artikel: Die Christenfalle…).


INTERNATIONALE ZIELE DER ANGLOAMERIKANISCHEN ELITE (DR. MARTIN ERDMANN)

Wie ist die Entwicklung des Neo-Evangelikalismus seit Veröffentlichung des Buchs Der Griff zur Macht im November 2011 weitergegangen und welche Veränderungen haben sich eingestellt? In eingehenden Recherchen bin ich diesen Fragen nachgegangen und versuche in der nahen Zukunft, die gewonnenen Erkenntnisse denen zu vermitteln, die ein Interesse am geistlichen Wohlergehen der Gemeinde Jesu haben. Vor der Beschäftigung mit neuen Themen ist es sinnvoll, noch einmal einige der wichtigen Inhalte des Buchs Der Griff zur Macht aufzugreifen. Deshalb werde ich in einer fortlaufenden Serie an Artikeln einzelne Buchauszüge veröffentlichen. Es ist dabei zu beachten, dass die Informationen auf dem Stand der Dinge gegen Ende des Jahres 2011 und davor Bezug nehmen. Manche Fakten haben sich mittlerweile etwas verändert. Beispielsweise heißen die UN-Millennium-Entwicklungsziele jetzt “Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Angegebene Links sind gegebenenfalls nicht mehr aktuell.


Der Griff zur Macht: Dominionismus – der evangelikale Weg zu globalem Einfluss

Um die historischen Zusammenhänge zum Internationalismus vergangener Zeiten besser verstehen zu können, müssen wir uns die Motive der Befürworter des ursprünglichen „Social Gospel” ansehen, die direkt oder indirekt im Dienste des „Council on Foreign Relations”[1] (CFR; „Rat für Auswärtige Beziehungen“) standen. Der CFR ist ein amerikanisches Studienzentrum zu außenpolitischen Themen mit Sitz in New York. Die Gesellschaft wurde 1921 in „New York City“ von Edward Mandell House[2], dem persönlichen Ratgeber von Präsident Woodrow Wilson, gegründet. Dem CFR wird seit seiner Entstehung eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen. Eher im Hintergrund und ohne Kontrolle von außen agierend, lehnt der CFR eine ausführliche Publizierung seiner Aktivitäten ab. Ebenso einzigartig ist die Zusammensetzung dieser Organisation, die zu Beginn der 1920er Jahre von Geschäftsleuten mit dem Ziel des Ausbaus internationaler Geschäftsverbindungen gegründet wurde. Die Aufgaben des CFR sind zum einen die Arbeit in den Diskussions- und Studiengruppen, zum zweiten Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, eine pro-internationalistische Außenpolitik der USA zu fördern und schließlich die Arbeit im Formulierungsprozess US-amerikanischer Außenpolitik.[3] Die Mitgliederzahl von zwei- bis dreitausend ändert sich von Jahr zu Jahr nur minimal, obgleich immer wieder neu hinzukommende Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Akademie, und Politik sowie den Medien und Stiftungen ausscheidende Mitglieder ersetzen. Das soziale Engagement der Kirchen Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts hatte nicht vordergründig etwas mit der Linderung sozialer Missstände in der amerikanischen Gesellschaft zu tun, sondern diente den politischen und wirtschaftlichen Interessen der Industrie und Hochfinanz. Die personelle und organisatorische Verknüpfung von Kirche, Wirtschaft, Finanzen und Staat war damals schon ein begehrtes und unter Präsident Franklin D. Roosevelt sogar teilweise erreichtes Ziel des CFRs.

In seiner Doktorarbeit zum Thema „Ökumenisches Streben nach einer Weltföderation“ trug Martin Erdmann diese Fakten zusammen, die er mit historischen Tatsachen belegte.[4] Er untersuchte den Beitrag der Kirchen zur Mobilmachung der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten für die Weltordnung und den Frieden im Zeitraum von 1919 bis 1945. Darin zeigte er auf, dass das eigentliche Ziel des CFRs die Errichtung einer Weltregierung unter anglo-amerikanischer Führung war. Philip Kerr[5], Lionel Curtis[6] und John Foster Dulles[7] gehörten zu einer Gruppe von Internationalisten, die sich dafür einsetzten, die Länder der Welt in einem föderalistischen Weltstaat zu vereinen. Ihnen schien die Abschaffung der nationalen Souveränität aller Regierungen, insbesondere der in den Vereinigten Staaten von Amerika, die einzige Überlebenschance einer von zerstörerischen Kriegen bedrohten Menschheit zu sein. Wenn man bedenkt, dass Rick Warren öffentlich einräumte, Mitglied dieser internationalen Organisation zu sein[8], erscheint sein soziales Engagement in einem völlig neuen Licht.

Die Absicht des CFRs, einen Plan zu verfolgen, in dessen Mittelpunkt die Kirchen die maßgeblichen Akteure sind, um die internationalen Ziele der obersten Eliteschicht Amerikas und Englands zu verwirklichen, war aus Sicht ihrer Befürworter geradezu genial. Niemand würde hinter der Fassade idealistischer Bestrebungen eine Aktivität vermuten, die darauf abzielt, die Herrschaft der Welt den Großfirmen und der Hochfinanz zu übertragen.


[1] http://www.cfr.org/about; zu Deutsch: „Rat für Auswärtige Beziehungen“

[2] Edward Mandell House, 1858-1938, The Intimate Papers of Colonel House (Charles Seymour, ed., Boston, New York: Houghton Mifflin company, 1926-28); http://quod.lib.umich.edu/cgi/t/text/text-idx?c=genpub;idno=ACL9380.0001.001 ; http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Mandell_House

[3] Diese Beschreibung wurde in gekürzter und leicht revidiert Form dem Wikipedia-Artikel über den CFR entnommen. http://de.wikipedia.org/wiki/Council_on_Foreign_Relations

[4] Martin Erdmann, Ecumenical Quest for a World Federation: The Churches’ Contribution to Marshal Public Support for World Order and Peace, 1919-1945 (Eugene, OR: Wipf & Stock, 2005).

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Kerr,_11._Marquess_of_Lothian; http://www.carrollquigley.net/book-reviews/Lothian_Butler.pdf

[6] http://www.questia.com/library/book/from-empire-to-international-commonwealth-a-biography-of-lionel-curtis-by-deborah-lavin.jsp; http://en.wikipedia.org/wiki/Lionel_George_Curtis

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/John_Foster_Dulles; http://www.arlingtoncemetery.net/jfdulles.htm

[8] http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=53030; „Rick Warren answers the Davos Question”: http://www.youtube.com/watch?v=je2FDmsrxiA;http://www.cfr.org/about/membership/roster.html?letter=W


avatarklein

Eingestellt von Siegfried Schad © Dr. Martin Erdmann alle Rechte an diesem Artikel vorbehalten.

facebookDer Ruf an die Gemeinde Christi                    youtube S. Schad


Liebe Geschwister im Herrn Jesus,