MYSTIKER STREBEN NACH GOTTÄHNLICHKEIT (DR. MARTIN ERDMANN) / Nachbemerkungen ( Siegfried Schad & Norbert Fehr)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann http://veraxinstitut.ch)

Folge 4 über Mystizismus

Um die heutigen geistlichen Strömungen in den evangelikalen Gemeinden richtig einordnen zu können, ist es nötig, sich näher mit dem Mystizismus zu beschäftigen. Das Streben nach Gottähnlichkeit ist in der griechischen Philosophie begründet, Mystiker haben diese Vorstellung aufgegriffen und interpretieren den Sündenfall auf ihre Weise.

Durch Exerzitien Vergötterung erlangen

Theosis ist ein griechisches Wort, das reich an Bedeutung ist. Theosis wird übersetzt mit Vergottung/Vergötterung und meint eine Wesensverwandlung vom Kreatürlichen zum Göttlichen in der unio mystica, dem ekstatischen Moment der Einswerdung „mit dem Göttlichen“. Asketische Wüstenväter, die in der Einsamkeit und Enthaltsamkeit Gott ähnlich werden wollten, benutzten den Begriff Theosis über Jahrhunderte hin. Gelegentlich sprechen Mystiker von einem Zustand der „Erleuchtung“ oder „Illumination“. Sie stellen fest, dass es dem Menschen möglich sei, schrittweise in den Zustand der Theosis einzutreten, sofern dieser angestrebt wird und die nötigen meditativen Exerzitien (Übungen) vollzogen werden.

Wiedergewinnung der verlorenen Vollkommenheit

So wird dem Menschen das Versprechen einer göttlichen Bestimmung suggeriert, die dem Bericht in 1. Mose 3 entsprechend im Garten Eden ausgesprochen wurde, dass sie nämlich in der Erkenntnis des Guten und Bösen wie Gott sein würden. Die traditionelle Interpretation von 1. Mose 3,5 erkennt kein herrliches Versprechen, sondern die ernste Warnung Gottes im Hinblick auf die schlimmen Konsequenzen des Ungehorsams ihm gegenüber. Im Gegensatz dazu wird im sogenannten „christlichen“ Mystizismus der Gewinn ethischer Erkenntnis im Anschluss an den Sündenfall als etwas ausgesprochen Positives gewertet, weil damit das Tor zur Vergötterung aufgestossen worden sei. Der Grund für die Katastrophe der Entfremdung von dem göttlichen Einen sei nicht der Ungehorsam des Menschen, vielmehr sei sie im Zuge der Weltenbildung eingetreten. Die schrecklichen Konsequenzen könnten dank der gewonnenen Erkenntnis in eigener menschlicher Anstrengung überwunden werden. Das Endstadium der Theosis sei erreicht, wenn der Mensch die ursprünglich verlorengegangene Vollkommenheit – eben der Vereinigung mit Gott – wiedergewinne.

Seelenverwandtschaft mit den Göttern

Die Angleichung an die Götter galt den Griechen von alters her als das höchstmögliche Glück, das der Mensch ersehnen und der Besonnene schließlich auch erreichen konnte. Zwar war auch bei ihnen das Bewusstsein vorhanden, dass der Mensch die von den Göttern zwischen sich selbst und der zum Menschengeschlecht gesetzten Grenze nicht eigenmächtig überschreiten darf, doch ohne Zweifel war die menschliche Seele mit den Göttern verwandt. Da das Göttliche nun aber mit Geist (nous) und Vernunft (logos) identifiziert wurde, musste auch die vernünftige Seele des Menschen in gewisser Weise „göttlich“ sein. Diese Verwandtschaft des Menschen mit Gott ist für den griechischen Philosophen Platon auch der Grund dafür, weshalb allein der Mensch unter allen Lebewesen an die Götter glaubt und sie verehrt.[1] Die Erinnerung an die ungetrübte göttliche Existenz und Schönheit vor ihrer Einkerkerung im Körper sei infolgedessen die vornehmste Aufgabe der menschlichen Seele, die allein der Philosoph wahrhaft zu erfüllen versteht.[2] Durch diese Erinnerung, Schau und Nachahmung des Göttlichen, die notwendigerweise mit einer Abkehr von der real existierenden Welt verbunden ist, soll der Mensch während seines Erdendaseins danach trachten, die größtmögliche Ähnlichkeit mit dem Göttlichen und Unsterblichen zu erlangen.[3]


[1] Platon, Protagoras 322a; Nomoi I, 899d.

[2] Platon, Phaidros 249c-250c.

[3] Platon, Theaitetos 176a-b; Politeia K, 613b; Nomoi I, 716c-d.


Nachbemerkung ( Siegfried Schad)

Die praktischen Folgen dieser Philosophie werden ganz besonders in der, für ihre Häresien bekannten, Wort des Glaubens-Bewegung deutlich. Ihre Protagonisten, w.z.B. Kenneth Haigin, Kenneth Copeland, Joyce Meyer, Benny Hinn u.v.m. verkündigen, daß wir “kleine Götter” wären … siehe Zitatesammlung zusammengestellt von Bruder Norbert Fehr:

Sind WIR Götter? (Norbert Fehr)

KENNETH HAGIN: “Der Mensch wurde auf der Basis der Gleichheit mit Gott erschaffen, und er konnte in der Gegenwart Gottes stehen ohne irgendein Bewußtsein der Unterlegenheit.”

KENNETH COPELAND: “Du hast nicht einen Gott in dir, du bist selbst einer. Gottes Grund Adam zu erschaffen war sein Bedürfnis sich selbst zu reproduzieren. Ich meine, eine Reproduktion seiner selbst. Wir alle verfügen über die Fähigkeiten Gottes.”

kencopKenneth Copeland

JESSE DUPLANTIS: “Nicht Gott hat den Tieren Leben eingehaucht, sondern Adam. Du hast Macht über Leben und Tod, nicht Gott.”

CHARLES CAPPS: “In Gottes Mund war Schöpferkraft. In deinem Mund ist sie ebenso.Du hast dieselbe Fähigkeit wie Gott. Sie liegt in dir! Der Mensch wurde von Gott erschaffen, um der Gott dieser Welt zu sein!”

HELMUT BAUER: “Alle Schöpferkraft ist uns gegeben, du sprichst und es geschieht. Ich bin ein Kind des Geistes, ich habe die Fähigkeiten Gottes, die Natur Gottes.“

Benny Hinn, Joyce Meyer, T.D. Jakes, Joel Osteen…..”Wir sind kleine Götter.”….in Anlehnung an Psalm 82,6, den der Herr Jesus Christus in Johannes 10,34 den Juden zitierte und nun aus dem Kontext gerissen wird.

Was sagt der gute Paulus zur Gottgleichheit? Als er den Gelähmten in Lystra heilte, wollten die Massen ihn ebenfalls zum Gott erheben. Doch Paulus widerstand solchen Ehrungen, indem er sagte: „Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr…“ (Apostelgeschichte 14,11ff).

Ob die Vertreter nun aus Wort und Geist sind, der Wort-des-Glaubens-Bewegung oder anderen Bewegungen……..Der Fürst dieser Welt ist der Verursacher solcher Irrlehren.

Norbert Fehr St, Gallen 12.01.2014


Ein Kommentar

Liebe Geschwister im Herrn Jesus,